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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Gene in der Milch?
Siegel der Fakultät
Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie
Prof. Dr. Frank Kempken


Gene in der Milch?

Am 21. Juni hat Greenpeace die Presse informiert, dass angeblich DNA aus transgenem Mais in der Milch von Kühen aufgetaucht sei.

hierzu Zitat Spiegel-Online:
"Wissenschaftler des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan hätten die Erbsubstanz von Gen-Soja und Gen-Mais in der Milch einer Kuh gefunden, die mit diesen Pflanzen gefüttert worden sei, berichtete Greenpeace. Die Untersuchung sei drei Jahre unter Verschluss gehalten worden. Bisher wurde angenommen, dass die Gene nicht in die Milch gelangen können.
Die Experten am Forschungszentrum für Milch und Lebensmittel (FML) aber widersprachen der angeblichen Greenpeace-Enthüllung vehement. Zwar hätten Milchproben, die vor mehr als drei Jahren von der Hessischen Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse zugesandt worden seien, überraschenderweise Spuren manipulierter DNS-Fragmente enthalten. Allerdings seien diese Proben nicht in einer wissenschaftlichen Studie entnommen worden, sondern von einem privaten Auftraggeber an das FML geschickt worden. "Daher bestanden keine genauen Informationen zur Qualität der Probennahme", heißt es in einer Stellungnahme des FML.
Um dennoch sicher zu gehen, habe das Forschungszentrum in Weihenstephan wissenschaftliche Studien durchgeführt. Das Ergebnis: Erbgut, das Tiere über das Futter bekommen, wird im Organismus abgebaut. Übrig bleiben am Ende lediglich Fragmente und Einzelbausteine der Erbsubstanz, die keinen Schaden mehr anrichten können. In kontrollierten Studien sei niemals manipulierte DNS in Kuhmilch gefunden worden. Das veränderte Erbgut, das in den privaten Milchproben gefunden worden sei, sei wahrscheinlich erst bei der Lagerung in Tanks in die Milch gelangt. "Selbst unter hygienisch einwandfreien Bedingungen", so das FWL, sei eine solche Verschmutzung "fast unvermeidlich".
Auch Experten anderer Forschungseinrichtungen sehen keinen Grund zur Sorge um die Gesundheit der Verbraucher. "Selbst wenn Teile der manipulierten DNS von Gen-Futterpflanzen in die Kuhmilch gelangen sollten, bestünde keine Gefahr für die Verbraucher", betonte Klaus-Dieter Jany, Leiter des molekularbiologischen Zentrums der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe. Schon früher sei Erbgut von Futterpflanzen in Kuhmilch entdeckt worden, doch habe es sich dabei um nicht manipulierte DNS gehandelt. "Diese Erbgutstücke waren nur kurzzeitig in den Tieren nachweisbar und so klein, dass sie im menschlichen Genom keine Veränderungen bewirken können", erklärte Jany im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. In Deutschland verzehre ein Mensch im Tagesdurchschnitt ein bis drei Gramm genetischen Materials. "Wenn fremde DNS das menschliche Erbgut auf diesem Weg verändern würde, hätte man das längst gemerkt." Jany vermutet, dass die Greenpeace-Meldung im Zusammenhang mit der Kampagne gegen Müllermilch steht. Der Branchenführer verarbeitet Milch von Kühen, die Gen-Futter erhalten haben. Greenpeace fordert den Konzern seit April öffentlich auf, dafür zu sorgen, dass nur Tierfutter ohne Gen-Pflanzen eingesetzt wird. Die Firma verweigert dazu bisher jede Zusage und will eine Unterlassungsklage gegen Greenpeace durch das Kölner Landgericht erreichen. Am Mittwoch wird das Gericht über die Klage entscheiden."

Soweit die Informationen. Offenbar ein weiteres Beispiel dafür, wie mit ungesicherten Daten "Panikmache" betrieben wird.

Nachtrag vom 23.06.04: Die Umweltorganisation Greenpeace darf die Produkte der Firma Müller nicht mehr als "Gen-Milch" bezeichnen. Das entschied das Kölner Landgericht am Mittwoch. Dort hatte Müller eine einstweilige Verfügung gegen Greenpeace beantragt. Greenpeace darf auch nicht mehr behaupten, in Müller-Produkten sei Gentechnik enthalten. Derartige Aussagen seien wissenschaftlich falsch, urteilten die Richter.



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