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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Math.-Naturw. Fakultät | Botanisches Institut und Botanischer Garten
EDEKA und Schweinefleisch
Siegel der Fakultät
Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie
Prof. Dr. Frank Kempken


Edeka und Schweinefleisch

In der Ausgabe vom 22.07.03 berichten die "Kieler Nachrichten" über EDEKA und den Verzicht dieser Handelskette auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Schweinefutters. Hierzu folgende Stellungsnahme: Natürlich ist der Wunsch der Konsumenten nach gesunder und qualitativ hochwertiger Nahrung verständlich und sinnvoll. Dennoch zeigt sich hier die ganze Absurdität der Anti-Gentechnik-Kampagne von Greenpeace, die von EDEKA (werbewirksam?) aufgenommen wurde. Tatsächlich handelt es sich wissenschaftlich gesehen um einen reinen "Bluff", denn es gibt keinen Unterschied - gleich welcher Art - zwischen Schweinen die konventionelle Futtermittel oder gentechnisch veränderte gefressen haben. Hierzu wurden auch wissenschaftliche Studien vorgenommen.
Als wesentliche Bestandteile des Futters sind in diesem Zusammenhang die Erbinformation in den Nahrungspflanzen und deren Eiweißstoffe zu sehen. Im Falle gentechnisch veränderter Sojabohnen - um die es hier hauptsächlich gehen dürfte - ist ein bestimmter Eiweißstoff in leicht veränderter Form enthalten, denn zusätzlich zu dem gewöhnlichen Eiweißstoff wurde den Pflanzen ein sehr ähnlicher aus Bakterien eingesetzt. Was passiert wenn Schweine (oder Menschen) diese Sojabohnen verdauen? Nun, die Eiweißstoffe werden im Magen-Darmtrakt in ihre Eiweißbausteine, die Aminosäuren, zerlegt, die dann für den Aufbau körpereigener Eiweißstoffe zur Verfügung stehen. Da die gentechnisch veränderten Eiweiße abgebaut werden und sich deren Bausteine nicht von gewöhnlichen Eiweißen unterscheiden, ist es grotesk den Konsumenten einzureden, dass durch den Verzicht auf gentechnisch veränderten Futtermitteln ein besseres oder gesünderes Produkt angeboten werde.

Vor einiger Zeit gab es eine ganz ähnliche Kampagne gegen McDonalds, auf die ich nachfolgend eingehe: Laut Presseberichten protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen McDonalds, weil angeblich oder tatsächlich das in den McNuggets enthaltene Hühnerfleisch von Hühnern stammt, deren Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurde. Es wird sich wahrscheinlich nicht feststellen lassen ob dies wirklich zutrifft, aber es scheint durchaus möglich, da Futtermittel nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen. Für den Verbraucher ist natürlich die Frage entscheidend, ob hier für ihn ein Risiko besteht. Dies ist eindeutig auszuschließen. Wenn überhaupt können die Tiere mit transgener Soja bzw. transgenem Mais (oder Produkten daraus) gefüttert worden sein. Ernährungsphysiologisch unterscheiden sich die in Frage kommenden transgenen Pflanzen aber nicht von den konventionellen Pflanzen. Sowohl herbizidresistente Sojabohnen als auch insektenresistenter Mais sind übrigens auch für den direkten menschlichen Genuss völlig unbedenklich. Auch eine Gefährdung durch Antibiotikaresistenzgene ist nicht gegeben Viel eher besteht eine Gefahr durch die in der Tiermast eingesetzten Antibiotika.
Dennoch hat McDonalds im Nov. 2000 erklärt, dass in Zukunft kein gentechnisch verändertes Tierfutter mehr verwendet werden soll. Eine ähnliche Stellungsnahme wurde bereits früher von Burgerking abgegeben.



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