Ein Campus in 3-D
Der Campus der Uni Kiel ist wie eine Stadt in der Stadt. Bessere Orientierung soll ein neues Liegenschafts-informationssystem ermöglichen.

Sieht gut aus und steckt voller Informationen: digital aufbereitete Campus-Ansicht. Foto: Uni Kiel
So etwas wie ein Referenzprodukt wird derzeit außerdem für die Universität als solche geschaffen. Im Wachsen und Werden ist ein Liegenschaftsinformationssystem, das den gesamten Gebäudebestand der CAU umfasst, am Ende aber weit mehr darstellen soll als lediglich Lage und Außenmaße von Gebäuden oder Flurstücken. Einmal digital erfasst, lassen sich die Gebäude- und Grundstücksinformationen mit Bilddaten verknüpfen und dreidimensional visualisieren. Denkbar wäre dabei die Überlagerung der Gebäudegeometrien mit Wärmebildern aus der Luft. Auf einen Blick zeigt sich so, wo wertvolle Wärme entweicht und entsprechender Sanierungsbedarf besteht.
Ziel ist nach den Worten von ZfG-Geschäftsführerin Dr. Ulrike Klein ein System zum umfassenden Gebäudemanagement für die etwa 14.000 universitären Räume, die ungefähr 350 Quadratkilometer Bruttogesamtfläche in Anspruch nehmen. Das Ausmaß der Nutzung von einzelnen Räumen soll dabei ebenso erfasst werden wie Energie- oder Wasserverbrauch, der bauliche Zustand, die benötigten Reinigungsleistungen und vieles mehr.
Letztlich kann dabei sogar eine App herauskommen, also ein Programm fürs Smartphone, um darüber den Weg zu einzelnen Hörsälen oder auch spezielle Informationen für Studierende im Rollstuhl abzurufen.
Bis es so weit ist, gibt es noch allerhand zu tun. Vor allem das Sammeln der Daten ist nach Angaben von Professor Rainer Duttmann, dem wissenschaftlichen Leiter des ZfG, ein mühsames Geschäft. Damit befasst sich im Alltag Geograph und Computerexperte Michael Nolde. »Die Daten liegen an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlicher Qualität und in unterschiedlicher Genauigkeit vor«, beschreibt er seine drei größten Probleme.
Dennoch geht es Schritt für Schritt voran auf dem Weg zu einer einheitlichen Datenbank, die nicht die bisherigen Sammlungen ersetzen, sondern sie zusammenfassen soll und täglich auf aktuellen Stand gebracht wird. Inzwischen, so sagt Nolde, ist sogar die »spannende Phase« erreicht: Einzelne Gebäude können bereits visualisiert und in 3-D-Ansicht präsentiert werden. Genauso übrigens wie bald der Botanische Garten, für den die Kieler Geoinformatiker derzeit einen virtuellen drei-dimensionalen Rundgang basteln.
Martin Geist
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