Begrüßungsrede durch Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet Sprecher der Arbeitsgemeinschft Schleswig-Holsteinische Landwirtschaft e.V. und Prodekan der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Eröffnungsveranstaltung des
registrierten Weltprojektes "Sicherung der Welternährung:
Modelle aus einer Europäischen Spitzenregion - effizient und
umweltschonend" der EXPO 2000 HANNOVER -
1. Mai 1999 im Freilichtmuseum Molfsee Frau Ministerpräsidentin, Exzellenzen, Präsidenten,
Magnifizenz, meine sehr verehrten Damen und Herren. Dia 1: Thema Arbeitsgemeinschaft SH LW Die Arbeitsgemeinschaft hat mit ihrem Beitrag eines der großen Menschheitsprobleme des kommenden Jahrhunderts aufgegriffen und sich mit dem anspruchsvollen Thema Sicherung der Welternährung: Modelle aus einer Europäischen Spitzenregion effizient und umweltschonend am Ideenwettbewerb für die EXPO 2000 beteiligt. Im September 1997 wurde das Projekt von der Bundesjury als zukunftweisendes Weltexponat ausgewiesen und für die Teilnahme an der Weltausstellung registriert.
Sehr verehrte Gäste, die Weltausstellung EXPO 2000 Hannover steht unter dem Generalthema "Mensch, Natur, Technik". Wohl kaum ein anderes Wissensgebiet ist in dieses Spannungsverhältnis so intensiv eingebunden, wie die Agrarwirtschaft. Herr Björn Finkenstaedt, Leiter der weltweiten Projekte für Deutschland, den ich hier ganz herzlich begrüßen möchte, wird uns mit seinem Beitrag über die EXPO 2000 Hannover informieren, die ja bereits in 388 Tagen ihre Pforten öffnet. In diesem Zusammenhang darf ich auch den Leiter der Staatskanzlei und Lenkungsausschußleiter der EXPO-Projekte aus Schleswig-Holstein Klaus Gärtner sowie den Projektleiter der EXPO-2000 Schleswig-Holstein Dr. Karl Pröhl herzlich begrüßen. Sehr verehrte Damen und Herren, Wissenschaft und Beratungsinstitutionen haben die Aufgabe, die landwirtschaftliche Praxis in die Lage zu versetzen, mit Hilfe bestehender Ressourcen und neuer Technologien die riesigen Potentiale, die Boden, Pflanzen und Tiere bieten, nachhaltig und umweltgerecht voll zu erschließen. Diese große Herausforderung demonstriert die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität mit ihrem Beitrag Optimierung pflanzlicher und tierischer Produktionssysteme zur umweltschonenden Erzeugung von Nahrungsmitteln. Das dies gerade hier in Schleswig-Holstein geschieht, hat Gründe: Die Effizienz der hiesigen Agrarproduktion liegt weltweit in der Spitzengruppe, denn unsere ökonomischen und ökologischen Standortvorraussetzungen sind bevorzugt.
Was wir aber demonstrieren und woran wir mithelfen können, ist die Möglichkeit, die Poten-tiale agrarischer Produktion auch in anderen Weltregionen durch den biologisch-technischen Fortschritt und den Wissenstransfer im Rahmen der Agrarforschung global zu nutzen. Insofern beinhaltet das hier dargestellte Weltxponat Modellcharakter. Diese Aufgabe ist ganz sicher nur kooperativ lösbar. Auch wir demonstrieren Kooperation. Die Zusammenarbeit zwischen einer forschungsintensiven, aber zugleich praxisorientierten Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät, der landwirtschaftlichen Beratung, dem Bauernverband, der Landwirtschaftskammer, den Ämtern für ländliche Räume, dem Verband der Landfrauen, der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft, der Industrie und vielen Einzelpersonen, insbesondere den Landwirten selbst, hat mit Sicherheit Vorbildcharakter. Ohne eine derartig ausgeprägte Infrastruktur und gute Zusammenarbeit würde es die lei-stungsfähige und nachhaltige Schleswig-Holsteinische Landwirtschaft nicht geben. Auch dieser wichtige Aspekt hat Modellcharakter.
Die Darstellung des Weltexponates, die sich in dem museal landwirtschaftlichen Freilichtmuseum präsentiert, wurde in drei Verständnisebenen konzipiert: für das nationale und internationale Publikum aus Wissenschaft, die Praxis und besonders für eine breite Öffentlichkeit. Das Weltexponat soll insbesondere unsere Jugend ansprechen, die sich als zukünftige Entscheidungsträger dieser globalen Herausforderung stellen muß - und zwar der Verdopplung der Nahrungsmittelproduktion in den nächsten 30 Jahren aufgrund des stetig ansteigenden Bevölkerungswachstums von derzeit 6 auf 8 Milliarden Menschen -. Die eingeblendete Weltkugel und die fortlaufende Zahlenreihe visualisieren die gegenwärtige Weltpopulation und ihren Zuwachs. Sie steigt stetig, pro Sekunde um 4 Menschen. Auf unsere heutige Veranstaltung bezogen wird unser Globus um 100800 Erdbewohner reicher sein, die alle ein Recht auf Ernährung haben. Das Weltexponat, das wir heute der Öffentlichkeit übergeben dürfen, wird sich in 2000 in Hannover sowohl im Deutschen Pavillion als auch im Haus der Weltweiten Projekte und darüber hinaus in einem globalen Dialog zu dem Thema The Role of the village in the 21st Century: Crops, Jobs livelihood, letzteres unter der Federführung von Prof. Joachim von Braun, präsentieren. Im Rahmen dieses internationalen Dialoges soll unser Beitrag aus Schleswig-Holstein mithelfen für die Herausforderung Sicherung der Welternährung zu sensibilisieren und über die Agrarforschung und Praxis informieren sowie Lösungsansätze verdeutlichen.
Für das Zustandekommen unseres Beitrages gilt unser Dank auch allen denen, die sich für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung aller eingebrachten Ideen mit großem Engagement eingesetzt haben. Dia 2: Expo-Team + alle Gestalter Auch möchte ich darauf verweisen, daß sich die weltweiten Projekte ohne Grundfinanzierung am Ideenwettbewerb zur EXPO 2000 beteiligt haben. Unser Dank gilt allen denen, die uns für das Zustandekommen der Ausrichtung unseres Exponates mit großzügiger Unterstützung eingesetzt haben. Dia 3: Partner des
Weltexponates Stellvertretend für alle danke ich
den Partnern unseres Weltexponates: An dieser Stelle möchte ich auch Herrn Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen begrüßen, die erst heute aus Konzertveranstaltungen in China unmittelbar nach Molfsee gekommen sind, um unsere Eröffnungsveranstaltung mit einem Festkonzert zu umrahmen. Darüber hinaus darf ich auch den Künstler Franco Costa begrüßen, der beispielsweise für die FAO ein eindrucksvolles Bild "Food for All" als zusätzliches LOGO gemalt hat und den Schleswig-Holsteinern insbesondere durch das von uns für unser Weltexponat zur Verfügung gestellte Bild "View Across Schleswig-Holstein" bekannt ist. Meine Damen und Herren, es ist kein Zufall, daß unsere zukunftsorientierte Präsentation auf einem so traditionsreichen Hintergrund erfolgt, wie hier im Freilichtmuseum Molfsee, dessen Hausherrn Dr. Johannsen ich herzlich begrüßen und danken möchte. Es gibt keinen traditionsreicheren Berufsstand,
wie den des Landwirtes. Es gibt aber auch keine größere
Herausforderung unserer Zeit als die Sicherung der Welternährung. Ich wünsche Ihnen und uns, daß unser Informationsangebot auf Ihr Interesse stößt. Vielen Dank ! |
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