Riskantes Leberfett
Die Verfettung der Leber schädigt nicht nur die Organfunktion, sie ist auch Anzeichen für ein erhöhtes Diabetes- und Herzinfarkt-Risiko. Der Fetuin-A-Spiegel im Blut scheint ein Marker dafür zu sein.

Mittels Bauch-Ultraschall lässt sich eine Verfettung der Leber erkennen. Foto: iStock
Diese Entwicklung ließe sich aufhalten. Dazu müssten Betroffene frühzeitig erkannt und zu einer Verhaltensänderung motiviert werden. Manja Koch aus Nöthlings’ Team untersucht in ihrer Doktorarbeit, die sie im Exzellenzcluster Entzündungsforschung erstellt, wie ein spezieller Blutwert, das Fetuin-A, mit einer Fettleber zusammenhängt und ob dieser damit zur Vorhersage der Leberverfettung genutzt werden könnte. Das Protein Fetuin- A wird in der Leber gebildet und ins Blut abgegeben. Aus früheren Studien ist bekannt, dass hohe Werte des Proteins im Blut auf ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes hinweisen.

Ob der Blutwert des Proteins auch ein Maß für das Stadium der Leberverfettung ist, ob also mit zunehmender Leberverfettung mehr Fetuin-A ins Blut abgegeben wird, will die Wissenschaftlerin mit weiteren Untersuchungen herausfinden. Dazu muss allerdings das Leberfett genauer gemessen werden, als das mit dem Ultraschall möglich ist. »Das ist der nächste Schritt. Wir wollen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) den Fettgehalt der Leber messen und den Zusammenhang zum Fetuin-A-Spiegel ermitteln«, erklärt die Wissenschaftlerin.
Kerstin Nees
Stichwort Fettleber
Übergewicht, übermäßige Fettzufuhr und hoher Alkoholkonsum führen dazu, dass der Körper Fett in der Leber einlagert. Ist dies bei der Hälfte aller Fettzellen geschehen, lautet die Diagnose Fettleber. In der Folge kann sich das Lebergewebe entzünden, Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs drohen.
Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber, oft ohne es zu wissen. Allein an einer nicht-alkoholbedingten Fettlebererkrankung leiden 30 Prozent der Bevölkerung westlicher Länder, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.
Die gute Nachricht: Eine Leberverfettung und auch eine Fettleberentzündung können sich zurückbilden. Wichtige Maßnahmen sind der Abbau von Übergewicht, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung sowie Alkoholverzicht bei alkoholischer Fettleber. (ne)
Millionen Menschen in Deutschland haben eine Fettleber, oft ohne es zu wissen. Allein an einer nicht-alkoholbedingten Fettlebererkrankung leiden 30 Prozent der Bevölkerung westlicher Länder, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.
Die gute Nachricht: Eine Leberverfettung und auch eine Fettleberentzündung können sich zurückbilden. Wichtige Maßnahmen sind der Abbau von Übergewicht, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung sowie Alkoholverzicht bei alkoholischer Fettleber. (ne)
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