Corona | Medizin

Sichere und fachkundige Zahnbehandlung – auch in Zeiten der Corona-Pandemie

In den Studierendenkursen an der Universitätszahnklinik erfolgt die Behandlung unter besonders hohen Hygienestandards.

Mit sechswöchiger Verspätung und unter umfangreichen Vorkehrungen zum Infektionsschutz haben an diesem Montag, den 18. Mai 2020, die zahnmedizinischen Studierendenkurse in der Universitätszahnklinik begonnen. Die große Frage ist: Kommen genug Patientinnen und Patienten? Bisher haben etwa zwei Drittel zugesagt, zur geplanten Behandlung zu kommen. Die Unsicherheit und Angst vor Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus ist groß in der Bevölkerung. „Diese Furcht ist unbegründet“, betont Professor Christof Dörfer von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). „Es wird alles zum Schutz der Patientinnen und Patienten getan. Unsere besonders hohen Hygienestandards und die moderne Ausstattung ermöglichen uns eine Behandlung mit höchster Sicherheit“, erklärt der Studiendekan für Zahnmedizin und Direktor der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Maßnahmen zum Infektionsschutz

Mittels zeitlich versetztem Einlass und Einbahnregelung im Gebäude wird gewährleistet, dass sowohl Studierende als auch Patientinnen und Patienten auf dem Weg zur Behandlung auf Abstand bleiben. Es muss niemand im Wartezimmer warten, stattdessen geht es von draußen direkt auf den Behandlungsstuhl. Für die Behandlung selbst gibt es ebenfalls besondere Vorkehrungen. „Wir behandeln wie bisher auch mit Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille und tragen zusätzlich noch ein Visier vor dem Gesicht“, erklärt Dörfer. Das Plastikschild hält Tröpfchen und Aerosole ab, die beim Bohren unter Wasserkühlung mit relativ hoher Geschwindigkeit aus der Mundhöhle herausgeschleudert werden. „Diese Schilde verhindern, dass der Mundschutz schnell durchfeuchtet. Das ist eine zweite Barriere und schützt sowohl die Behandelnden als auch die Person auf dem Behandlungsstuhl.“

Für die Ausbildung der angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte sind die Studierendenkurse von zentraler Bedeutung. Die Studierenden sind bereits im höheren Semester, haben ihre Fertigkeiten an Simulatoren mit Kunststoffzähnen erprobt und sind mit den Abläufen vertraut. Vor jeder Behandlung erfolgt eine gründliche Untersuchung der Zähne, auf die eine individuelle Planung folgt. Während der Behandlung werden die notwendigen Schritte erklärt und Fragen geduldig beantwortet. Alle Behandlungsmaßnahmen werden zur Qualitätssicherung durch erfahrene Zahnärztinnen und Zahnärzte begleitet und überprüft. Dies garantiert eine hohe Qualität der Versorgung. Dörfer: „Patientinnen und Patienten erhalten bei uns eine unabhängige, fachkundige Beratung und eine professionelle Behandlung auf dem aktuellsten Stand der Forschung. Die Behandlung dauert zwar länger als üblich, aber bei der Qualität gibt es keine Abstriche. Und durch die getroffenen Maßnahmen können wir auch einen höchstmöglichen Infektionsschutz sicherstellen.“

Neue Patientinnen und Patienten sind willkommen

Die Klinik ist gut gerüstet, es fehlt aber noch an Patientinnen und Patienten. Mindestens 250 Personen mit Zahnproblemen, Schmerzen oder Schäden am Gebiss werden pro Semester benötigt sowie zusätzlich bis zu 120 für die Staatsexamina. Sie erhalten in den Studierendenkursen die gleichen Leistungen wie in einer Zahnarztpraxis. Als Ausgleich für den erhöhten Zeitaufwand der Behandlung werden einige Leistungen zu einem reduzierten zahnärztlichen Honorar oder reduzierten Laborkosten berechnet. Interessierte können sich in der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie (Arnold-Heller-Straße 3, Haus B, Kiel) unter 0431/5002-6000 melden.

Kontakt

Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie
UKSH Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3, Haus B
0431/500-26000

 www.uksh.de/zahnerhaltung-kiel

Frau erhält Zahnbehandlung von zwei Zahnmedizinstudierenden.
© Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie

Geschützt mit OP-Maske, Schutzbrille und Handschuhen sowie zusätzlich einem Plastikschild vor dem Gesicht behandeln Studierende der Zahnmedizin eine Patientin. Einbahnregeln und versetzte Einlasszeiten sorgen dafür, dass es auf dem Weg in die Behandlungskojen keinen Stau gibt.

Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation