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Nr. 94, 31.03.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

Die Kieler Uni ist ein Klimaschutz-Leuchtturm

Die Kieler Universität hat es im dritten Jahr in Folge geschafft, den Stromverbrauch auf einem niedrigen Niveau zu halten und bezieht seit Januar 2018 reinen Ökostrom.


Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs in Deutsch­land, oben, [Quellen: Umweltbundesamt 2016 / AG Ener­giebilanzen e.V. 2018] und des Stromverbrauchs an der CAU, unten. In den Jahren 2013 bis 2017 wurden an der CAU gegenüber dem Trend aus der Zeit von 2004 bis 2012 rund 26.000 MWh Strom im Wert von über vier Millionen Euro gespart. Grafik: pur.pur

Das Stromsparverhalten von vielen Stu­die­renden und Beschäftigten an der Chris­tian-Albrechts-Universität zu Kiel erfreut Kanz­lerin Claudia Ricarda Meyer: »Auf diese Weise wurden in den ver­gangenen vier Jahren nicht nur ton­nen­weise Treib­haus­gas­emis­sionen redu­ziert, sondern auch eine beträcht­liche Summe Geld gespart.«

Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Jahren auf hohem Niveau, und in den vergangenen Jahren stieg er sogar noch. Die Situation an der CAU ist eine andere. In den Jahren 2004 bis 2012 stieg der Stromverbrauch der CAU kontinuierlich um mehr als drei Prozent pro Jahr an. Das war der Grund für die Universi­täts­leitung, das Umwelt­manage­ment nach »Eco-Man­age­ment and Audit Scheme« (EMAS) zu implementieren. Schon im Jahr 2014 sank der Stromverbrauch gegen­über dem Vor­jah­resverbrauch um fünf Prozent und 2015 um weitere sieben Prozent. Dieses niedrige Niveau konnte – im Gegensatz zum Stromverbrauch in Deutschland – in den Jahren 2016 und 2017 noch weiter gesenkt werden (siehe Grafik), und das bei gestie­genen Studierendenzahlen.

Der Geschäftsführer des Gebäudemanagements, Dr. Uwe Pfründer, resümiert: »Hätte der Trend des Mehrverbrauchs an der CAU aus den 2000er Jahren angehalten, hätte die Kieler Universität in den ver­gan­genen vier Jahren rund 15.000 Tonnen Treibhausgasemissionen mehr verursacht. Und die Strom­kosten der CAU wären in diesen vier Jahren zusammengerechnet um über vier Millionen Euro höher ausgefallen«.

Zu diesem Erfolg haben vor allem Umstellungen am Rechenzentrum beigetragen. So wurde 2014 turnus­mäßig ein Hochleistungsrechner durch einen Nachfolger ersetzt, der bei halbem Stromverbrauch mehr als die doppelte Rechenleistung seines Vorgängers erzielt. Außerdem wurde die Serverkühlung auf ein energiesparendes System umgestellt. Für diese Maßnahmen wurden Dr. Holger Marten, Leiter des Rechenzentrums, Klaus-Peter Rohmann, Referatsleiter für den Technischen Betrieb und Service, und Arvid Steinhauer vom Referat für Gebäudetechnik und Planung ausgezeichnet. Sie erzielten den dritten Platz beim Deutschen Rechenzentrumspreis 2017 in der Kategorie »Energieeffizienzsteigerung durch Umbau in einem Bestandsrechenzentrum«.

Auch achten immer mehr Studierende und Beschäftigte auf einen sparsamen Umgang mit Energie. In den Laboren der Organischen Chemie gelang es beispielsweise, durch bedarfsgerechtes Ein- und Ausschalten der Laborlüftung rund 20 Prozent des Stroms einzusparen, gibt der Vorsitzende der Sektion Chemie und Direktor am Otto-Diels-Institut, Professor Ulrich Lüning, bekannt.

Der Strom an der Kieler Universität kommt seit diesem Jahr ausschließlich aus erneuerbaren Energie­quellen (90 Prozent Wasserkraft aus Norwegen und 10 Prozent Windenergie aus Dänemark). Dadurch redu­zieren sich 2018 die energiebezogenen Treibhausgasemissionen um weitere 16.000 Tonnen. Sobald das unieigene Blockheizkraftwerk und das »Küstenkraftwerk« der Stadtwerke Kiel in Betrieb gehen, werden zudem wichtige Beiträge zur Energiewende und zum Umweltschutz geleistet. Schon jetzt ist klar, die Kieler Universität wird das ursprünglich von der Politik angestrebte Ziel der CO2-Minderung bis 2020 für den Universitätsbetrieb sicher erreichen. Sie zählt damit zu den Klimaschutz-Leuchttürmen des Landes Schleswig-Holstein.

Das Engagement der CAU in Sachen Klimaschutz beschränkt sich aber nicht auf den sparsamen Umgang mit Energie, sondern umfasst auch weitere Themenfelder wie Mobilität, Abfall, Biodiversität, Wasser und nachhaltiges Bauen. So werden derzeit eine Reihe neuer Universitätsbauten geplant, bei denen insbesondere auch eine sehr gute Energieeffizienz realisiert werden soll. Seit dem vergangenen Jahr kümmert sich eine studentische Arbeitsgruppe um die Vermeidung von Abfällen auf dem Campus. Sie organisiert Veranstaltungen, hat eine Umfrage zum Abfallverhalten an der Uni durchgeführt und beteiligt sich an differenzierten Müllanalysen.

Die Gruppe unterstützt damit das Sachverständigenbüro »cyclos«, das derzeit für die CAU das erste Abfall­vermeidungskonzept einer Hochschule in Deutschland erstellt. Kurz vor der Realisierung steht die Verlängerung der städtischen Veloroute 10 auf dem Universitätsgelände. Und für stadtnahe Dienst­fahrten sollen künftig vermehrt E-Bikes statt dieselbetriebener Dienstwagen genutzt werden. Zudem wird es mehr und bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geben.

Dr. Norbert Kopytziok

Der Autor ist Leiter des Koordinationsbüros für den Umwelt- und Klimaschutz – klik – der CAU.

www.klik.uni-kiel.de
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