|
|
|
 |
| |
|
|
|
|
 |
|
|
| |
|
|
|
Meine aktuellen Forschungsthemen umfassen im Wesentlichen die Bereiche 1) Wassermilben, 2) Quellen und hyporheisches Interstitial sowie 3) Makrozoobenthos ausgewählter Habitate, wobei es bei diesen Feldern zahlreiche Überschneidungen gibt.
1) Wassermilben:
Mein Haupt-Arbeitsgebiet sind taxonomische und ökologische Fragestellungen im Umfeld der artenreichen Gruppe der Wassermilben (Hydrachnidia, Acari). Im Lebenszyklus einer Wassermilbe gibt es drei aktive Stadien, die Larve, die in der Regel als temporärer Ektoparasit meist an Insekten-Wirten parasitiert, sowie die räuberisch lebenden Stadien (Deuto-)Nymphe und Adultus. Untersucht werden z.B. die Taxonomie und Faunistik, die Larvalmorphologie, die Parasit-Wirt-Beziehungen, die Ultrastruktur und Funktionsmorphologie, Verhaltensantworten potentieller Räuber auf Sekrete der Wassermilben-Wehrdrüsen sowie die Evolutionsökologie.
2) Quellen und hyporheisches Interstitial:
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Schleswig-Holstein erfolgten eine Literraturrecherche über Tieflandquellen, eine Kartierung zahlreicher naturnaher Quellen Schleswig-Holsteins und eine Untersuchung zur Typisierung schleswig-holsteinischer Quellen auf faunistischer Grundlage. Klar definierte Quelltypen als Leitbilder mit einem charakteristischen Arteninventar ermöglichen Zielvorstellungen bei Schutz- und Renaturierungsbemühungen.
Ausserhalb Schleswig-Holsteins wurde und wird an Quellen Luxemburgs, des Nationalparks Berchtesgaden und Hessens (Zusammenarbeit mit dem Höhlenkataster Hessen) gearbeitet.
Besonders die Wassermilben des hyporheischen Interstitials zweier Luxemburger Bäche sind Teil einer Untersuchung des Luxemburger Nationalmuseums für Naturgeschichte.
3) Makrozoobenthos ausgewählter Habitate:
Neben den Wassermilben werden in unterschiedlichem Ausmaß die erwachsenen Wirtsinsekten (z.B. Plecoptera und Trichoptera) untersucht. Makrozoobenthos bzw. Invertebraten allgemein, d.h. verschiedene limnische Tiergruppen (z.B. Plathelminthes, Mollusca, Ephemeroptera und Coleoptera) werden in unterschiedlichen Lebensräumen v.a. in Schleswig-Holstein untersucht, z.Zt. besonders in Quellen und Kleingewässern. Die Untersuchungen an Kleingewässern Schleswig-Holsteins haben ebenfalls zum Ziel, die Vielfalt an existenten Gewässern v.a. aufgrund der Unterschiedlichkeit ihrer Fauna zu kategorisieren und somit gewisse Leitbilder zu beschreiben. Auf dieser Grundlage, die an anthropogen weitgehend unbeeinträchtigten Gewässern erfolgt, sollen dann Schutzbemühungen begründbar werden und Renaturierungsvorhaben zielgerichteter vonstatten gehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Besiedlung temporärer Gewässer (Tümpel). Bei der Untersuchung der Kleingewässer erfolgt eine Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.
|
| |
|
|
|
| |
|
|
Martin, P. (in prep.): Larval morphology of stream-living water mites (Acari: Hydrachnidia) from a Luxembourgian stream.
Więcek, M., Martin, P. & Gąbka, M. (in prep.): Environmental requirements and distribution paterns of water mites (Hydrachnidia, Acari) in peatland microhabitats.
Więcek, M., Martin, P. & Lipinski, A. (subm.): Water mites as long-time bioindicators in formerly drained and rewetted peat bogs.
Meerheim, A., Martin, P. & Brendelberger, H. (im Druck): Welche abiotischen und biotischen Faktoren beeinflussen das Vorkommen von Astacus astacus (Linnaeus, 1758) in kleineren Fließgewässern des östlichen Hügellandes (Schleswig-Holstein)? - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2011 (Weihenstephan), Hardegsen 2012.
Martin, P. (im Druck): Die Diversität der Quellfauna Schleswig-Holsteins - ein erster Überblick. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2011 (Weihenstephan), Hardegsen 2012.
Więcek, M., Martin, P. & Gąbka, M. (im Druck): Ecology and faunistics of water mites (Hydrachnidia, Acari) of peatland microhabitats in north-western Poland. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2011 (Weihenstephan), Hardegsen 2012.
Martin, P. (in press): Artenmonitoring: Analyse von Umwelt-DNA im angewandten Naturschutz. - Naturwissenschaftliche Rundschau 65 (5). [Kurzbericht Zoologie]
|
|
|
|
Martin, P. & Brunke, M. (2012): Faunal typology of lowland springs in Northern Germany. - Freshwater Science (formerly J-NABS) 31 (2), 542-562.
Martin, P. (2012): Die größten Spinnennetze der Welt. - Naturwissenschaftliche Rundschau 65 (3), 144-146. [Kurzbericht Zoologie]
|
| |
|
|
Martin, P. & Rückert, M. (2011): Die Quellfauna Schleswig-Holsteins und ihre regionale Stenotopie. - Faunistisch-Ökologische Mitteilungen 9 (5-6), 171-224.
Więcek, M., Martin, P., Burchardt, L., Gąbka, M. & Lamentowicz, L. (2011): Zur Wassermilbenfauna (Hydrachnidia, Acari) ausgewählter Moore Westpommerns (Polen). - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2010 (Bayreuth), Hardegsen 2011, 89-93.
|
|
|
|
Martin, P. (2010): Observations on reproduction, development and sexual behaviour of stream-inhabiting water mites (Hydrachnidia, Acari). - In: Sabelis, M.W. & Bruin, J. (Eds.): Trends in Acarology - Proceedings of the 12th International Congress, 303-312.
Martin, P. (2010): Artenreichtum von Fließgewässerinsekten und Bevölkerungsdichte. - Naturwissenschaftliche Rundschau 63 (8), 423-424. [Kurzbericht Ökologie]
Martin, P. (2010): Erste Befunde zum Parasitismus der Wassermilben zweier Bäche Luxemburgs unter besonderer Berücksichtigung des Parasitismus von Arten des hyporheischen Interstitials. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2009 (Oldenburg), Hardegsen 2010, 251-255.
Kirstein, K-G. & Martin, P. (2010): Die Glandularien der Wassermilben (Hydrachnidia, Acari) – Die Wehrdrüsensekrete im Vergleich. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2009 (Oldenburg), Hardegsen 2010, 433-437.
Mindemann, K. & Martin, P. (2010): Biodiversität von Kleingewässern im Einflussbereich der Ostseeküste. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2009 (Oldenburg), Hardegsen 2010, 118-123.
Setje-Eilers, B. & Martin, P. (2010): Diatomeen in ausgesuchten Quellen des Norddeutschen Tieflandes. - Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL). Erweiterte Zusammenfassungen der Jahrestagung 2009 (Oldenburg), Hardegsen 2010, 73-77.
Martin, P., Dabert, M. & Dabert, J. (2010): Molecular evidence for species separation in the water mite Hygrobates nigromaculatus Lebert, 1879 (Acari, Hydrachnidia): evolutionary consequences of the loss of larval parasitism. - Aquatic Sciences 72, 347-360. DOI: 10.1007/s00027-010-0135-x
Martin, P., Stur, E. & Wiedenbrug, S. (2010): Larval parasitism of spring-dwelling alpine water mites (Hydrachnidia, Acari) - a study with particular reference to chironomid hosts. - Aquatic Ecology 44, 431-448. DOI 10.1007/s10452-009-9301-4
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
Um einen Einblick über das aktuelle Spektrum meiner Forschungsinteressen zu ermöglichen, seien hier einige exemplarische Forschungsfelder genannt, die im Rahmen von studentischen Abschlussarbeiten unter meiner Betreuung durchgeführt werden können. Meist können die Themen je nach Bedarf den Umfang einer Forschungsarbeit bis hin zur Master- bzw. Diplomarbeit erreichen und sollen zusätzlich durch in- und externe Kooperationspartner unterstützt werden.
-) Ökophysiologische Untersuchungen an Quellorganismen
Früher wurde für die Charakterarten unserer sommerkalten Quellen oft pauschal angenommen, dass sie
eine Präferenz für kühle Wassertemperaturen haben. Es scheinen aber auch andere Faktoren für die Stenotopie der krenobionten und krenophilen Organismen eine Rolle zu spielen. In Laboruntersuchungen sollen weitere Aspekte der Anpassungen der Quellorganismen an ihren stenothermen Lebensraum betrachtet und mit den Reaktionen der Besiedler anderer Lebensräume verglichen werden.
-) Ökotoxikologische Untersuchungen an Quellorganismen Toxikologische Untersuchungen an Süßwasserorganismen finden meist an Fließ- oder Stillwasserarten statt (z.B. Fisch- oder Daphnientests), die vermeintlich empfindlich auf sehr unterschiedliche Stoffe reagieren. Unter diesen standardmäßig eingesetzten Tiergruppen sind keine das Grundwasser oder Quellen präferierende Arten, obwohl man erwarten könnte, dass diese aufgrund ihrer Bindung an stenöke Bedingungen empfindlicher reagieren könnten als Oberflächenarten.
-) Fraßversuche an Wassermilben durch invertebrate Räuber sowie zur Analytik der Drüsensekrete
Alle Wassermilben (Hydrachnidia, Acari) besitzen Wehrdrüsen, die sog. Glandularia, die dazu führen, dass sie nur selten Opfer von Räubern werden. Während das Verhalten vertebrater Räuberr diesem Wehrsekret gegenüber bereits hinreichend untersucht wurde, stehen systematische Untersuchungen an invertebraten Räubern noch aus. Zudem soll die noch weitgehend unklare chemische Struktur des Wehrsekretes in Kooperation mit einem externen Kooperationspartner weiter aufgeklärt werden. Ein weiterer Aspekt ist die weitere Aufklärung der äußeren und inneren Struktur der Glandularia bei einem weiten Spektrum der Wassermilben (Reduktionen? Veränderungen?).
-) Untersuchungen zum Verhalten und zum Interbreeding beim Wassermilben-Artenpaar Hygrobates setosus und H. nigromaculatus
Die Wassermilben (Hydrachnidia, Acari) haben in der Regel eine parasitische Larve, wohingegen das adulte Tier und die Nymphe Räuber sind. Eine Reduktion des parasitischen Larvenstadiums wurde nur in relativ seltenen Fällen festgestellt. Ein erst jüngst ermitteltes Artenpaar, das sich durch das Vorhandensein bzw. Fehlen einer parasitischen Larve unterscheidet, ist H. setosus Besseling, 1942 aus Fließgewässern sowie H. nigromaculatus Lebert, 1879 aus Stillgewässern. Durch vergleichende Verhaltensbeobachtungen sowie Interbreeding-Experimente sollen Aussagen zum Alter der Artauftrennung bei diesem Geschwister-Artenpaar ermöglicht werden.
-) Wassermilben aus der schleswig-holsteinischen Nord- und Ostsee
Neben den Wassermilben im engeren Sinne (Hydrachnidia, Acari), die die dominierende Milbengruppe im Süßwasser darstellen, gibt es unter den Wassermilben im weiteren Sinne die Halacaridae, die ihre Hauptverbreitung im Salzwasser haben. Die Hydrachnidia haben im Gegensatz zu den Halacaridae eine meist an Insekten parasitierende Larvenphase, weswegen sie offenbar nur in brackigem Wasser vorkommen, fast nie jedoch in Salzwasser. Die Befunde zu Wassermilben im Salzwasser Schleswig-Holsteins (Salzwasser des Binnenlandes, Brackwasser, Nord- und Ostsee) sind bisher nur verstreut in der Literatur zu finden. Im betrachteten Projekt sollen diese alten Daten ausgewertet werden und auf darauf aufbauend die rezente Fauna an ausgewählten Standorten vergleichend untersucht werden.
Bei Interesse an obigen Themen und/oder weiteren Informationen melden Sie sich gerne per mail (pmartin@zoologie.uni-kiel.de) oder persönlich (Biologiezentrum, Raum 617, Tel. 880-1615)!
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
# seit 2010: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zoologisches Institut der CAU, Abt. Limnologie
(Prof. H. Brendelberger)
# 2009: Werkvertrag des Nationalmuseums für Naturgeschichte Luxemburg:
Thema: "Wassermilben zweier Bäche Luxemburgs mit besonderer Berücksichtigung der das Interstitial besiedelnden Arten"
# 2004-2008: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zoologisches Institut der CAU, Tierökologie
(Prof. Th. Bauer)
# 2001-2004: Werkvertrag des Nationalmuseums für Naturgeschichte Luxemburg:
Thema: "Wirt-Parasit-Assoziationen der Wassermilben ausgewählter Quellen Luxemburgs"
# 1999-2001: Forschungsstipendium der Stiftung "Pro Acarologia Basiliensis (PAB)“
Thema: "Larvalmorphologie und Fortpflanzungsbiologie quellbewohnender Wassermilben aus den Alpen"
Nationalpark Berchtesgaden
# 1998: Dissertation an der CAU (Prof. K. Böttger):
Titel: "Zur Autökologie der Wassermilben (Hydrachnidia, Acari) zweier norddeutscher Tieflandbäche"
_______________________________________________________
Zwischenzeitlich zudem diverse freiberufliche Aktivitäten und Lehraufträge.
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Acarina - Russian Journal of Acarology, Acarologia, Aquatic Insects, Biological Letters, CBM - Cahiers de Biologie Marine, Ecography, Ecología Austral, Ecological Indicators, Fundamental and Applied Limnology - Archiv für Hydrobiologie, International Journal of Acarology, International Journal of Limnology - Annales de limnologie, Journal of Limnology, Journal of Tropical Ecology, Libellula, Limnologica, Marine Biology Research, Soil Organisms, Species diversity, Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde A (Biologie), Systematic and Applied Acarology, Turkish Journal of Zoology, Zoologischer Anzeiger, Zoology in the Middle East, ZooKeys, Zootaxa
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
"ZOOTAXA - A mega-journal for zoological taxonomists in the world"
Acari: Water mites (Eurasia, Africa, Australia and Pacific islands)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Seit 2010 Stiftungsrat der Stiftung Pro Acarologia Basiliensi (PAB), Basel, die der Entwicklung der akarologischen Forschung verpflichtet ist.
|
| |
|
|
|
|
|
|
|
- Deutsche Gesellschaft für Limnologie (German Limnological Society) (DGL)
- European Association of Acarologists (EURAAC)
- Faunistisch-ökologische Arbeitsgemeinschaft (FÖAG)
- Ad fontes! - Quellschutz in Schleswig-Holstein e.V. (Vorsitzender)
- Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND)
|
|
|