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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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1.

Veranstaltung


Thema:

Grundlagen der Ethik

Dozent:

PD Dr. Werner Theobald

Angaben:

Vorlesung, 2 SWS

Zeit und Ort

Fr 10:15 - 11:45, Großer Hörsaal Alte Mensa OS40-R.14

Voraussetzungen,
Organisatorisches: 

k.A.

Inhalt:

Welche Rolle spielen Informationen bei Bewertungen? Bilden sich durch Informationen automatisch (schon) Bewertungen, oder sind Bewertungen ein Zusammenspiel aus empirisch-informativen und normativen (wertbezogenen und wertsetzenden) Gehalten (wobei letztere eine eigenständige, nicht auf empirische Daten zurückführbare Qualität besitzen)? Und wenn das so ist: Läßt sich der normative Gehalt einer Bewertung genauso "objektivieren" wie ihr empirischer, auf (wissenschaftlichen) Informationen basierender Anteil? Vieles scheint dafür zu sprechen, dass dies nicht möglich ist. Bewertungen, so eine gängige Vorstellung, sind von "Positionen" abhängig, und das macht sie ideologieverdächtig - zumindest scheinen Bewertungshintergründe subjektiv gefärbt. Ausgehend von solchen Fragestellungen, demonstriert an konkreten Bewertungsproblemen im Rahmen gentechnischer, bio- und umweltethischer Diskurse, wird in die Grundlagen der Ethik eingeführt. Es wird nach Möglichkeiten gefragt, wie sich Bewertungen methodisch und begrifflich rekonstruieren lassen, so dass sie Gegenstand eines rationalen Diskurses werden können. Dabei werden grundlegende Aspekte der Argumentationstheorie ebenso behandelt wie Grundbegriffe, Theorieansätze und Begründungsmodelle der Ethik sowie die verschiedenen Formen ihrer (institutionellen) Umsetzung. Die Vorlesung ist theoretischer Kernbestandteil des Moduls 375 "Wissenschaftstheorie, Forschung und Ethik" der Masterstudiengänge der Fakultät für Agrar- und Ernährungswissenschaften der CAU. Ziel ist der Erwerb methodischer und normativer Schlüsselkompetenzen. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, angewandte Problemstellungen ihres Faches kritisch zu reflektieren.


Literatur:

J.S. Ach, K. Bayertz, L. Siep (Hrsg.): Grundkurs Ethik, Band I: Grundlagen. Paderborn 2008
D. Birnbacher: Analytische Einführung in die Ethik. Berlin 2007
K. Ott: Moralbegründungen. Hamburg 2001
J. Nida-Rümelin (Hrsg.): Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Stuttgart 2005
F. Taube, W. Theobald et al. (Hrsg.): Ethik der Agrar- und Ernährungswissenschaften. Berlin 2008
R.J. Busch, A. Haniel et al.: Grüne Gentechnik. Ein Bewertungsmodell. München 2002

Curriculum:
1. Moraltheorie (Überblick)
Deskriptive Ethik, Normative Ethik, Metaethik, Angewandte Ethik, Individualethik, Institutionenethik

2. Argumentationstheorie
Struktur von Argumenten, Deduktive Schlüsse, Normative Schlüsse, Fehlschlüsse

3. Ein Bewertungsmodell: Grüne Gentechnik
Modell- und Argumentationsstruktur, Methodische Probleme, Naturethik, Normatives Fundament, Fallbeispiele

4. Ethiktheorien
Konsequentialistische Ethiken (Utilitarismus u.a.), Teleologische Ethiken (Kant u.a.), Prozedurale Ethiken (Diskurs- und Vertragstheorie)

5. Angewandte Ethik
Pragmatische Ethik, Hermeneutische Ethik, Kasuistische Ethik, Begründungsmodelle

6. Theorie der Moderne
Autonomie und Menschenwürde, Pluralismus, Toleranz und Menschenrechte, Ethischer Universalismus

7. Implementierungsfragen
Moralsoziologie und -psychologie, Systemtheorie und ökonomische Theorie der Moral

8. Fallbeispiele


2.

Veranstaltung


Thema:

Wissenschaftstheorie, Forschung und Ethik

Dozent:

PD Dr. Werner Theobald

Angaben:

Vorlesung, 1 SWS

Zeit und Ort

Fr 12:15 - 13:00, Großer Hörsaal Alte Mensa OS40-R.14

Voraussetzungen,
Organisatorisches: 

k.A.

Inhalt:

Modernes Denken ist der Aufklärung verpflichtet. Aufklärung heißt "selbst denken", befreit und losgelöst von religiöser und staatlicher Bevormundung, allein der "Kraft der Vernunft" vertrauend. Diese Freiheit hat zwei Seiten. Zum einen eine angenehme, da "emanzipatorische" - zum anderen eine belastende; denn wenn es keinen externen Garanten für die Wahrheit oder Richtigkeit von Wissen und Erkenntnis gibt, dann ist man selbst für seine Urteile verantwortlich, und zwar absolut (eben: "losgelöst" von...). Vor allem Wissenschaftler, die die Freiheit von Forschung und Lehre propagieren, tragen eine solche Verantwortung. Diese Verantwortung impliziert, sich stets klarzumachen, inwiefern bzw. wie gut das eigene Urteil tatsächlich begründet ist. Nur allzu leicht akzeptiert man unkritisch Annahmen, die sich am besten in das Bild bereits vorhandener Annahmen einfügen oder solche, die einem am angenehmsten sind oder einfach deshalb überzeugen, weil sie oft wiederholt werden. Wissenschaftstheorie schärft den Sinn für diese Problematik. Sie entwirft strenge methodische Kriterien, die zum großen Teil zu dem Zweck entwickelt wurden, dass man sich über die Vorurteile und Einseitigkeiten, mit denen man an sein jeweiliges Fach herangeht, Klarheit verschafft und sich, soweit nötig, von ihnen wieder befreien kann. Je mehr an derartigen Einseitigkeiten und Befangenheiten entdeckt wird, umso mehr schärft sich wiederum der Sinn für methodische Fragen. Die Verantwortung des Wissenschaftlers hat aber auch eine ethische Dimension. Er ist nicht nur für die (theoretische) Wahrheit seiner Forschungsergebnisse verantwortlich, sondern z.T. auch für deren praktische Konsequenzen. Während Forschung und Wissenschaft - zumindest im Grundlagenbereich - lange Zeit als "wertfrei" galten, da (theoretischer) Entdecker und (praktischer) Erfinder bzw. Anwender von Forschung früher i.d. Regel nicht identisch waren, ist heute - in Zeiten "organisierter Großforschung" - eine Trennung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung kaum noch möglich. Die Wissenschaft ist aus der "Abgeschiedenheit des akademischen Labors" in die "gesellschaftliche Arena" getreten und zu einer "Produktivkraft größten Stils und größter Konsequenzen" geworden (Lenk, Maring 2009). Dies rückt die Frage ihrer Verantwortlichkeit in ein neues Licht. Die Vorlesung geht auf diese Fragen und Probleme ein. Sie ist Bestandteil des Moduls 375 "Wissenschaftstheorie, Forschung und Ethik" der Masterstudiengänge der Fakultät für Agrar- und Ernährungswissenschaften der CAU. Ziel ist der Erwerb methodischer Schlüsselkompetenzen. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, theoretische und angewandte Problemstellungen ihres Faches ethisch und wissenschaftstheoretisch zu reflektieren.


Literatur:

J. Losee: Wissenschaftstheorie. Eine historische Einführung. München 1977
H. Poser: Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung. Stuttgart 2001
K. Hübner: Kritik der wissenschaftlichen Vernunft. Freiburg 2004
G. Schurz: Einführung in die Wissenschaftstheorie. Darmstadt 2006
H. Lenk, M. Maring: Ethik der Wissenschaft - Wissenschaft der Ethik. In: EWE 1(2009)
Irrgang, B.: Forschungsethik, Gentechnik und neue Biotechnologie. Entwurf einer anwendungsorientierten Wissenschaftsethik unter besonderer Berücksichtigung von gentechnologischen Projekten an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Stuttgart 1997

Curriculum:
1. Aufgaben und Zielsetzungen der Wissenschaftstheorie

2. Grundpositionen der Wissenschaftstheorie
Empirismus und Rationalismus, Logischer Empirismus, Kritischer Rationalismus (Popper), Historismus (Kuhn), Konstruktivismus

3. Wertfreiheitspostulat und Abgrenzungsproblem

4. Wissenschaftliches Schließen und Argumentieren

5. Ethisches Begründen und Argumentieren

6. Analytisches Instrumentarium
Begriffe und Begriffsarten, Klassifikation von Sätzen, Logik und Wahrheitskriterien

7. Erklärung und Voraussage
Gesetze, Hypothesen und Theorien, Hyothesen und ihre empirische Überprüfung, Theorien und ihre empirische Überprüfung, Kausalität und Gesetzesartigkeit

8. Theoriendynamik

9. Forschungsdynamik und Wissenschaftsfortschritt

10. Forschungs- und Wissenschaftsethik




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