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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Math.-Naturw. Fakultät | Botanisches Institut und Botanischer Garten
Pusztai - ein Skandal?
Siegel der Fakultät
Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie
Prof. Dr. Frank Kempken


Pusztai - ein Skandal?

Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts trat der schottische Wissenschaftler Pusztai mit der Behauptung an die Presse, dass der Genuss von transgenen Kartoffeln (in die ein Gen für ein [giftiges] Lektin kloniert war) zu reduziertem Wuchs und geschwächten Immunsystem bei Ratten führe. Kurz nach einem Fernsehinterview wurde Pusztai gekündigt, was den Eindruck erweckte, hier solle ein Kritiker der Gentechnik mundtot gemacht werden. Obwohl seine Arbeiten zum damaligen Zeitpunkt nicht publiziert waren, reichten die sehr wagen Behauptungen aus, um ein gewaltiges Medienecho hervorzurufen. Auch die zunehmende Ablehnung der pflanzlichen Gentechnik in der EU der letzten Jahre sind zumindest teilweise darauf zurückzuführen.

Schließlich hat Pusztai seine Daten publiziert [Ewen SW, Pusztai A (1999) Effect of diets containing genetically modified potatoes expressing Galanthus nivalis lectin on rat small intestine. Lancet 354:1353-1354)]. Die Behauptung die transgenen Kartoffeln führen zu geringerem Wuchs und schwächerem Immunsystem hat Pusztai nicht aufrechterhalten. Lediglich Veränderungen im Darmbereich wurden angeführt. Da jeweils nur sechs Ratten verwendet wurden, sind die Ergebnisse statistisch aber nicht abgesichert und die Schlußfolgerungen aus dem Experiment fragwürdig. Ein großes Manko der Studie ist, dass die verwendeten Kartoffeln genetisch nicht identisch waren und daher nicht klar ist wieviel Lektin jeweils enthalten waren. Außerdem litten die Ratten durch die Diät aus rohen Kartoffeln und Mangelerscheinungen.

Schließlich sollte ausdrücklich betont werden, dass diese Kartoffeln nie zum menschlichen Genuss freigegeben waren,sondern lediglich zu Forschungszwecken gezüchtet wurden.



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