Proben im Gepäck
In einem deutsch-französischen Forschungsprojekt entwickelt Angela Holste eine neue Methode für die Proteinanalytik. Für ihre binationale Promotion pendelt die Chemikerin zwischen Kiel und Pau in Südfrankreich.

Im Kieler Labor werden Proteine einer Probe getrennt auf dieser Metallplatte gespeichert. Zur weiteren Analyse nimmt Angela Holste die Platte mit nach Südfrankreich.
Um Proteine in einer Probe zu analysieren, braucht es spezielles Knowhow und ausgefeilte Technik. Professor Andreas Tholey vom Exzellenzcluster Entzündungsforschung ist Experte auf diesem Gebiet und hat am Institut für Experimentelle Medizin die Abteilung »Systematische Proteomics und Bioanalytik« aufgebaut. Tholey und sein Team, zu dem auch Angela Holste gehört, entwickeln Methoden und Techniken zur Proteinanalytik weiter und wenden diese auf konkrete Fragestellungen zum Beispiel aus dem Bereich der Entzündungsforschung an.
Für das Verständnis von Vorgängen in der Zelle ist es wichtig, die Proteine zu identifizieren, die in einem bestimmten biologischen Zustand in einer Zelle vorhanden sind. Wenn man weiß, dass in biologischen Proben 100.000 verschiedene Proteine vorkommen, kann man sich vorstellen, wie aufwändig diese Analytik ist. Zumal nicht nur die Art der Proteine von Bedeutung ist, sondern auch deren mengenmäßige Verteilung. Erschwert wird die Analyse zusätzlich durch die variable Struktur. »Ein Protein hat viele Möglichkeiten, chemische Reaktionen einzugehen und verändert damit seine Struktur. Mit der Struktur verändert sich auch die Funktion«, erklärt Tholey. »Wenn wir plötzlich erschrecken und rot werden, sind dieselben Proteine wie vorher vorhanden, die werden innerhalb unseres Körpers nur chemisch modifziert. Unsere Aufgabe ist herauszufinden, wie das Protein unmodifiziert und modifiziert aussieht.«

In kleinen Flaschen wartet das Ausgangsmaterial für Grundlagenforschung, die Proteine, auf einen Einsatz Foto: pur.pur
Vorteilhaft für die weitere Karriere ist diese Arbeit aber nicht nur der Sprache wegen, davon ist die Wissenschaftlerin überzeugt. »Dieses Labor ist einzigartig in Europa. Das heißt, die Kontakte sind sehr viel wert. Vielleicht bleibe ich auch in Frankreich. Mir gefällt es hier schon sehr gut.« Auch ihr deutscher Doktorvater, Andreas Tholey, sieht die Berufsaussichten seines Schützlings optimistisch: »Sie lernt perfekt Französisch und eröffnet sich damit den französischen Arbeitsmarkt. Das sollte man nicht unterschätzen. In Frankreich gibt es im Chemiebereich viele Möglichkeiten.«
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