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Nr. 91, 15.07.2017  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE 

Unternehmen mit Verantwortung

Kleinere und mittelgroße Unternehmen tragen große gesellschaftliche und ökolo­gische Verantwortung. Welchen Wert sie für Schleswig-Holstein haben, will ein Forschungsteam der Uni Kiel herausfinden.


Sie sichern Arbeitsplätze in der Region, unterstützen gemeinnützige Projekte und sind im Umwelt­schutz aktiv: Kleine und mittelgroße Unternehmen prägen die lokale Gemeinschaft. Wie diese Verant­wor­tungsübernahme genau aussieht, ist bisher aber relativ unklar. Studien und Forschungsprojekte konzentrierten sich meist nur auf das Engagement – oder das Fehlen eben dessen – von großen Unternehmen. Im neuen Forschungsprojekt »Gesellschaftliche und ökologische Verantwortung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein« sollen jetzt konkrete Daten erhoben werden. Seit Jahresbeginn führt das »Kiel Center for Philosophy, Politics and Economics« (KCPPE) der Uni Kiel eine repräsentative Studie durch.

»Wir vermuten, dass in diesem Bereich sehr viel passiert«, so Projektleiter Dr. Alexander Lorch. »Kleine und mittlere Unternehmen betrachten ihr Engagement in der Gemeinschaft oft als selbstverständlich und reden nicht viel darüber.« Dr. Alexander Lorch, Geschäftsführer des KCPPE, und Professor Ludger Heidbrink, Professur für Praktische Philosophie der Kieler Universität, wollen die Verantwortung und den gesellschaftlichen Wert dieser Unternehmen erfassen und dadurch besser sichtbar machen.

Darüber hinaus wollen die Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Herausforderungen identifizieren, mit denen die Unternehmen konfrontiert sind. Daraus sollen Handlungsempfehlungen an die Politik abgeleitet werden: »Wir wollen herausfinden, wo die Politik unterstützen und administrative Hürden abbauen kann, damit kleine und mittlere Unternehmen weiterhin ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwortung wahrnehmen können«, so Lorch.

In einem ersten Schritt entwickelte das Kieler Team einen Fragebogen für eine telefonische Befragung von Unternehmen. Unterstützung erhält das Projekt dabei von Martin Kunze, der bereits eine ver­gleich­bare Studie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt hat. Bis zu 450 Unternehmen werden aktuell zum Thema befragt. Dabei geht es vor allem um die Art des Engagements, etwa in den Bereichen Umwelt, Personal, Soziales und Kultur, sowie darum, wie ein Unternehmen zu seinem Engagement gekommen ist. Weiterhin werden politische Hürden und Wünsche im Bereich »Corporate Social Responsibility« (CSR), also gesellschaftliches und ökologisches Engagement, abgefragt.

Im zweiten Schritt erfolgt die systematische Auswertung der Ergebnisse. Die aus der Studie gewonne­nen Erkenntnisse sollen Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik zur Verfügung stehen und dabei helfen, künftige Entscheidungen zur Förderung kleinerer und mittelgroßer Unternehmen zu unterstützen. Zudem soll die Umsetzung von CSR-Maßnahmen für diese Unternehmen erleichtert werden.

Die Ergebnisse der Studie werden der Öffentlichkeit im Frühjahr 2018 vorgestellt. Das Forschungs­projekt wird von der Staatskanzlei im Rahmen der Landesentwicklungsstrategie Schleswig-Holstein 2030 mit rund 100.000 Euro finanziert.

Claudia Eulitz
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