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Jahresempfang der Kieler Universität

Etwa 500 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Verwaltung und Gesellschaft folgten am Dienstag, 15. Januar, der Einladung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zu ihrem traditionellen Jahresempfang. CAU-Präsident Professor Lutz Kipp begrüßte sie im Namen des Präsidiums und des Senats im Audimax der Universität. Den Gastvortrag hielt die Berliner Internetforscherin Professorin Jeanette Hofmann. Musikalisch begleitet wurde der Empfang durch „Jazzica – Kieler Pop- und Jazzchor“.

2018 sei für die Kieler Universität ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen, blickte Kipp zurück. Viel habe sich ereignet an der CAU. Viel sei gelungen. „Dazu gehört natürlich der Erfolg in der Exzellenzstrategie. Besonders beeindruckend ist, dass wir mit fast 163 Millionen Euro Drittmitteln erneut eine Höchstmarke erreicht haben. Es ist für mich immer wieder beindruckend zu sehen, mit wie viel Einsatz, Enthusiasmus und Engagement an unserer Universität gedacht, gearbeitet und gelehrt wird“, dankte der Präsident den Forschenden und Beschäftigten der Landesuniversität für ihre Arbeit im abgelaufenen Jahr. Im Anschluss erläuterte Kipp den Gästen anhand von Projekten aus den Fakultäten das Konzept „Kiel University Interfaces“, mit dem sich die CAU für den Titel einer Exzellenzuniversität beworben hat.

Den Festvortrag „Digitalisierung und Demokratie neu denken“ hielt anschließend die Professorin für Internetpolitik an der Freien Universität Berlin Jeanette Hofmann. Aktuell litten die Demokratie, etablierte Medien und viele regulierte Märkte unter der Digitalisierung. Allerdings sei diese keine Naturgewalt, der die Gesellschaft hilflos ausgeliefert sei, betonte die Politikwissenschaftlerin. „Sie führt uns derzeit vielmehr deutlich die Zerbrechlichkeit unserer Institutionen vor Augen und drängt uns Handlungsoptionen auf, die wir nutzen können oder nicht.“ Wichtig sei in dieser Situation, dass ein Konsens darüber geschaffen werde, was wie gesagt werden dürfe und wie mit der digitalen Veränderung umgegangen werden soll. „Die klassischen Medien erfüllen ihre Gatekeeper-Funktion für die Gesellschaft immer weniger. Wir brauchen aber eine gemeinsame Vorstellung davon, wie wir den digitalen Wandel gestalten und steuern wollen“, mahnte die Politologin. Mittel dazu wie beispielsweise den Verbraucherschutz, das Kartellrecht oder die Datenpolitik gäbe es. Den Universitäten könne als Übungsraum für Reflexivität die Rolle zukommen, eine neue Digitalethik zu entwickeln.

Kontakt:

Dr. Boris Pawlowski
Pressesprecher