Tagungen & Kongresse | Geisteswissenschaft

Licht, Luft und eine neue Pädagogik

7. bis 9. Mai: Internationale Online-Tagung zum Kieler Schulbau zwischen den 1920er und 1950er Jahren

Helle Räume, viel frische Luft und flexible Alternativen zum Frontalunterricht – mit diesen Grundideen setzte Magistratsbaudirektor Rudolf Schroeder (1897–1965) nach dem Zweiten Weltkrieg eine moderne Architektur für Kieler Schulgebäude um. Mit dem Bautypus der Pavillonschulen verwirklichte er ein architektonisch und pädagogisch innovatives Konzept: Es sah unter anderem Klassenräume mit zwei Fensterseiten für optimales Licht und Querlüftungen vor, offene Laubengänge und Freiluftklassen auf einem grün gestalteten Schulgelände. Zu ihrem bauhistorischen und pädagogischen Stellenwert findet vom 7. bis 9. Mai die internationale Online-Tagung „Licht, Luft und eine neue Pädagogik. Die Kieler Pavillonschulen und der Schulbau zwischen den 1920er und 1950er Jahren“ statt. Veranstaltet wird sie vom Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Schleswig-Holstein und dem Baltic Region Heritage Committee. Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zugangslink unter www.kunstgeschichte.uni-kiel.de

In den 1950er Jahren etablierten die Pavillonschulen zukunftsorientierte Lernumgebungen nach den Idealen der Reformpädagogik, die durch flexibles Mobiliar und Drehstühle vielfältige Alternativen zum Frontalunterricht ermöglichten. „Mit mehr als zwanzig Pavillonschulen besitzt Kiel ein weltweit singuläres Gesamtensemble und somit ein Kulturerbe ersten Ranges“, sagt Professor Klaus Gereon Beuckers, Direktor am Kunsthistorischen Institut der CAU und Mitorganisator der Tagung. Inwieweit das Konzept des Magistratsbaudirektors Schroeder und die Kieler Bauten auch internationalen Einfluss hatten, wird auf der Tagung anhand von verwandten Lösungen in Frankreich, der Schweiz, Dänemark, den USA und verschiedenen Regionen Deutschlands diskutiert.

Diskussion zu Kieler Pavillonschulen wird in Studierendenworkshop und Ausstellung fortgesetzt

Die Tagung ist der Auftakt für eine weitere Erforschung und Entwicklung der Kieler Pavillonschulen in den nächsten Jahren. 13 der 23 Bauten in Kiel stehen unter Denkmalschutz – mit ihren baulichen Möglichkeiten werden sich Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens vom 25. bis 30. August 2021 in einem Workshop des BDA vor dem Hintergrund denkmalpflegerischer Leitprinzipien und aktueller pädagogischer Konzepte beschäftigen.

Die Ergebnisse der Onlinetagung und des Studierendenworkshops sollen während der Kieler Woche 2022 in einer Ausstellung sowie in Vorträgen und Diskussionen mit einem Schwerpunkt auf dem historischen, pädagogischen und denkmalpflegerischen Wert präsentiert werden. Die Formate knüpfen an das Kieler-Woche-Gespräch vor 70 Jahren an, in dem die Kieler Schulbauplanung 1952 anhand einer Ausstellung und einer Diskussionsveranstaltung der Bereiche Architektur und Pädagogik erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Das Wichtigste in Kürze:

Internationale Tagung „Licht, Luft und eine neue Pädagogik. Die Kieler Pavillonschulen und der Schulbau zwischen den 1920er und 1950er Jahren“
Datum: Freitag, 7. bis Sonntag, 9. Mai
Zeit: 18.00 - 19.30 Uhr
Ort: Online, Zugangsdaten unter www.kunstgeschichte.uni-kiel.de

Tagungsprogramm

Historische Aufnahme einer Schule
© Stadtarchiv Kiel

Freiluftklassen an der Goethe-Schule in Kiel, Aufnahme Peter Cornelius um 1952

 

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers
Direktor Kunsthistorisches Institut der CAU
0431/880-4630
beuckers@kunstgeschichte.uni-kiel.de

 

Pressekontakt:

Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)