Universität

Jahresempfang der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Etwa 450 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Verwaltung und Gesellschaft kamen am Dienstag, 14. Januar, an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zum traditionellen Jahresempfang. In seinem Grußwort gab Schleswig-Holsteins Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei der Landesuniversität gute Wünsche für das neue Jahr 2020 mit auf den Weg: „2019 war ein gutes Jahr für die Hochschulen des Landes, in finanzieller und planerischer Hinsicht. 2020 steht nun im Zeichen von Zukunftsvertrag und Hochschulgesetzesnovelle. Hier hoffen wir auf weiter gute Gespräche mit den Hochschulpräsidien und gute Ergebnisse.“ Auch wenn es für die CAU am Ende nicht für den Exzellenztitel gereicht habe, seien die zwei gewonnenen Cluster „ROOTS“ und „Precision Medicine in Inflammation“ ein großer Erfolg für das Land insgesamt gewesen, sagte Grundei. Das Land werde die CAU und ihre Partner deshalb bei einer neuerlichen Bewerbung für das Jahr 2026 tatkräftig unterstützen.

In ihrem Festvortrag beleuchtete die Generationenforscherin Dr. Steffi Burkhart anschließend Erwartungen der Generation Y/Z an zukünftige Arbeits- und Lernwelten. Die Autorin des Buches „Die spinnen, die Jungen! Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y“ machte sich für ihre Generation in Politik, Bildung und Wirtschaft stark und beschrieb pointiert, welche kulturellen Unterschiede aktuell zwischen den Generationen angesichts von demographischem Wandel, Digitalisierung und Globalisierung aufbrechen. Burkhart kritisierte, dass junge Menschen oft keine Lobby in Deutschland hätten, „weil sie eine Minderheit sind und die Alten die Mehrheit der Gesamtbevölkerung bilden. Deshalb brauchen wir dringend mehr Beteiligung junger Menschen in Politik, Bildung und Wirtschaft und einen Austausch auf Augenhöhe, um Deutschland – gerade im Bereich der Digitalisierung – zukunftsfähig zu machen.“

Ein gutes halbes Jahr nach der Entscheidung in dem Wettbewerb zur Förderung von Exzellenzuniversitäten skizzierte CAU-Präsident Kipp schließlich Perspektiven Schleswig-Holsteins im (wissenschaftlichen) Länderwettbewerb. Die Förderung der Spitzenforschung sei notwendig, so Kipp, um langfristig gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Bundesländern herzustellen: „Schleswig-Holstein wird sich im Ländervergleich enorm anstrengen müssen, um mit den anderen Bundesländern mithalten zu können. Dazu benötigen wir auch im Norden eine engere Verzahnung von Spitzenforschung, Innovationsförderung und Industrie- bzw. Ansiedlungspolitik“, sagte der Physiker. Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik müssten sich dazu besser verstehen, aufeinander zugehen und gemeinsame Ziele verfolgen. „Unser vom Wissenschaftsrat gelobtes Konzept der ‚Interfaces‘ als Orte der Kreativität, an denen Neues entsteht und neuartige, transdisziplinäre Lösungen gefunden werden, ist dafür eine sehr gute Grundlage.“ Kipp kündigte an, dass sich die CAU für das Jahr 2026 erneut um den Titel einer Exzellenzuniversität bewerben wird.

Musikalisch begleitet wurde der Empfang durch die Kieler Sängerin Nicole Glamsch und den Pianisten Mark Karsai.

Fotostrecke zum Jahresempfang:

Jahresempfang 2020

Pressekontakt:

Dr. Boris Pawlowski
Pressesprecher