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Nr. 75, 15.12.2012  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Kulturelle Kompetenz

Damit Studierende nicht nur Romane interpretieren, sondern auch Autoren­lesungen organisieren können, gibt es am Romanischen Seminar seit zehn Jahren einen Kulturmanagement-Kurs.


Foto: Eva-Maria Karpf

Agnes Trenka hat im Dezember 2011 ihren Magister in Spanisch abgeschlossen. Im Februar begann sie ein Volontariat im Kulturbüro Neumüns ter. »Die Arbeit im Kulturbereich empfinde ich als spannend, vielfältig und bedeutungsvoll«, sagt die 26-Jährige. »Mein Interesse an diesem Arbeitsbereich wurde vor allem durch den Kulturmanagement- Kurs geweckt.«

Im Wintersemester 2002/03 wurde am Romanischen Seminar dieses Angebot eingeführt, das über zwei Semester läuft. »Im ersten Semester geht es um die Grundlagen, im zweiten Semester müssen die Studierenden ihr Wissen praktisch umsetzen«, erklärt Professor Javier Gómez-Montero, der das berufsqualifizierende Angebot eingeführt hat. Die Inhalte entwickelte er in Zusammenarbeit mit Professorin Anne-Marie Autissier, Direktorin des Kulturmanagement-Studiengangs an der Pariser Universität.

Dr. Karina Gómez-Montero, Professor Jens Langholz sowie Referentinnen und Referenten aus der Praxis vermitteln Wissen über Betriebsführung, Organisation, Recht, Rhetorik, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, alles verbunden mit interkultureller Kompetenz. »Letzteres ist ein wesentlicher Unterschied zum Kulturmanagement-Angebot in der Germanistik«, sagt Javier Gómez- Montero. »Wir sprechen darüber, wie man in Frankreich und Spanien im Geschäftsleben miteinander umgeht.« Aus deutscher Sicht erscheine da manches spontan und chaotisch.

»Eine erfolgreiche Kommunikation hängt mit davon ab,
ob man sich sympathisch ist.«


Agnes Trenka hat im Kurs mit ihrer Gruppe eine wissenschaftliche Tagung zu dem Autor Gonzalo Torrente Ballester organisiert. »Zu unseren Aufgaben gehörten zum Beispiel Pressearbeit, die grafische Gestaltung des Programms und die Betreuung der Tagungsgäste«, zählt sie auf. »Dabei hatten wir viel Freiheit, wurden aber auch sehr gut betreut.« Diese Erfahrung brachte Trenka dazu, ein Praktikum im Kulturbüro Neumünster zu machen. »Ich habe dort dann öfter ausgeholfen, und als das Volontariat ausgeschrieben wurde, hat man mich zur Bewerbung eingeladen – es passte gut, dass ich gerade mit dem Studium fertig war.«

Jetzt organisiert Agnes Trenka in Neumünster unter anderem Konzerte für Jugendliche, arbeitet an einem Theaterjugendprojekt mit und assistiert beim Kulturfestival »Kunstflecken«. Das Wissen aus dem Kulturmanagement-Kurs könne sie dabei ständig anwenden, berichtet sie: »Schon öfter habe ich meine Mappe aus dem Studium hervorgeholt und etwas nachgeschlagen.«

Rund 100 Studierende, so schätzt Professor Gómez-Montero, haben in den vergangenen Jahren den Kulturmanagement- Kurs absolviert. »Zu Beginn war der Andrang groß, durch die Einführung des Bachelor ist die Zahl jedoch etwas zurückgegangen.« Künftig soll das Angebot auch für Master- Studierende verfügbar sein – wie das genau aussehen wird, tüftelt man am Romanischen Seminar noch aus. In jedem Fall profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch die Universität von dem Angebot. »Das Wissen aus den Projekten bleibt uns erhalten«, sagt Gómez-Montero. »Wir haben jetzt zum Beispiel ein Marketingkonzept für unsere Projekt-Publikationen beim Verlag Ludwig.« (Eva-Maria Karpf)
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