Schülerinnen aus ganz Schleswig-Holstein experimentieren gemeinsam

Anmeldung für Workshop zu Physik- und Technikthemen gestartet

Um die Neugier auf Naturwissenschaften und den Spaß am Experimentieren geht es bei den Projekttagen für Physik und Technik vom 17. bis 20. August 2022 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Oberstufenschülerinnen aus ganz Schleswig-Holstein sind eingeladen, die Universität, Forschungsmethoden und andere Physik- und Technik-Begeisterte kennenzulernen. Gemeinsam arbeiten sie an Projekten und Experimenten, die es im Schulunterricht so nicht gibt, zum Beispiel zu nachhaltiger Energie, Materialien „mit Gedächtnis“ oder aus der Quanten- und Plasmaphysik. Der Workshop inklusive Übernachtung ist kostenlos, Anmeldungen sind bis zum 5. Juni möglich.

Vier Tage lang werden die Schülerinnen in Kleingruppen zusammen mit jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen Physik, Materialwissenschaft und Elektrotechnik zusammenarbeiten. Zum Abschluss können sie „ihre“ Projekte den eigenen Familien, Freunden und Lehrkräften vorstellen. Genauso wichtig wie der fachliche Einblick ist der soziale Austausch zwischen den Teilnehmerinnen, zum Beispiel bei Grillabenden und gemeinsamen Ausflügen. Nach einer coronabedingten Pause kann der alle zwei Jahre stattfindende Workshop jetzt endlich in die nächste Runde gehen.
 

Programm-Update: Jetzt auch Technik-Angebote


Zum ersten Mal gehört in diesem Jahr Physikstudentin Jolina Pech zum Organisationsteam. Mit dem Workshop kennt sie sich aber bereits bestens aus, schließlich war sie vor vier Jahren schon einmal als Teilnehmerin dabei: „Die Projekte und die enge Gemeinschaft mit den anderen Mädchen haben mir damals sehr viel Spaß gemacht und mich in meinen Wunsch bestärkt, Physik zu studieren.“ Mittlerweile ist sie im vierten Semester und selbst Ansprechpartnerin für die Anmeldungen zum Workshop. „An der Physik finde ich es einfach spannend, herauszufinden, wie Dinge funktionieren und im Labor zu experimentieren. Dass ich jetzt als Mitorganisatorin anderen, vielleicht noch unentschlossenen, Mädchen Einblicke in das Physikstudium geben kann, freut mich total“, sagt die 19-Jährige.

Vor über zehn Jahren als „Physik-Projekt-Tage" gestartet, hat der beliebte Workshop jetzt ein „Update“ bekommen. „Zum ersten Mal haben wir diesmal auch Projekte aus dem Bereich Technik dabei. Die Kolleginnen und Kollegen aus der Technischen Fakultät fanden unser Konzept spannend und auch inhaltlich passt das wunderbar zusammen“, erklärt Physik-Professor Dietmar Block, der das Konzept zusammen mit seinem Kollegen Dr. Franko Greiner und anderen entwickelt hat. „Denn der Arbeitsmarkt braucht insgesamt dringend mehr gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen aus den Fächern Physik und Ingenieurwissenschaften.“ So habe sich der Anteil der Studentinnen in der Kieler Physik mittlerweile knapp verdoppelt.
 

„Es tut gut, immer mehr weibliche Vorbilder zu sehen“


„Wir hören tatsächlich häufig, dass Männer, die Physik oder Technik studieren wollen, eher darin bestärkt werden als Frauen – ganz unabhängig von ihren persönlichen Interessen oder ihren Fähigkeiten“, sagt Physiker Dr. Franko Greiner. „Mit dem Workshop wollen wir Schülerinnen die Gelegenheit geben, in die Welt von Physik und Technik ‚abzutauchen‘, abseits von veralteten geschlechterspezifischen Rollenbildern.“ Ähnliche Erfahrungen hat auch Jolina Pech gemacht, als sie ihrem Umfeld erzählte, sie wolle Physik studieren. „Ich wurde gefragt, ob ich ‚als Mädchen‘, sicher sei, das zu schaffen. Wir sind von Gleichberechtigung noch weit entfernt, aber es tut gut, mittlerweile immer mehr weibliche Vorbilder zu sehen.“

Neben den Projekttagen Physik und Technik für Schülerinnen der Oberstufe bieten die Bereiche aus der Physik und der Technischen Fakultät der CAU interessierten Jugendlichen viele weitere Möglichkeiten, ihre Fächer und Studienangebote kennenzulernen: Zum Beispiel bei der Vorlesungsreihe Saturday Morning Physics, dem Tag der offenen Tür der Technischen Fakultät oder in individuellen Schulbetriebspraktika.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Was? Workshop “Projekttage Physik und Technik“
  • Wer? Schülerinnen der Oberstufe aus Schleswig-Holstein
  • Wann? 17.-20. August 2022
  • Wo? Physikzentrum der CAU, Leibnizstraße 11-19, 24118 Kiel

Kontakt:

Prof. Dr. Dietmar Block
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
+49 431 880-3862
block@physik.uni-kiel.de

PD. Dr. Franko Greiner
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
+49 431 880-3821
greiner@physik.uni-kiel.de

Jolina Pech
Anmeldung Projekttage Physik und Technik
jolina@phimale.de

Zwei junge Frauen an einer Forschungsanlage
© Julia Siekmann, Uni Kiel

Gemeinsam an Projekten und Experimente aus Physik und Technik arbeiten, die es im Schulunterricht so nicht gibt – das sind die Projekttage Physik und Technik für Schülerinnen aus ganz Schleswig-Holstein.

© PPT

Das diesjährige Organisationsteam (von links): Dietmar Block, Franko Greiner, Jolina Pech, Petra Hein, Jasmin Andersen und Julia Prochnow. Nicht auf dem Bild: Sandra Hansen.

Weitere Informationen und Anmeldung:

https://ppt.physik.uni-kiel.de/

Das Workshopformat ist als Beispiel für gelungene Gleichstellungsarbeit in den Instrumentenkasten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Es wird gefördert durch Gleichstellungsmittel im Rahmen des Professorinnenprogramms III sowie durch den Forschungsschwerpunkt KiNSIS „Kiel Nano, Surface and Interface Science“ der CAU.

Über den CAU-Forschungsschwerpunkt KiNSIS:

Im Nanokosmos herrschen andere, quantenphysikalische, Gesetze als in der makroskopischen Welt. Strukturen und Prozesse in diesen Dimensionen zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsnah umzusetzen, ist das Ziel des Forschungsschwerpunkts »Nanowissenschaften und Oberflächenforschung« (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). In einer intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Physik, Chemie, Ingenieurwissenschaften und Life Sciences könnten daraus neuartige Sensoren und Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche medizinische Therapien und vieles mehr entstehen. www.kinsis.uni-kiel.de

Pressekontakt:
Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)