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unizeit Nr. 70 vom 11.02.2012, Seite 8  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Angekommen im Reich der Mitte

Das einjährige Master-Programm »China Studies« an der Zhejiang-Universität in Hangzhou bietet die Chance für tiefere Einblicke in das Land.


Katrin Käis (Zweite von links), Anna Prohorenko (Studentin der TU Berlin) und Eline Joosten schwingen den Pinsel im Kalligraphieunterricht von Lehrer Zhou Lincheng (ganz links).

Wer nach Hangzhou kommt oder von dieser Neun-Millionen-Stadt etwa 180 Kilometer südwest­lich von Shanghai gehort hat, kennt wohl die Aussage Marco Polos, der sie als die schönste Stadt der Welt beschrieb. Obwohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich nicht ganz einig sind, ob es diesen Besuch wirklich gab, konnen wir nur bestätigen, dass Hangzhou eine sehr lebens- und liebenswerte Stadt ist.

Wir, das sind vier Frauen und ein Mann, die an der CAU studieren oder dort ein Studium abgeschlossen haben. Seit September 2011 sind wir im China-Studies-Programm an der Zhejiang-Universitat in Hangzhou eingeschrieben und haben uns hier wirklich gut eingelebt. Die Menschen sind sehr freundlich und zuvorkommend und trotz des Metropolenfeelings ist man schnell in der Natur. Das konnten wir während des »Trail Walks 2011« erleben. Bei dieser Aktion sind wir zusammen mit 1500 chinesischen Studierenden in kleinen Gruppen neun Stunden lang durch die Berge Hangzhous gewandert und waren erstaunt, was fur schöne Ecken es in einer Metropole geben kann.

Das China-Studies-Programm ist international ausgerichtet. Unterricht haben wir gemeinsam mit Studierenden aus Italien und den USA. Weil alle einen unterschiedlichen Interessen- und Studienhintergrund haben, gibt es oft gute Diskussionen mit vielen abwechslungsreichen Beiträgen. Die größtenteils chinesischen Professoren, die uns unterrichten, haben alle Auslandserfahrungen. Sie kennen daher andere Kulturen und deren Einstellungen zu ihrer Heimat. Überrascht hat uns, wie offen sie auch über »heikle« Themen, beispielsweise Tibet oder Taiwan, sprechen und wir so neue Sichtweisen entwickeln konnten.

»Hangzhou«

Das Kursangebot ist vielfältig. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem sozioökonomische Entwicklung, Politik, Wirtschaft und Medien in China sowie die Geschichte Chinas. Da hier das Semester nur acht Vorlesungswochen hat, dauert jede Vorlesung vier akademische Stunden (4 SWS). Bei durchschnittlich sechs Kursen pro Semester ist dies mit Vor- und Nachbereitung ein hohes Pensum. Darüber hinaus bietet die Uni viele Exkursionen an, damit wir die Umgebung noch besser kennenlernen und China nicht nur erlernen, sondern auch erleben. Die Unterrichtssprache ist meistens Englisch, ein Kurs (interkulturelle Kommunikation) wird sogar auf Deutsch angeboten. Das Erlernen der chinesischen Sprache steht nicht im Zentrum des Programms. Es geht vielmehr darum, China besser kennenzu- lernen. Dementsprechend schleppend sind unsere Chinesischfortschritte. Auf dem Campus kommt man gut ohne Chinesisch aus, aber für den Alltag, für die Verständigung außerhalb des Unigeländes, könnten bessere Chinesischkenntnisse nicht schaden.

Neben den Verständigungsschwierigkeiten mussten wir uns auch noch an die chinesische »geregelte Flexibilität« gewöhnen. Während in Deutschland Termine schon Monate im Voraus geplant werden und ein Leben ohne Terminkalender nicht vorstellbar ist, werden hier viele Dinge sehr spontan und kurzfristig festgelegt. Die Kommunikation mit unserem China- Studies-Programm-Büro läuft immer reibungsloser – beide Seiten scheinen sich einander anzupassen. So wurde unsere Bitte nach Chinesischunterricht im nächsten Semester ernst genommen und auch umgesetzt. Wir freuen uns auf ein weiteres halbes Jahr in China und können diese Erfahrung nur weiterempfehlen.

Eline Joosten, Sören Schulz-Streeck und Katrin Käis
Masterprogramm »China Studies«
Die renommierte Zhejiang-Universität bietet Studierenden der CAU die Möglichkeit in Hangzhou mit einem Stipendium »China Studies« zu studieren und einen chinesischen Mastertitel zu erwerben. Der Studiengang kombiniert Grundlagen der chinesischen Sprache und Kommuni­kation mit Studien über das gegenwärtige China. Ziel dieses in der chinesischen Hochschul­landschaft einzigartigen Studiengangs für internationale Studierende ist, Chinakompetenzen zu erwerben. Er schließt mit einer Masterarbeit auf Englisch ab. Zusätzlich ist eine Zusammen­fassung in chinesischer Sprache zu verfassen. (ne)

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