Ökonomisch wertvoller Klimaschutz
Der Umstieg auf erneuerbare Energien, der Ausbau der Netze und die Maßnahmen zum Energieeinsparen verursachen Kosten. Dennoch profitiert die Volkswirtschaft.

Wer Energie einsparen will, muss Altbauten sanieren. Ein gutes Geschäft für Unternehmen, die Dämmstoffe herstellen, Handwerksbetriebe, die sie einbringen, und für die Umwelt. Foto: iStock
Entscheidend sei, dass die Weichen richtig gestellt werden. Die Ziele sind bekannt: Kohlendioxidausstoß reduzieren, fossile Brennstoffe einsparen und gleichzeitig ausreichend bezahlbare Energie anbieten. Dafür müssen laut Kemfert erneuerbare Energien genauso wie Stromnetze und Stromspeicher weiter ausgebaut werden. In die Bereiche Netzausbau, Gebäudesanierung und erneuerbare Energie werden enorme Summen fließen.
Investitionen, die nach Auffassung der Energieökonomin für Wertschöpfung und mehr Arbeitsplätze sorgen werden. Die deutsche Wirtschaft könne dabei wie keine andere von dem Boom bei erneuerbaren Energien, neuen Kraftwerken, Energieeffizienz bei nachhaltigen Gebäuden und Fahrzeugen profitieren. Denn hierzulande ist das notwendige Knowhow zur Genüge vorhanden. Hunderttausende neue Arbeitsplätze können so geschaffen werden.
Erhebliches Einsparpotenzial bietet zum Beispiel die energetische Gebäudesanierung. »40 Prozent der Energie geht in die Gebäude «, so Kemfert. Das Dämmen von Dächern und Wänden, der Einbau neuer Fenster und Heizungsanlagen sowie die Verwendung nachhaltig erzeugter Baumaterialien senkt nicht nur den Energieverbrauch und damit die Energiekosten, auch der Kohlendioxidausstoß wird vermindert und gleichzeitig die Wirtschaft angekurbelt. Von Investitionen in die Gebäudesanierung profitieren viele Branchen – Bauwirtschaft, Gebäudetechnik, Planer, Architekten, Energieberater und Haushaltsgerätehersteller. Selbst die Chemieindustrie, die gemeinhin als Verlierer der Energiewende gilt, zähle zu den Nutznießern, da sie beispielsweise energieeinsparende Produkte wie Dämmmaterial liefert und Techniken zum nachhaltigen Fahrzeugbau entwickelt.
Bei »grünen« Technologien sind laut Kemfert deutsche Unternehmen weltweit führend. Ihnen bieten sich neue Absatzmärkte. »Die deutschen Hersteller von Windkraftanlagen sind nach den USA die Exportführer, und auch im Bereich Photovoltaik sind deutsche Firmen nach China die Nummer zwei.« Ein Ranking von 500 global agierenden Konzernen (Carbon Disclosure Project) offenbart regelmäßig, dass all jene Konzerne für Kapitalanleger besonders attraktiv sind, die sich der Herausforderung nachhaltiger Energieversorgung und Mobilität erfolgreich stellen. Die ersten vier Plätze der Rangliste belegen deutsche Konzerne: Siemens, Deutsche Post sowie die Chemiegiganten BASF und Bayer. »Einen besseren Beleg für die Wirtschaftlichkeit eines erfolgreichen Klimaschutzes kann es kaum geben.«
Kerstin Nees
Umweltethische Herausforderungen
»In welcher Umwelt wollen wir leben?« Antworten auf diese Frage geben Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Perspektiven bei der Inauguralringvorlesung des »Gustav-Radbruch-Netzwerks für Philosophie und Ethik der Umwelt«. Nächster Referent ist am 14. Dezember Professor Cornelius Borck von der Universität Lübeck mit dem Thema »Natürlich künstlich! Kulturen des Enhancements zwischen Vision und Dystopie«. Dabei geht es um aktuelle Tendenzen »neurophysiologischer Pefektionierungsstrategien«, erklärt der Gründungsdirektor des Netzwerks, Professor Dirk Westerkamp vom Philosophischen Seminar. Auf dem Programm der Vortragsreihe stehen außerdem ökonomische (11.01.12) und naturphilosophische Betrachtungen (18.01.12) sowie das Prinzip Naturverantwortung (01.02.12). Zum Abschlussvortrag über Sinn und Unsinn von Ethikkomissionen (15.02.12) wird Professor Klaus Töpfer sprechen.
Das breite Spektrum an Themen spiegelt sich auch in der interdisziplinären Zusammensetzung des Netzwerks wider, an dem Fachleute aus der Philosophie, der Medizin- und Wirtschaftsethik, der Theologie sowie der Kultur- und Meereswissenschaften zusammenarbeiten werden. Westerkamp: »Inhaltlich wird es zum einen um naturwissenschaftliche Fragen der Nachhaltigkeit und des Ressourcenmanagements gehen, zum anderen um die geistes- und kulturwissenschaftliche Reflexion dessen, was da passiert und tief in unser menschliches Selbstverständnis eingreift.« (ne)
www.uni-kiel.de
Das breite Spektrum an Themen spiegelt sich auch in der interdisziplinären Zusammensetzung des Netzwerks wider, an dem Fachleute aus der Philosophie, der Medizin- und Wirtschaftsethik, der Theologie sowie der Kultur- und Meereswissenschaften zusammenarbeiten werden. Westerkamp: »Inhaltlich wird es zum einen um naturwissenschaftliche Fragen der Nachhaltigkeit und des Ressourcenmanagements gehen, zum anderen um die geistes- und kulturwissenschaftliche Reflexion dessen, was da passiert und tief in unser menschliches Selbstverständnis eingreift.« (ne)
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