Aus Freude am Fremden
Das International Center ist praktisch das Außenministerium der Uni Kiel – ihr Tor zur akademischen Welt.

Gästehaus der Kieler Universität an der Kiellinie. Foto: Arne Biederbeck © Uni Kiel
Andererseits ist die weite Welt stets zu Gast an ihrem Arbeitsplatz in der alten Uni-Bibliothek am Westring. Etwa 1800 Studierende aus mehr als 100 Ländern sind derzeit in Kiel immatrikuliert. Und die haben, besonders in der ersten Zeit, »eine Menge Fragen«, berichtet Martina Schmode. Visum, Arbeitsrecht, Wohnungssuche, Organisation des Studiums und unendlich viele alltägliche Anliegen definieren den Beratungsbedarf der Neuen.
Dass sich die Angestellten vom International Center dabei nicht den Mund fusselig reden müssen, liegt an einem anderen Angebot dieses Hauses. Immer zu Semesterbeginn gibt es für die weitgereisten Neuen Orientierungstage, die mit Exkursionen und Theaterbesuchen angereichert sind. Dank Tipps von wissenschaftlichen Hilfskräften oder auch von ausländischen Tutorinnen und Tutoren klärt sich in diesen Tagen vieles quasi nebenbei. Und wenn nicht, dann hilft eben die Beratung im International Center weiter oder es stehen hilfsbereite Menschen im Studentenwerk und im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) bereit. Immer wieder begleiten Menschen mit intimeren Kiel-Kenntnissen die Neuankömmlinge auch direkt bei Behördengängen oder zu anderen Stellen, mit denen sich die Neuen schwertun.
Genauso gern wie Studierende begrüßt das International Center Forschende und Lehrende aus dem Ausland. Verschiedene Programme und zahlreiche Partnerhochschulen bieten entsprechende Möglichkeiten, drei universitätseigene Gästehäuser erweisen sich laut Schmode als »große Erleichterung«, wenn es um die Unterbringung von jährlich etwa 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geht.

Martina Schmode, International Center. Foto: Uni Kiel
Gleichwohl darf das hiesige Bildungssystem nicht alle aufnehmen, die sich aus dem Ausland bewerben. Entscheidend ist ihre Qualifikation, die im Grundsatz ebenfalls vom International Center geprüft werden muss. Vereinfacht wird dieses mühselige Geschäft seit einigen Jahren von einer bundesweiten Stelle namens »uni-assist«, die nach den Vorgaben der CAU alle Bachelor- und Master-Bewerbungen bewertet und dabei auf die Gleichwertigkeit der Bildungsabschlüsse achtet.
Durchaus penibel kann es dabei in den Masterstudiengängen hergehen, wo Studierende aus dem Ausland – übrigens ebenso wie solche von anderen deutschen Unis – recht konkrete Qualifikationen aus dem Bachelor-Studium mitbringen müssen. Das International Center findet dann gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen heraus, ob die Kompetenzen zu dem gewünschten Studienfach passen und beispielsweise speziell geforderte Sprachkenntnisse vorliegen. Für Promotionszulassungen liegt allerdings die alleinige Verantwortung beim International Center.
Martin Geist
www.international.uni-kiel.de
Zahlen
11 Internationale Studiengänge,
331 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler,
178 davon aus Europa,
3 Gästehäuser mit
120 Betten.
33 Deutschkurse vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen,
279 Teilnehmende an den Deutschkursen,
86 Teilnehmende am internationalen Sommerkurs des International Center, davon
30 aus Osteuropa,
23 aus Russland,
21 aus Asien,
4 aus Westeuropa,
3 aus Südamerika,
2 aus Afrika,
2 aus Skandinavien und
1 aus den USA.
Zuständig für die Pflege dieser Seite:
Pressestelle der Universität,
presse@uv.uni-kiel.de





