| EXPO 2000 die erste Weltausstellung in Deutschland Björn
Finkenstaedt Grußwort
auf der Eröffnungsfeier des EXPO-Projektes Sicherung der
Welternährung: Modelle aus einer europäischen Spitzenregion
effizient und umweltschonend In
13 Monaten bzw. 395 Tagen ist Eröffnung der ersten
Weltausstellung in Deutschland: ein Riesenfest.
Jeder von Ihnen wird aufgrund seines Amtes wahrscheinlich mindestens einmal auf der EXPO sein. Das ist Pflicht. Wie wäre es, wenn Sie das mit Freizeit und Spaß verbinden. Laden Sie doch einfach mal Ihre ganze Familie ein. Für ein, zwei oder auch drei Tage zu einer Weltreise zu Fuß. Zu einer Weltreise, bei der Sie keine kostspielige und ermüdende Anreise haben. Zu einer Weltreise, von der jeder etwas hat egal wie alt, egal was ihn besonders interessiert. Ich
will versuchen, Ihnen einen solchen möglichen Tag auf der EXPO zu
beschreiben. Nehmen wir Mittwoch, den 21.Juni 2000, den kürzesten
Tag mit der längsten Nacht des Jahres:
Der Deutsche Pavillon. Ein Bau aus Glas, filigran ohne Metall-Verstrebungen, eine technologische Weltneuheit so ist es geplant. Wenn das bis zur Eröffnung durch alle Genehmigungs- und Prüfverfahren läuft, ist das eine Sensation: Ein Beweis dafür, daß deutsche Gründlichkeit auch schnell sein kann. (Sicherheitshalber baut der Architekt aber erstmal Metallstützen ein das nenne ich flexibel.) Schon
wenn man auf den deutschen Pavillon zugeht, sieht man durch die
riesige Glas-fas-sade Elemente der Preshow: Die riesigen Köpfe
von Menschen, die Deutschland geprägt haben, mit Taten oder
Ideen, die auch noch in unsere Zukunft hineinwirken. Das macht
neugierig hineinzugehen. Im Showbereich stehen Sie in einem 720 Grad Kino. Leinwände um Sie herum, über Ihnen und unter Ihnen zeigen Bilder und Filme eines zukunftsfähigen Deutschlands.
Sie können einen kleinen Abstecher machen zu den Gärten im Wandel. Das sind neu gestaltete Grünflächen bis hin zum EXPO Park Süd. Überhaupt nehmen die Grünflächen bei der Gestaltung des Weltausstellungsgeländes eine zentrale Rolle ein. Allein 5000 Bäume haben wir neu gepflanzt, 6000 Sträucher und 20.000 Stauden und Gräser. Auch das wird dem Gelände ein besonderes Flair verleihen und aus einem üblichen Messegelände ein Weltausstellungsgelände machen. Auf dem Messegelände West können Sie die Nationenpavillons bewundern, die nur für die EXPO Zeit errichtet werden. Als Beispiel möchte ich nennen: Japan mit einem Pavillon ganz aus papierenem Material, fingerdick mit einer kühn geschwungen Dachkonstruktion. Das Material kann nach der Weltausstellung vollständig wiederverwertet werden. Oder der ZERI Pavillon (Zero Emissions Research Initiative). Das ist ein faszinierendes achteckiges Gebäude, das aus der Luft betrachtet wie ein Pilz aussieht. Ein kolumbianischer Architekt hat das entworfen. Als Materialien werden Bambus, Holz, recycelter Zement etc. verwendet. Innen werden 10 konkrete Projekte für nachhaltige Entwicklung gezeigt, z.B. eine Null-Emissions-Brauerei in Namibia. Der ZERI Pavillon ist so konstruiert, daß er zerlegt werden kann und in 14 große Container paßt. Nach der EXPO wird er weiter durch die Welt reisen. Paris und Tokio haben den Pavillon bereits eingeladen. Wenn Sie jetzt hinübergehen zum Themenpark, werden Sie auch das gute alt vertraute Messegelände nicht wiedererkennen: Die neuen Hallen kennen Sie ja schon. Aber jetzt gibt es da Ruhezonen zum Erholen, Spielstationen für die Kinder. Künstler verkürzen die Wartezeiten mit ihren Vorführungen z.B. mit dem Welttheater der Animationskunst.
Im Themenpark machen Sie dann eine Reise in die Zukunft. Z.B. im Bereich des 21. Jahrhunderts, da graben Sie sich praktisch aus der Zukunft im Jahr 2100 hinunter in die Gegenwart des Jahres 2000. Dabei bekommen Sie nicht Science-fiction oder tollkühne Utopien zu sehen sondern ganz konkrete Zukunftsprojektionen: Wie sieht der Alltag 2030 aus? Wie leben die Menschen im Jahr 2070? Dazu werden ganz konkrete Geschichten aus dem Alltag der Menschen erzählt. Als Stationen dieser Reise wurden Aachen, Sao Paulo, Schanghai und Dakar gewählt. Der Bereich Zukunft der Arbeit ist als Weltarena gestaltet, in Form einer Ellipse. Wie in einem Riesenkabinett spielen dort hunderte von Schauspielern mögliche Formen von Arbeiten und Leben im 21. Jahrhundert.
Mittags
haben Sie die Wahl zwischen Bistro oder 16-Sterne Restaurant.
Zu vernünftigen Preisen, dazu haben wir die Gastronomen
vertraglich verpflichtet. Den achtjährigen Filius liefern Sie dann in der Kinderwelt Technik oder im Walfisch des CVJM ab die Tochter im Teeny-Alter macht sich auf zur Funsporthalle, wo gerade eine Show zum Mitmachen beginnt. Sie eilen jetzt zum Empfang des polnischen Staats-präsidenten, weil ja heute der Nationentag ist. Ihr Partner oder Ihre Partnerin sieht sich derweilen die Proben zu Faust an. Oder
Sie besuchen Ihren eigenen Beitrag; ich gehe davon aus, daß Sie,
meine Damen und Herren, sich mit Ihren Land oder Unternehmen auf jeden
Fall bereits beteiligen oder noch beteiligen werden. Wenn Sie noch nicht genug haben: Täglich ab 23 Uhr ist die Disco an der Plaza geöffnet. Heute ist außerdem die Nacht der Nächte mit Open-Air Kino. Themenkonzert Nocturnes von Frederic Chopin im Klassiksaal. Auf allen open-air Bühnen und in einigen Nationen-pavillons spielen Gruppen Musik aus Brasilien bis Jamaika und Thaiti. Erst um 5 Uhr morgens ist Schluß.
Vielfalt,
Internationalität, Überraschung und gute Unterhaltung in
hoher Qualität sind denn auch die Leitlinien/
Grundideen/ Fundamente, denen sich unser tägliches
Veranstaltungs-programm gern verpflichtet hat. Vor allem werden auch die jungen Talente auf der Weltausstellung die Möglichkeit haben, sich zu beweisen. Natürlich immer live. Und das meine ich mit einer Weltausstellung zum Anfassen: Daß die Besucher Spaß haben und daß eine Atmosphäre, ein Flair auf dem Gelände erzeugt wird, das die Besucher anspricht, das sie als gute Stimmung mit nach Hause nehmen. Und das sie vielleicht animiert, noch einmal wiederzukommen. Wenn
so viele Besucher auf unterschiedliche Weise begeistert werden können,
wird daraus automatisch ein Medienereignis. Unser Maßstab sind
Begeisterung und Zufriedenheit der Besucher, der Nationen und unserer
Partner - nicht Einschaltquoten. Das ist es, was ich mit einer
Weltausstellung zum Anfassen meine. Kritik zu schüren scheint in zu sein. Selbst die kritische Meinung eines Referenten aus dem Bürgermeisteramt wird abgedruckt (vielleicht weil es keine gewichtigere Kritik gibt?). Ich hoffe, das haben wir jetzt überwunden und wenden uns jetzt den Inhalten zu. Es gibt jetzt schon so viel Konkretes und Aufregendes von der EXPO zu berichten, das sollte jetzt einen viel breiteren Raum in der Berichterstattung einnehmen. -
Projektbezug und Ausklang - |
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