Ocean Science Show: Junge Meeresforschende auf der Bühne

Öffentliche Abendveranstaltung als Auftakt zum „Festival der Wissenschaft“

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© KielRegion

Meeresforschung auf informative und gleichzeitig unterhaltsame Weise einem breiten Publikum erzählen. Das geschah am gestrigen Donnerstag, den 28. April 2022, bei der Ocean Science Show, die im Rahmen des 6. CINEMARE Meeresfilmfestivals in Kiel stattfand. Acht junge Meereswissenschaftlerinnen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) sowie des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel gaben auf anschauliche Weise spannende Einblicke hinter die Kulissen ihrer Forschung. Dabei ging es von der Küste bis zur Tiefsee, von Chemie bis Philosophie – Meeresforschung ist vielfältig. Die Ocean Science Show war der Auftakt im Jahr 2022 zu Schleswig-Holsteins größter Wissenschaftsveranstaltung „Festival der Wissenschaft“, ehemals „Nacht der Wissenschaft“ und nun mit neuem Namen und neuen Ideen.

„Für die KielRegion als Hauptstandort für Meeresforschung ist der Schutz und der nachhaltige Umgang mit dem Ozean essenziell, um einen Beitrag zur Minderung der Folgen des Klimawandels zu leisten“, so Ulrike Schrabback, Geschäftsführerin der KielRegion GmbH: „Deswegen ist es uns so wichtig, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Bühne zu geben, um ihr Wissen an die Öffentlichkeit zu tragen.“ Und das ist gelungen: Der gestrige Veranstaltungsraum war mit ungefähr 80 Personen voll belegt, sodass weitere knapp 40 Besuchende nicht vor Ort teilnehmen konnten.

Themenvielfalt aus der Meeresforschung für die breite Öffentlichkeit

In lebhaften Kurzvorträgen präsentierten die acht engagierten Meereswissenschaftlerinnen ihr Wissen zu aktuellen Forschungsthemen in der Meeresforschung. So berichtete zum Beispiel Jenny Friedrich, Doktorandin an der CAU über das Projekt „sea4soCiety“, das mit hydroakustischen Methoden, d.h. mittels Schallwellen im Wasser, die Verbreitung von Seegras in der Ostsee untersucht. Im Vortrag „Das geheime Leben in Urwäldern der Tiefsee“ referierte Kathrin Busch, Postdoktorandin am GEOMAR, über die große Vielfalt der Tiefseeschwämme und deren Bewohnern, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind: Bakterien. Zusätzlich entstand dabei ein interdisziplinäres Projekt mit zwei Studierenden der Muthesius Kunsthochschule, die die Aufnahmen von den entdeckten Bakterien mit kreativ gestalteten und informativen Plakaten im Rahmen der Veranstaltung präsentierten. Wie der menschliche Fußabdruck auf den Meeresboden der südwestlichen Ostsee kommt, erklärte Doktorandin Giuliana Díaz vom Institut für Geowissenschaften an der CAU. Mithilfe von hochauflösenden Bildern des dortigen Meeresbodens wurden die Spuren von jahrelang angesammeltem Müll wie Schleppnetze oder Autoreifen gefunden.

„In der Meeresforschung gibt es eine Palette spannender Themen, an denen gerade auch Nachwuchsforschende mitarbeiten. Die Ocean Science Show ist eine wunderbare Möglichkeit, diese einem breiterem Publikum zu erzählen“ sagte Friederike Balzereit, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von KMS an der Universität Kiel. „Das schöne dabei ist, dass beide Seiten direkt miteinander in Kontakt treten und dabei etwas lernen können.“

Unterstützung durch Expertise aus der Wissenschaftskommunikation

Im Vorfeld wurden die jungen Wissenschaftlerinnen von Katharine Simmons, Dozentin für Kommunikation und Präsentation, und Ulf Evert, Dozent für Wissenschaftskommunikation am Zentrum für Schlüsselkompetenzen (ZfS) an der Uni Kiel, auf die Präsentation von Wissenschaftsthemen vor Zuschauenden vorbereitet. Die Präsentationsfachleute unterstützten die Vortragenden durch gemeinsame Workshops und hilfreiche Tipps, um die komplexen Forschungsthemen kurzweilig und anschaulich einem Publikum zu vermitteln.

Weitere Wissenschaftsveranstaltungen bis September

Als Schleswig-Holsteins größte Wissenschaftsveranstaltung bietet das Festival der Wissenschaft in der KielRegion von April bis zur Hauptveranstaltung im September zahlreiche Möglichkeiten, Wissenschaft hautnah zu erleben. Von Mitmach-Experimenten, Ausstellungen und Laborführungen über Workshops und Vorträgen bis hin zu Talkrunden stehen jede Menge Angebote auf dem Programm. Als nächstes inspiriert Ende Juni der Programmpunkt „Rent-a-Science-Film I CINEMARE Edition“. In Zusammenarbeit mit dem CINEMARE Meeresfilmfestival richtet sich „Rent-a-Science-Film“ direkt an Schulen – Lehrende können gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Film zur Meeresforschung auswählen und anschließend im Unterricht anschauen. Dazu wird kostenlos das passende Infomaterial zur Verfügung gestellt, um den wissenschaftlichen Bezug herzustellen und zur Diskussion anzuregen. Im September haben Schulklassen beim beliebten und schnell ausgebuchten Schulprogramm „Rent-a-Scientist“ dann die Möglichkeit, sich Forschende für ganz besondere Unterrichtsstunden einzuladen.

Das Festival der Wissenschaft ist eine gemeinsame Veranstaltung aller wissenschaftlichen Einrichtungen der KielRegion. Über 40 Partnerinnen und Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung beteiligen sich jährlich an den Aktionen rund um das Thema Wissenschaft und vermitteln der breiten Öffentlichkeit dabei die Bedeutung der Forschung für unsere Gesellschaft.

Alle Vortragenden im Überblick:

Jenny Friedrich, Doktorandin, CAU – Geophysik
Mit Schall in die Tiefe - Wie Hydroakustik das Unsichtbare sichtbar macht

Giuliana Díaz Mendoza, Doktorandin, CAU – Küstengeologie und Sedimentologie
Human footprint on the seafloor in the southwestern Baltic Sea

Elisa Klein, Doktorandin, GEOMAR – Marine Geophysik
Wenn Vulkane ins Meer rutschen

Dr. Rebecca Zitoun, Postdoktorandin, GEOMAR – Dynamik des Ozeanbodens
Schaetze aus der Tiefe - Rohstoffe aus dem Meer - Zukunft oder Science Fiction?

Dr. Rasha Shtay, Postdoktorandin, CAU – Nahrungsmitteltechnologie
Die Forschung mit der blauen Biofabrik - Was können Meere zur Nachhaltigkeit von Lebensmitteln beitragen?

Insa Stolz, Doktorandin, GEOMAR – Marine Ökologie
Was hat Spongebob mit Lachsbrötchen zu tun?

Dr. Kathrin Busch, Postdoktorandin, GEOMAR – Marine Ökologie
Das geheime Leben in Urwäldern der Tiefsee

Sophie Schindler, Masterstudentin, CAU – Biologie
10.000 Bilder unter dem Meer - wie man von der Couch aus die antarktische Tiefsee erforscht

 

 

Person auf einer Bühne vor einer Leinwand

Moderation

Ulf Evert, Lehrkraft "Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation" am Zentrum für Schlüsselkompetenzen (ZfS) und
Koordinator überfachliches Qualifizierungsprogramm Wissenschaftskommunikation/Science Dialog am Graduiertenzentrum (GZ) an der Uni Kiel
 

Menschen auf einer Bühne
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Bei der moderierten Ocean Science Show gaben junge Meeresforschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit dem Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) sowie des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel auf anschauliche Weise spannende Einblicke hinter die Kulissen ihrer Forschung. Von links nach rechts: Jenny Friedrich, (Doktorandin, CAU – Geophysik), Elisa Klein (Doktorandin, GEOMAR - Marine Geophysik), Sophie Schindler (Masterstudentin, CAU – Biologische Ozeanographie), Giuliana Díaz Mendoza (Doktorandin, CAU – Küstengeologie und Sedimentologie), Moderator Ulf Evert (Dozent für Wissenschaftskommunikation am ZfS Zentrum für Schlüsselkompetenzen, CAU), Dr. Rasha Shtay (Postdoktorandin, CAU – Nahrungsmitteltechnologie); Dr. Kathrin Busch (Postdoktorandin, GEOMAR – Marine Ökologie) und Insa Stolz (Doktorandin, GEOMAR – Marine Ökologie). Es fehlen: Dr. Rebecca Zitoun (Postdoktorandin, GEOMAR – Dynamik des Ozeanbodens) und Katharine Simmons (Dozentin für Kommunikation und Präsentation).

Person mit Mikrofon auf einer Bühne vor einer Leinwand
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Jenny Friedrich, Doktorandin der CAU im Bereich Geophysik, eröffnete die Ocean Science Show als erste Vortragende mit dem Thema "Mit Schall in die Tiefe - Wie Hydroakustik das Unsichtbare sichtbar macht".

Sprechende Person auf einer Bühne vor einem Publikum
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Giuliana Díaz Mendoza, Doktorandin vom Institut für Geowissenschaften an der CAU im Bereich Küstengeologie und Sedimentologie, hielt einen englischen Vortrag zum Thema "Human footprint on the seafloor in the southwestern Baltic Sea". Sie erzählte wie mithilfe von hochauflösenden Bildern des dortigen Meeresbodens Spuren von jahrelang angesammeltem Müll wie Schleppnetzen oder Autoreifen gefunden worden.

Sprechende Person auf einer Bühne vor einem Publikum.
© Tobias Hahn, Uni Kiel

Dr. Kathrin Busch, PostDoktorandin am GEOMAR im Bereich Marine Ökologie, sprach zum Publikum über das Thema "Das geheime Leben in Urwäldern der Tiefsee" und zeigte die große Vielfalt von Tiefseeschwämmen und Bakterien als deren Bewohner. Im Hintergrund sind kreativ gestaltete und informative Plakate, die in einem interdisziplinären Projekt mit zwei Studierenden der Muthesius Kunsthochschule entstanden, und Aufnahmen der entdeckten Bakterien zeigen.

Über das Festival der Wissenschaft

Paris, Madrid, KielRegion: Das Festival der Wissenschaft in der KielRegion steht im Kontext der „European Researchers‘ Night“, einer bereits seit 2005 europaweit ausgerichteten Wissenschaftsveranstaltung. Jeweils am letzten Freitag im September laden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Forschen, Experimentieren und Entdecken ein. Die Nacht der Wissenschaft in der KielRegion war mit jährlich jeweils weit über 10.000 Besuchenden regelmäßig ein voller Erfolg. Die Europäische Nacht der Wissenschaft trägt dazu bei, dass die Menschen, die Wirtschaft und die Wissenschaft in der Region einander besser kennen und schätzen lernen. Deshalb gibt es Veranstaltungen für Kinder ab dem Kindergartenalter, für Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle, die sich für Wissenschaft interessieren. Besuchende können Forschende aus ihrer Region treffen, erhalten Einblicke in deren Leben und Arbeiten und erfahren mehr über die Bedeutung der Forschung für unser direktes Lebensumfeld. Der Eintritt ist frei! Weitere Informationen erhalten Sie unter Festival der Wissenschaft KielRegion

Das Projekt wird gefördert durch die Europäische Union im Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZON EUROPE unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101061603.

Kooperationsbeteiligte

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (mit den Forschungsschwerpunkten Kiel Life Science, Kiel Marine Science, Kiel Nano Surface & Interface Science und Societal and Cultural Change) | Exzellenzcluster PMI - Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen | Exzellenzcluster ROOTS - Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten | Fachhochschule Kiel | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel | Institut für Weltwirtschaft | Kieler Forschungswerkstatt | Kiel Evolution Center | IPN Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik | Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie | Muthesius Kunsthochschule | Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein | ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft | Landeshauptstadt Kiel | CINEMARE Internationales Meeresfilmfestival Kiel | CITTI-PARK Kiel | Duale Hochschule Schleswig-Holstein | GREEN SCREEN Internationales Naturfilmfestival | Kunsthalle zu Kiel | Studentenwerk SH | Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Landeshauptstadt Kiel und der Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde | Wissenschaftszentrum Kiel | Friedrich-Naumann-Stiftung uvm.

Weiterführende Links:

Festival der Wissenschaft KielRegion

Pressekontakt (KielRegion):

Kerstin Rottenfusser
KielRegion GmbH
0431/53 03 55 20
k.rottenfusser@kielregion.de

Über Kiel Marine Science (KMS)

Kiel Marine Science (KMS), das Zentrum für interdisziplinäre Meereswissenschaften an der CAU widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Meere an der Schnittstelle von Mensch und Ozean. Dabei bündeln die Forschenden ihre Expertise aus unterschiedlichen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen und untersuchen die Risiken und Chancen, die das Meer für den Menschen bereithält und bilden die nächste Generation fachübergreifend aus. Gemeinsam mit Akteuren außerhalb der Wissenschaft arbeiten sie weltweit und transdisziplinär an Lösungen für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz des Ozeans.

Zu Kiel Marine Science

Pressekontakt:

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit | Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk