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Kieler Bodenkundlerin erhält Preis für ihre herausragende Forschung

Kaum nach Kiel gekommen und schon ausgezeichnet: Am Dienstag, 9. April, erhielt die frisch an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) berufene Professorin Bahar S. Razavi die Auszeichnung „Outstanding Early Career Scientist Award” der Europäischen Geowissenschaftlichen Vereinigung (EGU). Razavi nahm den bedeutendsten Nachwuchspreis, der im Fach Bodenkunde auf europäischer Ebene vergeben wird, bei der EGU-Hauptversammlung in Wien entgegen. Die Division für Bodenkunde (Soil System Sciences Division) verlieh ihr den Preis „für wegweisende Erkenntnisse in der Bodenbiogeochemie, und insbesondere der räumlichen hochaufgelösten Abschätzung von Enzymaktivitäten (Zymographie)“.  Razavi ist erst die zweite deutsche Bodenkundlerin, die mit dieser Auszeichnung geehrt wird.  „Mein Dank gilt meinem Ehemann für seinen spirituellen Beistand und meinen ehemaligen Betreuern Professor Yakov Kuzyakov und Dr. Evgeniya Blagodatskaya für die Unterstützung während meiner Doktorarbeit. Die Professur am Institut für Phytopathologie der CAU gibt mir die großartige Möglichkeit, meine wissenschaftliche Karriere in einem größeren Rahmen weiterzuentwickeln. In Kiel möchte ich innovative Methoden etablieren, die eine sehr gute Basis für eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen und Institutionen innerhalb der Fakultät sowie der Universität bieten“, sagte Razavi nach der Preisverleihung. Am 15. April tritt sie ihre Professur für Boden- und Pflanzenmikrobiom an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Kieler Universität an.

Razavis exzellente Forschung fokussiert sich auf das Verständnis der Prozesse im Wurzelbereich, der Rhizosphäre. Hauptsächlich erforscht sie den Einfluss des Mikrobioms auf Nährstoffkreisläufe in der Rhizosphäre in Abhängigkeit von biotischen Faktoren, wie Krankheiten und Pflanzenunterschiede und abiotischen Faktoren (z.B. Trockenheit, Temperatur und Landnutzung). Als „Mikrobiom“ wird die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Boden und in Pflanzen bezeichnet. Razavi nutzt dabei neue, selbst entwickelte analytische Methoden in Kombination mit stabilen und radioaktiven Isotopen, um Kohlenstoff- und Stickstoffströme zu verfolgen. Mithilfe der Isotope können organische Verbindungen wie Kohlenstoff, markiert werden, um Reaktionsmechanismen zu verfolgen. So bestimmte Razavi den Einfluss abiotischer Faktoren wie Temperatur oder Licht auf die Zersetzung und die Nährstoffkreisläufe im Boden. Innerhalb von vier Jahren veröffentlichte sie 22 Artikel in führenden Fachzeitschriften der Bodenkunde. Sechs Mal war sie Erstautorin.

In ihrer Professur widmet sich Razavi der Rolle des Boden- und Pflanzenmikrobioms. Insbesondere die Bedeutung des Mikrobioms bei der Entwicklung nachhaltiger Landwirtschaft steht bei Razavi im Fokus.

Weitere Informationen:

www.egu.eu/awards-medals/division...

Dr. Doreen Saggau
Öffentlichkeitsarbeit & wissenschaftliche Kommunikation, Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät
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+49 (0)431/880-7126