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Nr. 68, 22.10.2011  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Pilgern auf Platt

Der Weg nach Santiago de Compostela gehört zu den beliebtesten Reiserouten in Europa. Das Romanische Seminar hat sich jetzt mit den Sprachen entlang des Weges befasst.


Foto: iStock

»Am Jakobsweg werden mehrere Minderheiten- oder Regionalsprachen gesprochen, die ein riesiges kulturelles Kapital darstellen «, sagt Professor Javier Gómez-Montero vom Romanischen Seminar. Dazu gehören in Spanien Galizisch und Baskisch, die dort beide als offizielle Sprachen anerkannt sind – im Gegensatz zu Bretonisch und Okzitanisch in Frankreich. »Die wirkliche Entdeckung für mich war aber, dass es auch auf Friesisch und Plattdeutsch Berichte vom Jakobsweg gibt«, so Gómez-Montero weiter.

Gemeinsam mit spanischen und französischen Partnern hat das Romanische Seminar mit EU-Geldern einen Internetauftritt und eine Ausstellung konzipiert, die der Sprachenvielfalt am Jakobsweg Rechnung tragen.

Auf der Website, die von wissenschaftlichen Hilfskräften des Lehrstuhls gestaltet wurde, finden sich Informationen zu den einzelnen Sprachen, aber auch Tonbeispiele und Textauszüge – Gedichte, Reiseberichte oder literarische Texte zum Jakobsweg. Studierende haben dabei ihre Erlebnisse auf dem Pilgerweg notiert.

»Wenn die kleinen Sprachen verschwinden, geht auch ein wichtiger Teil von uns verloren «, sagt Projektmitarbeiterin Dr. Ana Isabel Erdozáin. »Es hat sich herausgestellt, dass viele unserer Studierenden Platt können«, ergänzt Gómez-Montero. »Für sie gehört die Sprache zu Kindheit und Familie – das zeigt, dass kleine Sprachen die Biographie prägen und Menschen miteinander verbinden.«

Auf der Website, die von wissenschaftlichen Hilfskräften des Lehrstuhls gestaltet wurde, finden sich Informationen zu den einzelnen Sprachen, aber auch Tonbeispiele und Textauszüge – Gedichte, Reiseberichte oder literarische Texte zum Jakobsweg. Studierende haben dabei ihre Erlebnisse auf dem Pilgerweg notiert.

»Wenn die kleinen Sprachen verschwinden, geht auch ein wichtiger Teil von uns verloren «, sagt Projektmitarbeiterin Dr. Ana Isabel Erdozáin. »Es hat sich herausgestellt, dass viele unserer Studierenden Platt können«, ergänzt Gómez-Montero. »Für sie gehört die Sprache zu Kindheit und Familie – das zeigt, dass kleine Sprachen die Biographie prägen und Menschen miteinander verbinden.«

fragen oder galizische Grüße verstehen kann. Zunächst jedoch soll eine Ausstellung die sprachliche Vielfalt entlang des Jakobsweges vermitteln – mit Infotafeln, Fotos, Videos und einem interaktiven Quiz zu den Sprachen. Die Ausstellung wandert durch alle beteiligten Regionen und ist vom 22. November bis zum 19. Dezember im Kieler Landeshaus zu sehen.

Eva-Maria Karpf
www.camino-eu.com

Ausstellung »Kulturelle und sprachliche Vielfalt auf dem Jakobsweg«
vom 22. November bis 19. Dezember.
Landeshaus, Düsternbrooker Weg 70. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
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