Spielerisch statt babylonisch
Wenn der Jurist die Meeresbiologin verstehen soll, bedarf das einiger Anstrengung. Der Kieler Wissenschaftsnachwuchs probiert es mit innovativen Vortragstechniken.

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Gewisse babylonische Züge nahm die Kommunikation tatsächlich besonders bei der Premiere vor zwei Jahren in Hamburg an. Appelle an die Allgemeinverständlichkeit der Beiträge führten ein Jahr später dazu, dass es schon deutlich besser wurde. Trotzdem machte sich das ehrenamtliche Kieler Organisationsteam Gedanken darüber, wie wissenschaftliche Vorträge dank experimenteller Elemente noch verständlicher werden können.
Meereswissenschaftler Jörn Schmidt steuerte eine Idee bei, die vor knapp zehn Jahren erstmals in Japan aufkam und Pecha Kucha heißt. Pecha Kucha bedeutet so viel wie Stimmengewirr oder wirres Geplauder und bezieht seine Wirkung aus strikt vorgegebenen Regeln und Vortragstechniken. 20 Folien beziehungsweise Powerpoint-Vorlagen müssen dabei gezeigt und dürfen jeweils nur 20 Sekunden erläutert werden. Der Wechsel geschieht automatisch, so dass nicht getrickst werden kann und jeder Vortrag exakt sechs Minuten und 40 Sekunden dauert.

Ursprünglich hatte das Kieler Organisationsteam den Plan, die gesamte Nachwuchskonferenz nach diesen Modellen abzuhalten. »Das war aber ein etwas zu ehrgeiziger Ansatz«, berichtet Ute Kapaun von zahlreichen Bedenken gegen derart geballte Neuerungen. Möglich wurden zur Premiere immerhin zwei Twin Talks und vier Pecha-Kucha-Vorträge. Ein Anfang, auf dem der Forschungsnachwuchs im kommenden Jahr aufbauen möchte. Neu in Kiel war auch eine akademische Schnitzeljagd. Anhand ausgelegter kurzer Informationsblätter gab es die Möglichkeit, das dazugehörige wissenschaftliche Poster zu finden und einen kleinen Preis als Belohnung zu erhalten. »Ein Spiel mit dem Spieltrieb«, erläutert Kapaun, die sich davon mehr Neugier auf fremde Disziplinen erhofft.
Martin Geist
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