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Nr. 84, 10.10.2015  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Neuer Olympischer Rückenwind

Kiel will es noch einmal wissen – und bewirbt sich an der Seite Hamburgs um die Olympischen Spiele 2024. Auch für die CAU kann das enorme Chancen mit sich bringen.


Gelebte Nachhaltigkeit: Das ehemalige Olympische Segelzentrum in Schilksee wird heute von der Kieler Uni weiterverwendet. Hier, im größten universitären Segelzentrum Deutschlands, kommen jedes Jahr 1500 Menschen mit dem Segelsport in Berührung.

Natürlich ist Bernd Lange für Olympia. Schon aus rein beruflichen Gründen. Der Mann ist Geschäftsführer des Sportzentrums, von sei­nem Bürofenster im ersten Stock sieht er jeden Tag, wie sich über tausend Menschen die Klinke des Sportforums in die Hand geben. Alles sportbegeisterte, aktive Leute, die auch der Olympiakampagne Kiels einen ordentlichen Rückenwind geben. »Wir bekom­men viele positive Rückmeldungen«, sagt Lange, und überhaupt scheint es so, als wenn Feuer und Flamme für Olympia längst auf dem Campus angekommen sind.

Schon sehr früh, Ende vergangenen Jahres, noch bevor die Landeshauptstadt überhaupt auf nationaler Ebene an der Seite Hamburgs als Austragungsort für die Segelwettbewerbe nominiert wurde, hatte die Uni dem Bewerber- Duo ihre Unterstützung zugesagt. Und dabei sicher auch an 1972 gedacht, dem Jahr der letzten Olympischen Segelwettbewerbe in Kiel. Von den Spielen zehrt die Stadt bis heute, schließlich bescherten sie Kiel einen Autobahnanschluss, eine neue Hochbrücke und jede Menge weiterer Infrastruktur.

Und auch die CAU selbst nutzte die Chancen. Im Olympiazentrum Schilksee unterhält die Uni heute das größte Segelzentrum an einer deutschen Hochschule. Rund 1.500 Studierende kommen hier in jeder Saison mit Pinne und Schot in Berührung, die Einrichtung ist auch mehr als 40 Jahre nach den Spielen bestes Beispiel für gelebte olympische Nachhaltigkeit.

»Ohne Olympia 1972 wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen«, sagt Lange, der sich auch von der aktuellen Bewerbung große Chancen und Potenziale verspricht. »Der Sport an sich und natürlich insbesondere das Segeln erfahren einen enormen Schub«, sagt er. Schon jetzt, neun Jahre vor möglichen Segelwettkämpfen in Kiel, beobachtet auch Maik Vahldieck, der Leiter des Segelzentrums, ein größeres Interesse am Wassersport. »Olympische Spiele«, sagt er, »bringen auch im Vorfeld schon eine ganze Reihe von Mitnahmeeffekten.«

Bekommt Kiel 2024 tatsächlich den Zuschlag, würde der Segel- und Freizeitstandort Schilksee enorm profitieren. Denn die Planer haben hier einiges vor. Wobei aber nicht schneller, höher, weiter gilt, sondern eher das Gegenteil. Wo immer es möglich ist, soll auf den bewährten Baubestand gesetzt werden. Neubauten sind nur dann geplant, wenn sie sinnvoll sind und wirtschaftlich nachgenutzt werden können. So ist vorgesehen, dass ein neuer Olympiaboulevard die Promenade der Spiele von 1972 mit einem markanten neuen Segelcampus im umgestalteten Hafenvorfeld und einem Publikumsbereich auf der dann neuen Südmole verbindet. Ein Hotel im Norden und das neue Olympische Dorf gleich nebenan runden die Planungen ab. Schilksee würde so zu einem neuen maritimen Zentrum, von dem nicht nur Sportler, sondern auch die Kieler profitieren. Und mit ihnen das Segelzentrum der Uni – wieder einmal.

Andersherum aber kann auch Olympia von der Uni und ihrer Internationalität profitieren. »Die CAU als Ganzes bietet ein enormes Potenzial«, sagt Lange. Da ist der sportwissenschaftliche Bereich mit den Spezialisierungen Ökonomie, Soziologie und Medizin. Da ist das sprachliche Knowhow, das vermutlich alle Landessprachen der Athletinnen und Athleten abdeckt. Und da sind Tausende junge Menschen, die sich für Olympia an der Förde einsetzen können – alles potenzielle olympische Volunteers. »Die Menschen an Hochschulen sind generell international eingestellt«, sagt Lange und hofft, dass von dieser Offenheit nun auch die Kieler Olympia-Kampagne beflügelt wird.

Björn Stähler
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