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Nr. 71, 07.04.2012  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Umweltschutz aus einem Guss

Die Uni Kiel produziert viel Wissen und verbraucht dabei viele Ressourcen. Diesem Problem rückt sie systematisch zu Leibe.


Fürs Stromsparen lohnen sich auch viele Kleinigkeiten, zum Beispiel den Computer auszuschalten oder die Treppe statt des Fahrstuhls zu benutzen. Foto: iStock (links), pur.pur (rechts)

30 Millionen Kilowattstunden Strom fließen pro Jahr durch die Leitungen auf dem Campus. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 8.000 Durchschnittshaushalten. Nicht weniger spektakulär nimmt sich der Wasserbedarf von jährlich 150 Millionen Litern aus. Auf der anderen Seite sind in Kiel selbst im Vergleich mit den wenigen deutschen Hochschulen, die inzwischen ein zertifiziertes Umweltmanagement betreiben, der Wärmeverbrauch und die Abfallmengen erfreulich gering.

Für Dr. Norbert Kopytziok, Anfang 2011 zum ersten Koordinator für Umweltmanagement an der Universität berufen, sind solche positiven Aspekte jedoch kein Grund sich zurückzulehnen. »Strom und Wasser muss unsere besondere Aufmerksamkeit gelten«, fordert der seit 25 Jahren in den Umweltwissenschaften tätige Ingenieur.

Der von Kanzler Frank Eisoldt geleitete und mit Vertreterinnen und Vertretern aller Fakultäten besetzte Arbeitskreis Umweltmanagement hat sich dazu in seinen Ende 2011 beschlossenen Umweltleitlinien ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2014 soll demnach der Stromverbrauch um zehn Prozent gesenkt werden. Gelingen kann das nach Einschätzung von Kopytziok ohne nennenswerte Investitionen. Licht an, nur wenn es nötig ist, an den Ausschaltknopf des Rechners denken, statt des Aufzugs die Treppe benutzen: Solche Kleinigkeiten läppern sich, weiß der Umweltmanager. Aufklärung und strikte Freiwilligkeit sind aus seiner Sicht die wichtigsten Voraussetzungen, um die 24.500 Studierenden und fast 3.500 Beschäftigen für eine derart alltagsnahe Umweltbewegung zu gewinnen.

Sage und schreibe 160 Öko-Ideen konnten so binnen weniger Monate benannt werden. Die Anregungen kamen sowohl von Studierenden als auch vom Uni-Personal. Ihnen steht ein Ideenpool im Internet zur Verfügung. Zusätzlich wurden Pilotprojekte ausgewertet und Vorschläge der Mitglieder des Arbeitskreises Umweltmanagement eingebracht. Damit sich all diese Beiträge nicht verzetteln, will die Uni ihre Bemühungen entsprechend bündeln. EMAS nennt sich das formale Korsett dafür. Das aus dem Englischen abgeleitete Kürzel steht für »The European Eco-Management and Audit Scheme« und lässt sich mit »System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung« übersetzen.

Konkret verbirgt sich dahinter ein vielstufiges und als besonders anspruchsvoll geltendes Bewertungsverfahren. Von einer umfassenden Bestandserhebung Bestandserhebung über die Formulierung von Umweltzielen und die zeitlich hinterlegte Auflistung ganz konkreter Schritte geht der Weg bis hin zur Prüfung durch ein externes Gutachten. Geschafft ist dieser Weg noch nicht ganz, doch trotz der selbstauferlegten sehr knappen Fristen liegt das Projekt laut Kopytziok »völlig im Zeitplan«. Die nächste große Hürde ist in diesem Sommersemester ein internes Audit, bei dem sich die Uni quasi mit den Augen der externen Prüfperson betrachtet, um abzuschätzen, ob im Ernstfall ein Erfolg winken würde. Fällt die Antwort positiv aus, dann könnte das Verfahren schon zum Jahreswechsel abgeschlossen und von einem Zertifikat samt offizieller Umwelterklärung der Uni Kiel gekrönt werden.

Das wäre dann zwar schön, aber immer noch kein Grund sich zurückzulehnen. »Letztlich werden Umwelt- und Klimaschutz nicht auf dem Papier gemacht, sondern dazu braucht es immer wieder ganz konkretes Handeln«, formuliert Kopytziok sein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit als Daueraufgabe.

Martin Geist

Weitere Informationen unter: www.umweltmanagement.uni-kiel.de
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