Tatort Bühne
Die Theatergruppe »Equilibrium« bereitet sich mit Hochdruck auf die Premiere ihres neuen Stücks im Januar vor. Eindrücke vom Probenbesuch.

Ihr schauspielerisches Talent erproben acht Frauen der studentischen Theatergruppe beim gleichnamigen Kriminalstück. Foto: Tim Albrecht
Schauplatz dieser klangvollen Szenerie ist eine Probe der Theatergruppe »Equilibrium«. Sie gehört zu den studentischen Arbeitsgemeinschaften des Studentenwerks Schleswig- Holstein und besteht mittlerweile seit elf Jahren. »Wir sind circa 20 Leute in der Gruppe«, erzählt Regisseur Dammann. Je nachdem, welches Stück aufgeführt wird, übernehmen die Mitglieder unterschiedliche Aufgaben. Wer nicht auf der Bühne steht, kümmert sich hinter dem Vorhang um Kostüme, Maske, Licht oder Ton.
Das neueste Projekt ist das Stück »8 Frauen« von Robert Thomas. Acht Frauen geraten während der Weihnachtstage in einer eingeschneiten französischen Landvilla in eine prekäre Situation, als der Herr des Hauses morgens tot in seinem Bett aufgefunden wird. Da sie von der Außenwelt abgeschnitten sind, muss eine von ihnen die Täterin sein. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, gespickt mit Geheimnissen und Intrigen und einem unerwarteten Ende.
»Wir mögen Abwechslung und nach unserem ernsten Stück "Hautnah" im letzten Jahr freuen wir uns auf diese Kriminalkomödie«, so Dammann. Die Idee zu dem Stück kam ihm nach einer Aufführung der Schultheatergruppe der Käthe-Kollwitz-Schule in Kiel. Viele kennen die Verfilmung »8 femmes« aus dem Jahr 2002 von François Ozon, die nicht nur in französischen Kinos große Erfolge feierte. »Wir wollen aber keinesfalls den Kinostreifen kopieren. Allzu viel will ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, aber es wird einige Überraschungsmomente mit Tiefgang geben«, versichert Dammann mit einem vorfreudigen Schmunzeln.
Das Konzeptionsgespräch, bei dem die Gruppe das ausgewählte Stück erstmals besprochen und Ideen gesammelt hat, war im Juli. Die Proben begannen im August und finden ihren Lohn zur Premiere im Januar. Derzeit wird noch ohne Kostüme geprobt, da die Textsicherheit und Szenenabläufe im Vordergrund stehen. Wenn jemand seinen Einsatz verpasst oder seine Zeilen vergisst, hilft Souffleuse Monika Kurz weiter. Steht jemand am falschen Fleck oder fällt nicht rechtzeitig in Ohnmacht, gibt es einen Hinweis aus der Regie. Momentan treffen sich die Theaterleute einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden.
»Die wöchentlichen Proben nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch, das ist mit dem Studium manchmal nicht ganz unter einen Hut zu kriegen«, erklärt Lehramtsstudentin Ann-Kathrin Wiltsch. »Es macht aber einfach zu viel Spaß.« Besonders das Gemeinschaftsgefühl und der Nervenkitzel im Rampenlicht zu stehen, ließen so manchen Stress in der Probenzeit wieder vergessen. »Ich mag die Herausforderungen, die man im Stück und auch außerhalb bewältigen bewältigen muss.« Ann-Kathrin spielt die Schwiegermutter des Ermordeten. Die 23-Jährige sitzt in den Proben mit Gehstock und dicken Brillengläsern in einem staubigen Sessel und erforscht als alte Dame ihr schauspielerisches Talent. Die 17-jährige Maja Wietfeldt ist das Küken in der Gruppe. Sie ist noch Schülerin und gehörte zu der Besetzung der Schulaufführung. Sie spielt die jüngste Tochter der Hausherrin, Catherine. Kindlich und burschikos hockt Maja auf einer Treppe in der Mitte des Bühnenbildes, wirft bei einem Patzer einen unauffälligen Blick Richtung Regie und findet schnell wieder in ihren Text.
»Neue Mitglieder sind grundsätzlich immer willkommen, allerdings ist es während eines laufenden Projektes natürlich schwierig«, erklärt Dammann. »Es ist einfacher, mit einem eingespielten Team zu arbeiten, aber dennoch sind Bemühungen um Nachwuchs wichtig.« Er empfiehlt, sich erst einmal in den Schauspielkursen des Studentenwerks zu versuchen und darüber in die Theatergruppen einzusteigen.
Anne Spaller
Aufführungstermine: 20.1., 21.1., 22.1., 25.1., 28.1. Eintritt)
Angebote des Studentenwerks
Das Studentenwerk Schleswig-Holstein bietet jedes Semester verschiedene Theaterkurse an. Von Schauspielbasistraining, Rollenarbeit, Bühne und Sprachgestaltung über Bühne und Kampf bis hin zum Theaterschminken, Maskenbildnerei und Bühnenbeleuchtung ist für jeden etwas dabei. Genauere Informationen gibt es im Kulturbüro des Studentenwerks im Studentenhaus Mensa I oder im Internet. www.uni-kiel.de/stwsh (Stichwort: Kultur)
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