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Nr. 81, 12.07.2014  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Nicht mit Geld aufzuwiegen

2011 war die Uni Kiel die erste schleswig-holsteinische Hochschule, die ins Deutschlandstipendium einstieg. Heute betreibt sie dieses Programm mit heraus­ragendem Erfolg.


Auch kleine Summen helfen, zum Beispiel eine Spende an die Universitätsstiftung. Das Geld fließt direkt in die Verbesserung von Lehre und Forschung an der CAU.

Nur eingeschränkten Jubel löste das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ein­geführte Gesetz zur Vergabe von Deutschlandstipendien am Anfang bei Medien sowie einigen Hochschulen aus. Hauptkritikpunkt: Die Förderung sei zu elitär angelegt und komme vorrangig denjenigen zugute, die gar keiner Unterstützung bedürfen.

Sabine Große-Aust, in der Geschäftsführung des CAU-Präsidiums für das Deutschland­stipendium zuständig, hält diese Bedenken für längst widerlegt. 222 jeweils einjährige Stipendien hat die Uni inzwischen vergeben, aktuell erhalten 86 Studierende diese Förderung. Von diesen Studierenden empfängt immerhin ein Drittel BAföG – ein Indiz dafür, dass diese Förderung auch Töchtern und Söhnen aus weniger vermögenden Elternhäusern zugute kommt.

Auch was die Voraussetzungen angeht, ist das Programm der CAU flexibel. Zwar steigen die Chancen mit einer entsprechend guten Abi-Note, doch die Vergabe an der Kieler Universität orientiert sich an weiteren Kriterien. Punkte sammelt, wer sich in der Freiwilligen Feuerwehr, im Sportverein, als Mentor für ausländische Studierende oder anders sozial engagiert. Ein zu betreuendes Kind oder Migrationshintergrund beeinflussen die Chancen auf eine Förderung ebenfalls positiv.

Die Vergabe der Stipendien können Stifterinnen und Stifter mitgestalten. Auf Wunsch geben sie ein Stipendium an den oder die Beste eines Faches, das ihnen am Herzen liegt. Oft entscheiden sie sich dabei für mathematischnaturwissenschaftliche und technische Fächer. Damit die Mittel gleichmäßig auf alle Fächer verteilt werden, gehen viele fachlich ungebundene Stipendien an Studierende in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Auch Stipendien außerhalb des Deutschlandstipendiums können an der CAU vergeben werden. So band etwa ein Mediziner sein gestiftetes Stipendium daran, dass die Abi-Note des oder der Geförderten nicht besser als 2,5 ist und ein interessanter Lebenslauf vorgewiesen werden kann.

Über alle Disziplinen hinweg ist das Interesse am Deutschlandstipendium von Seiten der Studierenden beachtlich. Im ersten Jahr gab es an der CAU noch 130 Bewerbungen, heute sind es mehr als 400. Sabine Große-Aust erklärt das mit dem gewachsenen Bekanntheitsgrad des Programms und auch mit der attraktiven finanziellen Seite. Ein Jahr lang monatlich 300 Euro zusätzlich, und das ohne Anrechnung auf BAFöG oder andere Auflagen, entlastet entlastet das zumeist schmale Budget der Studierenden spürbar.

Stifterinnen und Stifter geben zu jedem Stipendium 1.800 Euro. Die andere Hälfte des Stipendiums steuert das Bundesministerium für Bildung und Forschung bei. Auch kleinere Beiträge können Stipendien stiften, dazu können Spenden in jeder Höhe in den Stipendienfonds der Universitätsstiftung eingezahlt werden. Wie Große-Aust betont, gibt es zudem jede Menge Vorteile, die nicht mit Geld zu messen sind. »Wer ein Stipendium vergibt, kommt zu aufschlussreichen Begegnungen mit jungen Leuten und kann sich frühzeitig für begehrte Fachkräfte interessant machen.«

Viele stiftende Unternehmen bieten den Stipendiatinnen und Stipendiaten zusätzliche Praktika an, und sehr häufig kommt es auch in anderer Weise zu Begegnungen zwischen jenen, die Geld geben, und jenen, die es erhalten. Regelmäßig damit verbunden sind laut Sabine Große-Aust Erfahrungen und Kontakte, die sich über das gewöhnliche Studium kaum ergeben hätten. »Gerade diese ideelle Förderung ist ganz wichtig«, hebt die Referentin für private Wissen­schaftsförderung hervor. Gemeinsam mit anderen Gutes zu tun, bringt neben Freude also auch viele andere Vorteile.

Wenn in diesem Jahr am 22. Oktober im Kieler Ratssaal feierlich die neuen Stipendien vergeben werden, sind diese außerdem noch Jubiläumsstipendien, da die Universität 2015 ihr 350. Jubi­läum feiert. Zu diesem Jubiläum möchte die Universität gern auch das 350. Stipendium in diesem Programm vergeben. Spenden in den Universitäts-Fonds wie auch gestiftete Stipendien sind jederzeit willkommen.

Martin Geist

► www.stipendien.uni-kiel.de
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