Forschung | Agrar & Ernährung

Wie kann Gülle besser auf den Feldern ausgebracht werden?

In dem neuen Projekt „GülleBest“ geht es um die Reduzierung von Treibhausgas- und Ammoniakemissionen bei der Ausbringung von Gülle.

Wie können Gülle und Gärreste so ausgebracht werden, dass dabei möglichst wenig Ammoniak und Treibhausgase in die Luft gelangen? Dieser Frage widmet sich ein Forschungsteam der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Rahmen des Projektes „GülleBest“. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das Projekt über drei Jahre mit etwa 1,5 Millionen Euro. Die CAU erhält davon 510.000 Euro. Das Thünen-Institut in Braunschweig leitet das Projekt unter Beteiligung der CAU, der Universität Hohenheim, der Hochschule Osnabrück sowie des dänischen Unternehmens SamsonAgro GmbH. 

Dr. Thorsten Reinsch von der Abteilung Grünland und Futterbau – Ökologischer Landbau der CAU erklärt: „Die EU-Grenzwerte für den Ammoniak-Ausstoß werden in Deutschland derzeit deutlich überschritten. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. 95 Prozent der Ammoniakemissionen kommen aus der Landwirtschaft und entstehen hauptsächlich bei der Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern wie Gülle. Zu viel Ammoniak schadet sensiblen Ökosystemen und trägt zur Eutrophierung von Oberflächengewässern bei, da es durch die Zunahme an Nährstoffen zu schädlichem Pflanzenwachstum kommt.“

Bei aufwendigen Feldversuchen untersuchen Forscherinnen und Forscher neuste, emissionsarme Techniken zur Düngung mit Gülle und Gärresten und ermitteln das jeweilige Potenzial, die Emission von Ammoniak zu mindern. Zu den Techniken gehören die Ausbringung mittels der sogenannten Schlitztechnik, einer Kombination von Schlitztechnik mit Zugabe eines Nitrifikationshemmstoffes, Gülleansäuerung und die Ausbringung mittels Schleppschlauch oder Schleppschuh. Die Techniken werden in wachsenden Beständen getestet, also auf Feldern auf denen beispielsweise Winterweizen oder Gras wächst. In Schleswig-Holstein werden die Feldversuche auf dem Versuchsgut Hohenschulen und Praxisbetrieben im östlichen Hügelland durchgeführt.

Außerdem ist es gelungen, den Agrar-Dienstleister Blunk aus Rendswühren, das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein als assoziierte Partner zu beteiligen.

Langfristig unterstützt das Projekt die Ziele der Bundesregierung im Bereich Klimaschutz und Luftreinhaltung und zielt auf eine ressourceneffiziente und umweltverträgliche Düngung.

Über die untersuchten Techniken zur Ausbringung von Gülle

Die Schlitztechnik, der Schleppschlauch und der Schleppschuh sind Vorrichtungen zur exakten Verteilung von Gülle auf Grünland. Bei der Schlitztechnik wird die Grasnarbe aufgeschnitten, bevor die Gülle injiziert wird. Der Schleppschuh ist ein Metallschuh, der das Gras zur Seite drückt. So kann die Gülle direkt auf den Boden gelangen. Schleppschläuche ermöglichen die Ausbringung der Gülle sehr dicht am Boden. Neben den verschiedenen Techniken zur Ausbringung von Gülle ist es auch möglich, die Gülle mittels Nitrifikationshemmer oder Ansäuerung zu verändern und auf diesem Wege die Ammoniakverluste zu reduzieren.

Kontakt:

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät