Mittwoch öffnet das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften zum Tag der offenen Tür erstmals seine Pforten .
24 Millionen Euro für moderne Forschung
Kiel. (PDF)
SHZ 01.05 Thomas Schulze
Wenn sich am Mittwoch erstmals die Türen im neuen Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) an der Kieler Uni öffnen, beginnt für viele Wissenschaftler eine neue Zeitrechnung. "Mit diesem interdisziplinären Forschungsgebäude wird ein Ausrufezeichen gesetzt. Alleine schon wegen seines Aussehens wird es viele junge Wissenschaft anziehen", freut sich Professor Thomas Bosch, Zell- und Entwicklungsbiologe und Vizepräsident Forschung der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel, auf die Arbeit im neuen Haus mit futuristischem Design.
Aufgrund seiner geschwungenen Formgebung wird das Forschungsgebäude schon jetzt von den Wissenschaftlern "Amöbe" genannt. Doch was alles befindet sich in dem hochmodernen 24-Millionen-Euro-Bau? Neben dem Institut für Klinische Molekularbiologie und dem Institut für Medizinische Informatik und Statistik sind auch die Molekulare Pflanzenzüchtung, die Strukturbiologie und die Molekulare Ernährung im ZMB untergebracht. Das Zoologische Institut ist mit der Zell- und Entwicklungsbiologie vertreten, während sich im Haus auch ein Labor für Molekulare Biowissenschaften befindet.
Apropos Labore: Sämtliche Möbel stehen auf Rollen, die Infrastruktur hängt an der Decke. So lässt sich spielend leicht und äußerst schnell ein Nasslabor in ein PC-Labor verwandeln. Hochleistungsfähige Computer ergänzen die umfangreiche Ausstattung des ZMB, ebenso wie Sequenzierroboter, mit denen unter anderem genetische Codes entschlüsselt werden können. "Ich selber arbeite mit Süßwasserpolypen und beschäftige mich damit, wie ihr Immunsystem funktioniert. Die DNA wird sequenziert und daraus ein Datensatz erstellt", erklärt Bosch. Bisher fand diese Analyse immer räumlich getrennt statt.
Deutschlandweit einmalig ist die PopGen-Datenbank, die größte Biodatenbank der Republik. Diese umfangreiche Probenbank mit tausenden Blut- und Gewebeproben bildet verschiedene Krankheiten ab, mit denen die Wissenschaftler nun unter einem Dach arbeiten können. Doch noch sind längst nicht alle Räume im ZMB, in dem 15 bis 20 Arbeitsgruppen Platz finden, belegt. Im fünfgeschossigen Gebäude ist auch ein Seminarraum integriert, in dem zukünftig hochrangige Sprecher Vorträge halten sollen. Andere Flächen werden an nationale Firmen vermietet, die so vor Ort mit der Uni kooperieren können. "Da werden fruchtbare Kooperationen entstehen", ist sich Bosch sicher. Da das ZMB hauptsächlich der Forschung dient, wird er mit seinem Büro nicht umziehen, sondern nebenan in der vierten Etage des Bioturms "wohnen" bleiben. Auch wegen seiner teuren Ausstattung wird das ZMB bewacht und ist nur eingeschränkt zugänglich. Das gilt aber nicht diesen Mittwoch, wenn die "Amöbe" anlässlich ihrer Eröffnung zum Tag der offenen Tür lädt.
Interessierte können von 12 bis 15 Uhr hinter die Kulissen der hochmodernen Forschungseinrichtung schauen und sich über die Forschungsschwerpunkte informieren.
http://www.shz.de/nachrichten/lokales/landeshauptstadt-kiel/artikeldetails/article//dieses-haus-zieht-junge-forscher-an.html

