Suchen Sitemap Kontakt Impressum

Studierende | Studieninteressierte | Presse | Fördern
Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte | Alumni | Wirtschaft | Intranet

Zur Startseite

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Unizeit – Nachrichten aus der Universität Kiel

unizeit Nr. 75 vom 15.12.2012, Seite 4  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung

Aufwind für Startups

Raus aus dem Hörsaal, rein ins Unternehmertum – das will die Uni Kiel mit einem Konzept aus einem Guss fördern.


Foto: Digital Stock

32 Frauen und Männer ließen sich zwischen 2009 und 2011 von Fachleuten der Uni Kiel beim Aufbau einer eigenen Existenz begleiten. Entsprechende Beratungsdienste nahmen sogar 50 in Anspruch, was aus Sicht von Vizepräsidentin Birgit Friedl darauf hindeutet, dass etliche Gründungen noch in der Vorbereitungsphase sind. Hinzu kommt noch eine unbekannte Zahl von Leuten, die sich nach dem Studium einfach so selbstständig gemacht haben und in keiner Statistik auftauchen.

Ganz schlecht sieht es mit dem unternehmerischen Geist an der Universität also nicht aus, Steigerungen sind nach Friedls Überzeugung aber trotzdem möglich. In naher Zukunft will es die Hochschule auf jährlich 20 Gründungen bringen, längerfristig auf 25.

»Nicht auf die Gründer warten, sondern den Gründungsgedanken wecken«, lautet nach den Worten der Betriebswirtin das vielleicht wichtigste Rezept dafür. Dazu hat die Uni ein Gesamtpaket geschnürt, das sich KITE nennt und, das englische Wort für Drachen zitierend, eine Sache mit strammer Zugkraft symbolisiert. Hinter den einzelnen Buchstaben verbergen sich die Worte Kiel, Innovation, Technologie und Entrepreneurship – mithin die entscheidenden Elemente dieses in Grundzügen bereits vorhandenen Pakets.

Gerecht werden will die Hochschule damit Gründungswilligen aller Schattierungen. So spielen bei technologiebasierten Startups Fragen des Patenrechts und der nicht selten große Kapitalbedarf eine wichtige Rolle. Wissensbasierte Existenzgründungen, die oft aus der Philosophischen Fakultät hervorgehen, brauchen dagegen Unterstützung bei der Ausarbeitung von Businessplänen oder bei der Konstruktion einer geeigneten Rechtsform ihres Unternehmens.

Gefördert werden soll der Gedanke an eine Selbstständigkeit freilich schon viel früher. Vom Bachelorstudium über die Promotion und letztlich bis hin zur Weiterbildung will die Uni auf allen Ebenen Lehrangebote schaffen, die sich in unterschiedlicher Form mit unternehmerischem Denken befassen. Auch gilt es laut Professorin Friedl, den Gründungsgedanken effektiver zu kommunizieren als in der Vergangenheit. Bisher kommen bereits erfolgreiche Chefinnen oder Chefs zu Vorträgen an die Uni, nun werden ein stringenteres Konzept und weitere Formen der hochschulinternen Öffentlichkeitsarbeit angestrebt.

Wachsen soll außerdem der Stellenwert des Services. Die Beratung von Gründungswilligen funktioniert bereits gut, mehr tun will die Uni künftig speziell für Leute, die zwar gute Ideen, aber zu wenig Kapital haben. Partnerorganisationen wie die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) und die Investitionsbank spielen dabei eine wichtige Rolle.

Im September hat sich außerdem das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) formiert, das Teams oder Einzelpersonen, die kurz vor oder am Anfang der Gründung stehen, handfeste Unterstützung bieten soll. Egal ob kurzfristiger Raum- oder Beratungsbedarf, in jedem Fall ist schnelle Hilfe das Ziel. Auch soll das ZfE ein firmenrechtliches Dach bieten, unter das Gründerinnen und Gründer in der ersten Zeit schlüpfen können. Möglich ist eine eigene GmbH der Uni, eine Ko operation mit einer bereits bestehenden Gesellschaft oder die Zusammenarbeit mit einer Stiftung.

Über Sinn und Unsinn eines solchen Engagements seitens der Hochschulen muss offenbar nicht diskutiert werden. Friedls Kollege Professor Achim Walter hat über einen längeren Zeitraum 400 Existenzgründungen mit akademischen Ursprüngen verfolgt und festgestellt, dass die überwiegende Zahl der neuen Firmen dauerhaft im Umkreis von zehn Kilometern der jeweiligen Hochschule bleiben.

»Gründungsförderung ist zugleich Wirtschaftsförderung «, bringt es Birgit Friedl auf den Punkt und hofft, dass die Initiative in Kiel bald einen Schub aus Berlin bekommt. Die Uni Kiel hat sich am Wettbewerb EXIST IV beteiligt und bewirbt sich ebenso wie 31 Konkurrenten um zehn zu vergebende Zusagen, die eine Förderung von bis zu fünf Millionen Euro wert sind. Für Januar wird die Entscheidung erwartet, doch selbst wenn es nicht klappt, will die CAU an ihrem KITE-Konzept festhalten. (Martin Geist)
Zum Seitenanfang  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE   Druckfassung



Zuständig für die Pflege dieser Seite: Pressestelle der Universität, presse@uv.uni-kiel.de