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Leiter: Prof. Heinz Brendelberger
Christian-Albrechts-Universität
Zoologisches Institut
Abteilung Limnologie
Am Botanischen Garten 1-9
24118 Kiel · Deutschland
Tel.  +49 431 880 4150 (-4131)
Fax  +49 431 880 4747
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Forschungsschwerpunkte
       

Der Forschungsschwerpunkt der Abt. Limnologie am Zoologischen Institut der Universität Kiel liegt auf dem Gebiet der trophischen Interaktionen limnischer Makrozoobenthosarten. Wir untersuchen, wie sich Organismen im Laufe der Evolution an ihre Umwelt adaptiert haben und welche Möglichkeiten jedem einzelnen Individuum offenstehen (phänotypische Plastizität, bestimmte Verhaltensweisen), um im Spannungsfeld zwischen bottom-up (Ressourcen) und top-down (Räuber) – Kontrolle zu überleben, zu wachsen und stabile Populationen zu etablieren. Dazu kombinieren wir Freilandversuche und Laborexperimente, um die Lebenszyklus-Strategien dominierender Taxa, wie z.B. Schnecken, Muscheln, Asseln, Flohkrebse, höherer Krebse oder auch Wassermilben aufzuklären.

Unser Methodeninventar umfasst z.B.

  • Untersuchungen zum Wachstum der Tiere unter kontrollierten Temperatur-, Licht-, Sauerstoffsättigungs- und Futterbedingungen im Labor;
  • funktionsmorphologische Untersuchungen der Mundwerkzeuge sowie Untersuchungen des Verdauungstraktes mit Licht-, Rasterelektronen- und konfokalem Laser-Scan-Mikroskop;
  • den Einsatz von Radioisotopen und die Analyse stabiler Isotope, um den Weg einzelner Nahrungskomponenten durch das benthische Nahrungsnetz zu verfolgen;
  • das Verdauungspotential einzelner Arten mit Hilfe von konventionellen (Ingestions- und Absorptionsraten) und quantitativen biochemischen Methoden (Bestimmung extrazellulärer hydrolytischer Enzyme);
  • die Rolle der Mikroorganismen bei der Verdauung und Futternutzung;
  • die Zuordnung einzelner Makroinvertebratenarten zu funktionellen Ernährungsgruppen, unter Berücksichtigung von Sonderfällen wir Omnivorie, Koprophagie oder Kannibalismus;
  • die Reproduktion einzelner Arten (Selbstbefruchtung oder sexuelle Reproduktion, Partnerwahl und Fortpflanzungsverhalten);
  • den Zusammenhang zwischen Diversität und (funktioneller) Stabilität in limnischen Benthossystemen
  • Freilandbezogene faunistisch-taxonomische Untersuchungen zur Besiedlung ausgewählter Lebensräume
  • Aut- und synökologische Untersuchungen an Wassermilben und Insekten

In Zusammenarbeit mit der Abt. Populationsgenetik (Prof. Dr. G. Hartl) untersuchen wir den Zusammenhang zwischen genetischer Diversität und Stabilität von Freilandpopulationen bedrohter Arten, wie z.B. des Edelkrebses (Astacus astacus) in Schleswig-Holstein.

Die Ergebnisse unserer Grundlagenforschung lassen sich vielfach direkt im angewandten Bereich umsetzen: Sie tragen zum Schutz gefährdeter Arten (Großmuscheln, Edelkrebse) oder Habitate (Quellen, temporäre Gewässer) bei, und die genaue Zuordnung dominierender Makrozoobenthosarten zu funktionellen trophischen Gruppen kann bei der Gewässergütebeurteilung (Saprobienindex) eingesetzt werden.

Zu detaillierten aktuellen Forschungsthemen siehe auch die Profile der Mitglieder der Arbeitsgruppe.

 
nach oben, Stand: 12.04.2010
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Uni Kiel