Mehr Interdisziplinarität wagen – das Humboldt-Kolleg am grenzüberschreitenden Collegium Polonicum in Slubice

 

Alexander von Humboldt initiierte im 19. Jahrhundert einen interdisziplinären Gedankenaustausch mit Wissenschaftlern der ganzen Welt, um in gemeinsamer Anstrengung schneller und besser Antworten auf schwierige wissenschaftliche Fragen zu finden. Er hätte sicher seine Freude gehabt wenn er gesehen hätte wie vom 13. bis 15. November 2008 ehemalige und gegenwärtige Humboldt-Stipendiaten der Christian-Albrechts-Universität begleitet von Vize-Präsident Professor Frank Kempken in Słubice/Polen angestrengt über offene Fragen zum Beispiel der Nanotechnologie, der Evolutionsbiologie oder der Computer-unterstützten Spracherkennung diskutierten.

Die Organisatoren Professor Tomasz Sterzyński (Technische Universität Posen, PUT), Professor Marek Kręglewski (Adam-Mickiewicz-Universität Posen, UAM) und Professor Thomas Bosch (CAU Kiel) verfolgten mit dem interdisziplinären Humboldt- Kolleg „Sustainable Innovations – challenges, issues and solutions at the interface of medicine, science and technology“ mehrere Ziele. Zum einen sollte der Kontakt zwischen den „Humboldtianern“ aus Kiel und Schleswig-Holstein mit den Humboldt-Kollegen aus verschiedenen polnischen Universitäten verstärkt werden. Mit einem breiten Themenspektrum, das politische Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen (Professor Anna Wolff-Powęska, UAM), neue Entwicklungen in der Entzündungsforschung (Professor Thomas Bosch, CAU), der Pflanzenzucht (Professor Przemysław Wojtaszek, UAM) und der Archäologie (Dr. Walter Dörfler, CAU) umfasste, sollte daneben ein intensiver interdisziplinärer Gedankenaustausch in Gang gesetzt werden. Die Organisatoren hatten ferner neben den bereits „ausgezeichneten“ Humboldtianern auch eine Reihe von Nachwuchswissenschaftern eingeladen, um Ihnen Gelegenheit zu geben, ihre wissenschaftlichen Beobachtungen einem breiten Publikum vorzustellen und gleichzeitig selber Einblick in die Arbeit und das Netzwerk der Humboldtianer zu gewinnen.

Als Tagungsort wurde das Collegium Polonicum in Słubice gewählt. Für den interdisziplinären Dialog bot diese auch im wörtlichen Sinn grenzüberschreitende Einrichtung der Adam–Mickiewicz-Universität Poznan und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) eine bestens geeignete Stätte der Begegnung mit exzellenter Infrastruktur.

Ein Empfang beim gerade neu gewählten Präsidenten der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Dr. Gunter Pleuger, der bis vor kurzem als Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen Deutschlands Interessen vertrat, machte den deutschen und polnischen Humboldtianern deutlich, dass die Viadrina auch in Zukunft ganz im Geiste eines vereinigten Europas geführt werden wird.

 

Die Teilnehmer am interdisziplinären Humboldt-Kolleg "Sustainable Innovations -- challenges, issues and solutions at the interface of medicine, science and technology" im Collegium Polonicum in Slubice, Polen.

 
Empfang beim neu gewählten Präsidenten der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Dr. Gunter Pleuger

 

Humboldt-Kolleg

Programm


Und wie immer wenn Humboldtianer zusammen kommen, kam auch in Słubice neben der Wissenschaft die Kultur zu ihrem Recht. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Kammerchor der Adam-Mickiewicz-Universität unter Leitung von Krzysztof Szydzisz rundete den interdisziplinären Dialog mit einer beeindruckenden Aufführung ab. Das letzte vorgetragene Lied „upon we meet again“ wird wörtlich zu nehmen sein: Erste konkrete Einladungen an die polnischen Kollegen, zu Kooperationsgesprächen nach Kiel zu kommen, liegen bereits vor.