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Nr. 95, 07.07.2018  voriger  Übersicht  weiter  REIHEN  SUCHE  Feedback 

UB-Ausstellung

Skurriles rund um Daniil Charms


Der St. Petersburger Schriftsteller Daniil Charms (1905-1942) ist heute Kult in Russland, zu Lebzeiten hingegen durfte nur seine Kinderliteratur erscheinen. Sein Hauptwerk wurde in seinem Heimatland erst seit den 1980er Jahren publiziert. Es regte viele russische Buchkünstler zu innovativen Schöpfungen an. Die Ausstellung »Begegnungen mit Daniil Charms« in der Kieler Universitätsbibliothek (UB) verknüpft daher das Werk des Autors mit zeitgenössischer und aktueller russischer Buchkunst.

»Charms war ein kritisch wacher Zeuge von einschneidenden historischen Umbrüchen, hervorgerufen durch den Ersten Weltkrieg, die russische Revolution, den Bürgerkrieg und den Umschwung von der kommunistischen zur stalinistischen Ära«, erklärt Dr. Klára Erdei von der UB. Er spiegelte jedoch die Verhältnisse nicht realistisch. Das alltäglich absurde Leben lieferte lediglich den Stoff für seine Literatur, die zwischen Fiktion und Wirklichkeit schwankt.

»Vermittelt über die Künstlerbücher ehrt die Ausstellung den unangepassten Autor und Lebenskünstler, der in Zeiten der dirigistischen sowjetischen Staatsmacht und des Vernichtungskrieges von Nazi-Deutsch­land keine Überlebenschance hatte«, betont Erdei, die die Ausstellung kuratiert.

Die gezeigten Werke stammen aus dem Van Abbemuseum, Eindhoven/Niederlande. Ein reich bebil­derter Katalog zur Ausstellung ist im Lesesaal für 20 Euro erhältlich. (ne)

Universitätsbibliothek, Leibnizstraße 9.
Öffnungszeiten:
montags bis freitags 9 bis 22 Uhr,
samstags bis 20 Uhr,
sonntags 10 bis 18 Uhr.
Im August und September ist sonntags geschlossen.
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