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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 69 vom 10.12.2011, Seite 2  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Posten für Professorinnen

Frauen auf die Lehrstühle, lautet die Devise für die Uni Kiel. Auf breiter Front wirbt die Hochschule um Anwärterinnen für Professuren.


Foto: pur.pur

Handlungsbedarf legten jüngst zwei Studien nahe, die der Uni Kiel teils nur geringe Erfolge im Mühen um Gleichstellung bescheinigen. Zwar studieren dort ebenso viele Frauen wie Männer, zwar übertrifft die Zahl der erfolgreichen Absolventinnen sogar die der Absolventen, und die Norddeutschen liegen obendrein beim Frauenanteil an den Promotionen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Nach wie vor hakt es aber auf der Ebene der Professuren. »Da mangelt es an der Durchlässigkeit nach oben«, muss Uni- Vizepräsidentin Professorin Birgit Friedl einräumen. Nach einer Formel, die darauf hinausläuft, dass der Anteil der Professorinnen ins Verhältnis zum Anteil der weiblichen Studierenden gesetzt wird, erreicht die Uni Kiel derzeit einen Indikatorwert von 0,251 Prozent. Das ist zwar besser als vor zehn Jahren, doch während dieser Wert damals im nationalen Vergleich für einen Mittelplatz reichte, ist er heute nur noch für einen Platz in der Schlussgruppe gut. »Andere Hochschulen sind an uns vorbeigezogen«, sagt Friedl und blickt respektvoll zur Freien Universität Berlin, die mit einem Indikatorwert von 0,518 in der Spitzengruppe liegt, oder zur ebenfalls sehr guten Uni Bremen mit 0,475.

Indes hat das Präsidium bereits eine ganze Reihe von Pfeilen im Köcher, um den Trend umzukehren. So werden die bisher empfohlenen Leitlinien zur Chancengleichheit in Berufungs­verfahren in die universitäre Berufungssatzung aufgenommen und damit verpflichtend. Vorge­schrieben sind darin unter anderem mindestens zwei Frauen in den Berufungsausschüssen und die besondere Berücksichtigung eines Frauenförderplans sowie Mitwirkungsmöglichkeiten der Gleichstellungsbeauftragten. Außerdem will das Präsidium in den einzelnen Dekanaten über Zielvereinbarungen für Chancengleichheit sprechen und vor allem in Konventen und anderen Gremien das Bewusstsein für die Thematik schärfen. Birgit Friedl hat sich vorgenommen, möglichst früh im Verfahren persönlich in die jeweiligen Berufungsausschüsse zu kommen, um sensibilisierend zu wirken. »Zu Defiziten bei der Gleichstellung kommt es häufig vollkommen unbeabsichtigt«, betont die Betriebswirtin, die zugleich für eine differenzierte Beurteilung der Qualifikationen eintritt. »Eine Frau, die drei Kinder hat, aber zwei Publikationen weniger vorweist, kann absolut als genauso qualifiziert betrachtet werden wie ihr männlicher Mitbewerber.«

Akzente will die Uni Kiel nicht zuletzt in der Öffentlichkeitsarbeit setzen. Erstmals brachte sie im November eine Sammelausschreibung für vier Professuren in der Mathematisch- Naturwissen­schaftlichen Fakultät heraus, und das mit gezielt weiblicher Ansprache.

»Curiephäen gesucht …«, lautet die Überschrift in Anlehnung an die erste naturwissenschaftliche Nobelpreisträgerin Marie Curie. Und auch sonst ermuntert die in der »Zeit« geschaltete Annonce ausdrücklich Frauen zur Bewerbung.

Bei Ausschreibungen soll dieses Beispiel Schule machen und im Fall entsprechender Erfolge sogar auf Plakate in hochschulpolitisch bedeutenden deutschen Städten ausgedehnt werden.

Dem Ziel, bis spätestens 2015 einen Professorinnenanteil von 20 Prozent zu erreichen, will die Uni Kiel auf diese Weise und mit vielen weiteren Bausteinen von der Kinderbetreuung bis zur Unterstützung der Partner bei der Jobsuche so nahe wie möglich kommen.

Martin Geist
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