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Nr. 77, 06.07.2013  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Strom sparen ist das Wichtigste

Bis 2030 möchte die CAU klimaneutral werden. Das Klima­schutzkonzept »klik« beschreibt, welche Schritte dazu notwendig sind.


Foto: iStockphoto

In den vergangenen zwei Jahren hat die CAU ein zertifiziertes Umweltmanagement eingerichtet. »Die Kieler Universität ist damit eine von 14 deutschen Hochschulen, die ein gültiges EMAS- Zertifikat haben«, sagt Dr. Norbert Kopytziok, Koordinator der Klimaschutzaktivitäten. EMAS steht für »Eco-Management and Audit Scheme«. Die zertifizierten Hochschulen verpflichten sich damit, regelmäßige Umwelterklärungen zu veröffentlichen, in denen sie Leitlinien, Ziele und Ergebnisse ihrer Bemühungen um eine höhere Energieeffizienz beschreiben. Jedes Jahr wird von unabhängigen Stellen neu überprüft, ob die Ziele erreicht wurden und das Zertifikat noch weiter geführt werden darf.

Zu den Umweltleitlinien der Kieler Universität gehören beispielsweise eine umweltverträgliche Mobilität, die Beteiligung aller Uni-Angehörigen und die effiziente Nutzung von Ressourcen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sollen nicht nur zum festen Bestandteil von Planungen, son­dern auch als Thema in der Lehre berücksichtigt werden. »Studierende tragen diese Erkenntnisse ja weiter in die Unternehmen, in denen sie später arbeiten«, erklärt Kopytziok. Eine der wichtigsten Stellschrauben ist für den Klimaschutz-Koordinator der Stromverbrauch der Universität.

»Die Stromkosten betragen im Moment rund vier Millionen Euro im Jahr.«


Der Wärmeenergieverbrauch sei dagegen stabil, die Mengen bei Wasser und Abfall bewegen sich bereits auf einem niedrigen Niveau. Die Stromkosten hingegen steigen jährlich um drei Pro­zent. »3.500 Menschen arbeiten an der Universität. Natürlich benötigen fast alle in ihren Büros und Laboren PCs, Drucker und weitere technische Geräte. Hinzu kommen die Studierenden, die auch mal private Handys und Laptops an das Stromnetz der CAU anschließen«, sagt Kopytziok. Serverräume, Schwimmhalle und Kühlräume tragen ebenfalls zum Stromverbrauch bei.

Ein wesentliches Umweltziel der Universität ist deshalb, den Stromverbrauch bis 2014 um zehn Prozent gegenüber 2011 zu senken. Damals wurden an der CAU 28.314 Megawattstunden Strom verbraucht. »Wir setzen beim Stromsparen auf die Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Studierenden«, so Kopytziok. Am Geographischen Institut haben Studierende bereits eine Stromsparinitiative ins Leben gerufen (siehe Unizeit Nr. 65). Kopytziok tüftelt noch an der Frage, wie man besonders stromsparende Institute und Einrichtungen belohnen kann.

Ein weiteres Umweltziel ist, dass bis 2014 ein Viertel des Stroms aus erneuerbaren Energie­quellen stammen soll – derzeit sind es 17 Prozent. »Das kann die Kosten zunächst erhöhen«, sagt Norbert Kopytziok. Es gebe allerdings einige Möglichkeiten, auf dem Universitätsgelände selbst Strom zu gewinnen. Mirko von Lutzau vom Gebäudemanagement der CAU hat sich dazu bereits Gedanken gemacht. »Wir prüfen gerade, wo Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern möglich sind«, sagt er. Auch Blockheizkraftwerke, Windanlagen und die Energiegewinnung aus Grünschnitt und Holzabfällen seien denkbar. Zudem könne man innovative Ideen aus der universitären Forschung unter realen Bedingungen testen. Von Lutzau warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen: »Eine energetische Selbstversorgung erreichen wir nicht von heute auf morgen.«

So bleibt als wichtigstes Ziel das Sparen von Strom. Und das fängt in jedem einzelnen Büro an. Mit Tagungen, Vorträgen und Umwelt-Veranstaltungen will Norbert Kopytziok alle Uni-Angehö­rigen für das Thema sensibilisieren. Das fange damit an, dass Licht und Geräte nicht den gan­zen Arbeitstag lang eingeschaltet sein müssten, sondern nur dann, wenn man sie wirklich gerade brauche. »Es bringt schon etwas, wenn von 3.000 Monitoren 25 Prozent abgeschaltet werden.«

Eva-Maria Karpf

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