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Nr. 85, 23.01.2016  voriger  Übersicht  Übersicht  REIHEN  SUCHE 

Die Bibliothek der Bilder

Eine kleine Perle unter den Fachbibliotheken der Uni Kiel ist die Bibliothek der Kunsthalle. In deren Regalen geht es im wörtlichen Sinn äußerst bunt her.


In der Bibliothek der Kunsthalle gibt es nicht nur viel zu lesen, sondern auch viel zu sehen. Foto: pur.pur

Das gedruckte Wort ist die Seele jeder Bib­liothek. Genaugenommen aber nur fast jeder Bibliothek, denn in der Kunsthalle kommt es nicht allein auf inhaltsschwere Sätze an. »Es hat wenig Sinn, über Kunst zu schreiben und sie nicht zu zeigen«, nennt Kuratorin Dr. Dörte Zbikowski den entscheidenden Unter­schied zu anderen Bibliotheken. Von A wie Achenbach bis Z wie Zille füllen deshalb jede Menge Werke über Kunstschaffende und ihre Arbeiten die Regale des Hauses im Düstern­brooker Weg. Oft sind es thematische oder biographische Betrachtungen, häufig auch umfäng­liche Monografien.

Dass der aktuell gut 55.000 Bücher zählende Bestand durchaus rasant wächst, ist laut Dr. Zbi­kowski auch auf einen regen Tauschhandel mit anderen Kultureinrichtungen in Deutschland zurückzuführen. Jährlich publiziert die Kieler Kunsthalle durchschnittlich drei Kataloge zu ihren jeweiligen Ausstellungen und verteilt sie kostenlos in einem Netz von etwa 200 anderen Museen. Die wiederum tun dasselbe, sodass sich im Lauf der Zeit allerhand ansammelt.

Was absolut ins Konzept dieser Bibliothek passt: Im Gegensatz zur auf länger zurückliegende Epochen konzentrierten Fachbibliothek am Institut für Kunstgeschichte richtet die Fachbibliothek an der Kunsthalle ihren Fokus auf das 19., das 20. und das 21. Jahrhundert. Und lockt damit nicht nur Studierende einschlägiger Fächer an, sondern auch solche der Geschichts- oder der Sozialwissenschaften, Muthesius-Studierende und nicht zuletzt externe Nutzerinnen und Nutzer, die sich aus vielerlei Motiven mit Kunst beschäftigen.Mittwochs von 15 bis 20 Uhr sowie donnerstags und freitags von 12 bis 17 Uhr steht die Bibliothek Interessierten offen. Und manchmal auch der weiten Welt. Erst jüngst verlieh die Kunsthalle aus ihrer Graphischen Samm-lung etliche Werke von Käthe Kollwitz an das chinesische Nationalmuseum, denn in China ist diese Künstlerin mit ihren ausgeprägt naturalistischen Holzschnitten sogar bekannter als der große Picasso.

In die Fernleihe kommen Bücher aus der Kunsthalle aber nur »in sehr begründeten Ausnahmefällen«, betont Dörte Zbikowski. Das Wesen einer Präsenzbibliothek bestehe nun mal darin, dass nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer, sondern auch die Bücher präsent sind.

Das gilt auch für alle anderen 42 Fachbibliotheken der Uni Kiel, wobei dennoch strukturelle Veränderungen in anderer Hinsicht geplant sind. Mittel- und langfristig will die Universitätsbibliothek mehrere Bereichsbibliotheken auf dem Universitätscampus eröffnen. Bibliotheken aus räumlich und inhaltlich nah beieinanderliegenden Disziplinen sollen darin baulich zusammengelegt werden. So können sie professioneller betreut, besser ausgestattet und mit erweiterten Öffnungszeiten angeboten werden. Laut UB-Direktorin Dr. Else Wischermann wird das immer dann geschehen, wenn sich innerhalb des Sanierungs- und Baukonzeptes in den nächsten zehn bis 15 Jahren für die Universität ohnehin räumliche Veränderungen ergeben. Beispielsweise sollen die Fachbibliotheken der Gebiete Geographie und der Geowissenschaften ihre Bestände unter einem Dach vereinen.

Die Bibliothek der Kunsthalle wird ihre Eigenständigkeit indes bewahren. Sie ist einfach zu speziell und muss mit ihren Beständen für die Arbeit in der Kunsthalle in mittelbarer Nähe verfügbar sein.

Martin Geist
Leinen los, gemeinsam schreiben!
Am Donnerstag, 3. März, ist wieder eine »Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten«. Bereits zum dritten Mal erhalten bei dieser Gelegenheit Studierende aller Fächer und Semester Rat und Hilfe für ihre wissenschaftlichen Arbeiten. Von 16 bis 23 Uhr geht es in der Kieler Universitätsbibliothek Schreibblockaden und inneren Schweinehunden an den Kragen, wird Motivationsmangel und Prüfungsangst zu Leibe gerückt. In zahlreichen Workshops und Kurzvorträgen können sich Studierende rund um das Thema »wissenschaftliche Hausarbeit« umfassend informieren. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem wichtige Datenbanken zur Literaturrecherche, das richtige Zitieren und der angemessene Schreibstil sowie Tipps zur Präsentation.

Beantwortet wird zudem die Frage, mit welchen Methoden Studentinnen und Studenten, die den Anfang der Hausarbeit aufschieben, ins Schreiben kommen können. In fachlichen Einzelcoachings gibt es konkrete Hilfe bei individuellen Fragestellungen.

Das Programm steht ab Anfang Februar online auf der Website der UB. Veranstaltungsort ist die Zentralbibliothek in der Leibnizstraße 9. Der Eintritt ist frei. (isi)

www.ub.uni-kiel.de
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