Eva Stukenbrock zum Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaften ernannt

Kieler Professorin wird für ihre herausragenden Forschungsarbeiten zum Einfluss der Pilze auf Gesundheit, Ernährung und Umwelt geehrt

- Gemeinsame Pressemitteilung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie Plön - 

Die französische Académie des Sciences ist eine der fünf französischen National-Akademien, die im 1666 gegründeten Pariser Institut de France zusammengeschlossen sind. Sie erfüllt eine Doppelfunktion als Institution zur Förderung der Wissenschaft und in der Beratung staatlicher Stellen in wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen. Ihre Aktivitäten umfassen dabei die Förderung der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, den Wissenstransfer und die Unterstützung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Die über Frankreich hinaus bedeutende Akademie ernennt exzellente Forschende, darunter zahlreiche Nobelpreisträgerinnen und -träger, aus der ganzen Welt zu Mitgliedern und ehrt sie so als herausragende Vertreterinnen und Vertreter ihres Fachs. Gestern gab die Akademie bekannt, dass sie 16 neue Mitglieder ernannt hat: Auch Eva Stukenbrock, Professorin für Umweltgenomik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Fellow am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI-EB), ist in diese angesehene wissenschaftliche Gemeinschaft gewählt worden. Insgesamt zählen aktuell rund 400 wissenschaftliche Mitglieder zu diesem renommierten Kreis. Im Sommer wird Stukenbrock die Auszeichnung in Paris im Rahmen einer festlichen Zeremonie am Institut de France entgegennehmen.
 

Bestätigung der exzellenten Kieler Forschung

Die Entscheidung des französischen Komitees beruht insbesondere auf Stukenbrocks herausragenden Forschungen zu den Beziehungen von Pflanzen und Mikroorganismen, der ihnen zugrundeliegenden evolutionären Genomik und künftigen Anwendungen im nachhaltigen Pflanzenschutz. Insbesondere die genetischen Grundlagen der Interaktionen von Pilzen und verschiedenen Wirtsorganismen, vor allem im Hinblick auf die Krankheitsentstehung bei Tieren und Pflanzen, stehen dabei im Fokus ihrer Arbeit. An der CAU treibt Stukenbrock zudem die Vernetzung der Pflanzenforschenden im von ihr geleiteten Kiel Plant Center (KPC) voran. Forschende verschiedener Disziplinen erarbeiten darin gemeinsam wissenschaftliche Grundlagen für die Erhaltung der Pflanzengesundheit und Ernährungssicherheit.

„Im Namen der gesamten Universitätsleitung gratuliere ich Eva Stukenbrock herzlich zu diesem bedeutenden Erfolg. Mitglied dieser einflussreichen und hochangesehenen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu sein, bedeutet eine sehr verdiente Anerkennung ihrer Arbeit“, betont Professor Eckhard Quandt, CAU-Vizepräsident für Forschung. „Mit Professorin Stukenbrocks Berufung ernennt die Académie des Sciences erstmals seit Professor Eugen Seibold in den 1980er Jahren eine Forschende der CAU und betont so die zunehmend wichtige Rolle der Kieler Spitzenforschung im internationalen Wettbewerb der Wissenschaftsstandorte“, so Quandt weiter.

„Die Mitgliedschaft in der Académie des Sciences ist eine große Ehre für mich, für die ich mich beim französischen Auswahlkomitee herzlich bedanken möchte“, freut sich Stukenbrock. „Die damit verbundene internationale Anerkennung ist ein wichtiges Signal für die Bedeutung unserer transdisziplinären Forschung an Pflanzenschädlingen. Es stärkt uns bei unseren Bemühungen, im internationalen Verbund Lösungsansätze zum Wohle der Pflanzengesundheit und Ernährungssicherheit zu entwickeln“, so Stukenbrock weiter.

Über die Académie des Sciences:
Die 1666 gegründete Akademie der Wissenschaften mit Sitz in Paris ist eine Versammlung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aus den angesehensten französischen und ausländischen Forschenden ausgewählt werden. Sie befasst sich mit den politischen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen zu aktuellen und zukünftigen wissenschaftlichen Themen. Die Akademie reflektiert, antizipiert, erklärt und äußert sich selbst, vor allem in Form von Stellungnahmen und Empfehlungen, und bezieht bei Bedarf Stellung. Ihr Ziel ist es, den politischen Entscheidungsträgern einen Rahmen von Fachwissen, Rat und Aufmerksamkeit zu bieten und im weiteren Sinne die Debatten und Entscheidungen in unserer Gesellschaft zu erhellen. Darüber hinaus unterstützt die Akademie der Wissenschaften die Forschung, engagiert sich für die Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung und fördert das wissenschaftliche Leben auf internationaler Ebene.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Eva Stukenbrock
Arbeitsgruppe Umweltgenomik, Botanisches Institut,
CAU/Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön
0431-880-4274
estukenbrock@bot.uni-kiel.de

Professorin Eva Stukenbrock
© Stefan Kolbe, Uni Kiel

Neues Mitglied der französischen Académie des Sciences: Eva Stukenbrock, Professorin für Umweltgenomik an der CAU und Fellow am MPI-EB in Plön.

Weitere Informationen:

Über Kiel Life Science (KLS)

Das interdisziplinäre Zentrum für angewandte Lebenswissenschaften – Kiel Life Science“(KLS) – vernetzt an der CAU Forschungen aus den Agrar- und Ernährungswissenschaften, den Naturwissenschaften und der Medizin. Es bildet einen von vier Forschungsschwerpunkten an der Universität Kiel und will die zellulären und molekularen Prozesse besser verstehen, mit denen Lebewesen auf Umwelteinflüsse reagieren. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Fragen, wie sich landwirtschaftliche Nutzpflanzen an spezielle Wachstumsbedingungen anpassen oder wie im Zusammenspiel von Genen, dem individuellen Lebensstil und Umweltfaktoren Krankheiten entstehen können. Gesundheit wird dabei immer ganzheitlich im Kontext der Evolution betrachtet. Unter dem Dach des Forschungsschwerpunkts sind derzeit rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 40 Instituten und sechs Fakultäten der CAU als Vollmitglieder versammelt.

Zu Kiel Life Science (KLS)

Pressekontakt:

Christian Urban
Wissenschaftskommunikation
„Kiel Life Science", CAU
0431-880-1974
curban@uv.uni-kiel.de