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Nr. 68, 22.10.2011  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Exzellente Forschung

Die Anträge für die Kieler Exzellenzcluster und die Graduierten­schule sind abgegeben. Bis zur Entscheidung im Juni 2012 gibt es aber immer noch viel zu tun.


Dr. Ingmar Schmidt, Leiter der Abteilung Forschung und Strukturplanung Foto: Jürgen Haacks

Sechs Monate Vorbereitung, viele Überstunden und Schweiß stecken in den bis zu 120 Seiten starken Förderanträgen für die Exzellenz­cluster und die Graduiertenschule der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach fünf Jahren Laufzeit müssen die Forschungsverbünde »Ozean der Zukunft« und »Entzündung an Grenzflächen« Bilanz über bisherige Erfolge ziehen und künftige Ziele überzeugend vermitteln. Auch die Graduiertenschule »Entwicklung menschlicher Gesell­schaften in Landschaften« legt vor, wie erfolgreich ihre Doktorandinnen und Doktoranden sind und welche Projekte künftig in Angriff genom­men werden sollen.

Viele Worte, die präzise gewählt und abgestimmt sein wollen, denn immerhin umfasst das gesamte Volumen der Anträge über 150 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch ein neuer Exzellenzcluster »Materialien für das Leben«. Hier sollen künftig moderne Materialien für die Medizin entwickelt werden.

Bevor es dazu kommt, haben alle vier Projekte allerdings noch einen langen Weg vor sich, erklärt Ingmar Schmidt, Leiter der Abteilung Forschung und Strukturplanung an der CAU: »Die Abgabe der Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war der erste Schritt. Bis zu 40 Personen haben jeweils daran mitgewirkt. Jetzt gilt es, sich auf die Präsentation der Anträge vor einem Gremium der DFG vorzubereiten.«

Penibel werden Generalproben geplant, und jedes kleinste Detail wie die Fachrichtungen der Gutachterinnen und Gutachter recherchiert oder das Layout der Präsentationsfolien und Poster vorbereitet. Außerdem geht in die Bewertung ein, wie viele wissenschaftliche Publikationen in der Vergangenheit erschienen sind, wie viele Drittmittel eingeworben wurden und ob die Forschung international bedeutsam ist.

»Wir müssen auf alle Eventualitäten und Fragen vorbereitet sein. Der Nachweis bisher erbrachter Leistungen ist dabei nur ein kleiner Bestandteil des Antrags. Tatsächlich müssen wir unsere Versprechen für zukünftige Projekte gut und ansprechend verkaufen. Das ist besonders schwierig, da die Gutachter und Gutachterinnen sowohl vom Fach als auch fachfremd sein werden.«

Dieser Aufwand sei aber angesichts der hohen Fördersumme und der im Vergleich zu anderen Forschungsprojekten langen Laufzeit von fünf Jahren gerechtfertig, erläutert Schmidt. »Die Idee dahinter ist, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht gleich nach drei Jahren einen komplett neuen Antrag schreiben müssen. Sich noch dazu nach einer gewissen Zeit mit den Ergebnissen und Zielen eines Projekts auseinanderzusetzen, ist durchaus sinnvoll. So wird sichergestellt, dass Forschungsgelder effizient eingesetzt werden.«

Den Unterschied zu kleineren Forschungsvorhaben stellt außerdem die Auswirkung der Exzellenzprojekte auf die Universität dar. »So sind beispielsweise zirka 20 neue Professuren eingerichtet worden, die im Übrigen alle von der CAU verstetigt wurden. Auch Forschungs­plattformen wie das im Bau befindliche Zentrum für Molekulare Biowissenschaften oder die Einbindung kleinerer Forschungsbereiche prägen entscheidend und dauerhaft die Forschungs­landschaft an der Universität.«

Insgesamt sind die Exzellenzprojekte also auf Nachhaltigkeit ausgelegt – nach ihrem Ablauf wird die CAU anders aussehen. Schmidt: »Ich bin überzeugt, dass wir als Universität ein gutes, nachvollziehbares Konzept haben, mit dem alle vier Anträge erfolgreich sein werden.«

Claudia Eulitz
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