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Uni Kiel zeichnet herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten aus

Digitale Verleihung der Fakultätspreise, des DAAD-Preises, der Genderforschungspreise und des Aenne-Liebreich Preises für Diversitätsforschung

Feierstunde für den wissenschaftlichen Nachwuchs: Am Mittwoch, 9. Juni, hat die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) die besten Dissertationen und Abschlussarbeiten des vergangenen Jahres gewürdigt. CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda und Vizepräsidentin Professorin Nele Matz-Lück gratulierten den 15 Preistragenden in Anwesenheit ihrer Betreuerinnen und Betreuer, den Dekanen, Familien und Freunden sowie weiteren Gästen per Videokonferenz: „Die heute ausgezeichneten Dissertationen und Abschlussarbeiten zeigen nicht nur die herausragenden Leistungen unserer Promovierenden beziehungsweise Absolventinnen und Absolventen, sondern auch die faszinierende Vielfalt der Themen und Disziplinen an unserer Universität. Wir sind sehr stolz auf Ihre großartigen Leistungen. Alles Gute für Ihre Zukunft.“ Zudem betonte Simone Fulda: „Sieben der elf Fakultätspreise sind an Doktorandinnen gegangen. Das macht noch einmal deutlich, wie viele hervorragende Frauen wir an der CAU haben.“

Anschließend überreichte CAU-Vizepräsidentin Professorin Nele Matz-Lück vier Sonderpreise. Darunter die Genderforschungspreise für hervorragende Doktor- und Masterarbeiten mit Bezug zu Geschlechterfragen, den Aenne-Liebreich Preis für ausgezeichnete Leistungen in der Diversitätsforschung sowie den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für das herausragende Engagement ausländischer Studierender. „Alle drei Themen liegen unserer Universität, aber ganz besonders mir als Vizepräsidentin für Internationales, Nachwuchs, Gleichstellung und Diversität, sehr am Herzen. Herzlichen Glückwunsch zu Ihren verdienten Ehrungen!“, so Nele Matz-Lück. Eine besondere Würdigung für den kolumbianischen DAAD-Preisträger war zudem die Anwesenheit des kolumbianischen Botschafters Hans Peter Knudsen Quevedo.

Preise für Dissertationen sind mit jeweils 1.000 Euro, Auszeichnungen für Masterarbeiten mit je 500 Euro dotiert.

Zierlauchblüte
© Claudia Eulitz

Theologische Fakultät

Portrait
© von klein und groß Fotografie

Dr. theol. Antonia Elisa Lüdtke

Confessional gap. Konfessionalität und Religionsunterricht denken

„Was macht konfessionellen beziehungsweise evangelischen Religionsunterricht heute eigentlich aus? In einer Zeit, in der eine verdichtete und zugleich ‚vielfältige Vielfalt‘ nicht nur gesellschaftliche Realität ist, sondern auch eine gemeinschaftliche Gestaltungsaufgabe darstellt – wie kann da ‚Konfessionalität‘ als genuin monoperspektivisches Konzept religiöser Bildung im öffentlichen Schulwesen weiter- beziehungsweise überhaupt gedacht werden? Meine Dissertation begibt sich in genau diese Suchbewegungen hinein und versucht zugleich ein neues Bild von Konfessionalität zu zeichnen, das diverse Anschlussmöglichkeiten für dialogische und mehrperspektivische Organisationsformen von Religionsunterricht bietet.“

Rechtswissenschaftliche Fakultät

Dr. Anna Theresa Struck-Berghäuser

Franz von Liszt und seine Gegner – Die Auswirkungen des „Schulenstreits" auf das heutige Sanktionen- und Strafvollzugsrecht

„Im sogenannten ‚Schulenstreit‘ zwischen der ‚modernen‘ Strafrechtsschule um Franz von Liszt und der ‚klassischen‘ Strafrechtsschule um Karl Binding und Karl von Birkmeyer standen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem Zweck und Funktion der Strafe im Vordergrund. Aber auch über jene Frage hinaus gab es zwischen den drei bedeutenden Strafrechtlern teilweise geradezu polemische Auseinandersetzungen in Bezug auf wichtige sanktionenrechtliche und strafvollzugsrechtliche Fragestellungen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Bereiche und ihre heutige strafrechtliche Relevanz und gesetzliche Verankerung zu untersuchen.“

Portrait
© Studioline

Medizinische Fakultät

Portrait
© Julieta Sarmiento

Dr. med. Julia Forstenpointner

Systematische Analyse von Tiefer Hirnstimulation und Ethanoleffekt bei fortgeschrittenem Essentiellem Tremor

„Der Essentielle Tremor (= ET) ist eine neurologische Bewegungsstörung. Die maßgebliche Herausforderung der Charakterisierung des ETs liegt in dessen Heterogenität, weshalb eine systematische klinische Befundaufnahme grundlegend für eine erfolgreiche Therapie ist. Ein etablierter Ansatz zur Therapie des fortgeschrittenen ETs ist die Tiefe Hirnstimulation. In vorliegender Arbeit wurden Methoden zur systematischen Trennung von Krankheitsprogress und Habituationseffekt bei Tiefer Hirnstimulation entwickelt. Des Weiteren kann durch Alkoholeinnahme eine signifikante Senkung der Tremoramplitude erreicht werden. In meiner Arbeit wurde erstmals der kombinierte Effekt von Tiefer Hirnstimulation und Alkoholeinnahme untersucht und Erkenntnisse bezüglich des pathophysiologischen Wirkmechanismus beider Interventionen generiert.“

Dr. med. Annette Christina Katharina Streit

Etablierung von h-FTAA als histochemisches Nachweisverfahren von ATTR-Amyloid im Karpaltunnelgewebe und Korrelation klinischer Patienteneigenschaften mit dem ATTR-Amyloidgehalt bei Patienten mit Karpaltunnelsyndrom

„ATTR-Amyloidablagerungen führen zu systemisch relevanten Krankheiten. Für eine möglichst frühzeitige histopathologische Detektion ist ein sensitives Nachweisverfahren notwendig. In dieser Arbeit wurde der Farbstoff h-FTAA für den histopathologischen Nachweis von ATTR-Amyloid im Karpaltunnelligament untersucht und zeigte sich als hoch qualifiziertes Verfahren, um bereits geringe Mengen von ATTR-Amyloid nachzuweisen. Ergänzend wurde der Amyloidgehalt mit demographischen Patienteneigenschaften korreliert. Das Karpaltunnelsyndrom stellt das erste Symptom einer ATTR-Amyloidose dar, die im schlimmsten Fall zur Amyloid-Kardiomyopathie mit den Symptomen einer Herzinsuffizienz führt und die Lebensqualität und -zeit einschränkt. Die Ergebnisse der hier vorliegenden Arbeit tragen zur frühzeitigeren Diagnose der ATTR-Amyloidose bei.“

Portrait
© Jessen Fotografie

Philosophische Fakultät

Portrait
© P. Kroeger

Adrian Hielscher

Mobile Decor-Welten. Das Inventar der Insula del Menandro (I 10) von Pompeji

„In der römischen Antike war das decorative Gestalten der Lebenswelt ein bedeutender Teil der visuellen Kultur. In meiner Arbeit rückten diesbezüglich die kleinen Dinge des Alltags in den Fokus. Aus detaillierten Beobachtungen an archäologischen Objekten sowie Reflexionen über kunsttheoretische und wahrnehmungspsychologische Forschungen ließ sich ein Einblick in Prinzipien antiken Objektdesigns gewinnen. Am Inventar eines pompejanischen Haushaltes zeigte sich, wie mittels Formen, Materialien, Ornamenten und Bildern Dinge nicht nur auf ihre praktische Nützlichkeit hin gestaltet wurden, sondern darüber hinaus visuell organisiert, ästhetisiert und bisweilen semantisiert wurden.“

Hannah Rieger

Die Kunst der ‚schönen Worte‘. Füchsische Rede- und Erzählstrategien im Reynke de Vos (1498)

„Der Reynke de Vos (Lübeck 1498) erzählt von zwei Gerichtsverfahren gegen den Fuchs, in denen dieser trotz erwiesener Schuld seinen Freispruch mittels rhetorisch geschliffener Reden und kunstvoll vorgebrachter Erzählungen erwirkt. Im Tierepos werden damit Rede- und Erzählstrategien entwickelt und vorgeführt, deren Spezifikum in ihrem ‚füchsischen‘ Einsatz liegt, der sich ihre Überzeugungskraft zu Nutze macht, um zu täuschen und zu manipulieren. Dass der Fuchs nicht nur freigesprochen, sondern sogar zum Kanzler ernannt wird, setzt im literarischen Text bereits in Szene, was der politische Diskurs erst später als politisches Strategem entwickeln wird: die Option, mit Hilfe von listklug eingesetzten rhetorischen Techniken Macht zu erlangen und auszuüben.“

Siegel der Philosophischen Fakultät
© Uni Kiel

Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät

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© privat

Dr. sc. agr. Niharika Sashidhar

Random and CRISPR-Cas mutagenesis to create oilseed rape with reduced seed phytic acid content

„Der Raps ist eine bedeutende Ölfrucht und wird in den gemäßigten Breiten für die Herstellung hochwertiger Speiseöle und zur Verwendung der Proteinextrakte als Tierfutter angebaut. Die Rapszüchtung versucht antinutritive Substanzen wie Phytinsäure im Rapsextraktionsschrot zu minimieren, da diese Probleme bei der Fütterung von Nutztieren verursachen. Das Ziel meiner Untersuchungen war die Verringerung von Phytinsäure durch eine Mutagenese von Schlüsselenzymen der Biosynthese. Dazu habe ich chemische Mutageneseansätze unter Verwendung von Hochdurchsatzsequenzierungen und neuen Züchtungstechnologien mit der Genschere verwendet. Ich habe damit Mutationen in 15 Genen gefunden, die nach einer Kombination in Doppel- und Dreifachmutanten zu einer deutlichen Reduktion der Phytinsäuregehalte führten. Dadurch konnten mit meinen Untersuchungen vielversprechende Kandidaten für die Züchtung von niedrig-Phytinsäure Raps gefunden werden. Dies könnte die weitere Verbreitung von Rapsschrot in der Lebens- und Futtermittel-Industrie fördern. Außerdem tragen niedrig-Phytinsäure Sorten zur Verringerung der Phosphat-Einträge in landwirtschaftlichen Böden und damit zu einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft bei.“

Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Dr. Henning Christoph Sievert

Die Qualität von Schulbüchern und ihre Bedeutung für die Arithmetikleistung in der Primarstufe: Eine längsschnittliche Analyse anhand von drei Inhaltsbereichen

„Schulbücher stellen nach wie vor das meistgenutzte Medium im Mathematikunterricht der Grundschule dar. Dennoch ist bisher wenig darüber bekannt, ob und wie sich die Wahl des Schulbuchs auf die Schulleistung der Lernenden auswirkt. In meiner Arbeit habe ich dafür den Begriff der bereichsspezifischen Schulbuchqualität entwickelt und auf Grundlage der Daten von etwa 1.600 Grundschülerinnen und -schülern empirisch belegt, dass diese tatsächlich mit dem Lernerfolg der Kinder zusammenhängt. Dies eröffnet einerseits einen neuen Zugang für die Schulbuchforschung, andererseits ermöglichen die Ergebnisse eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl und Nutzung von Mathematikbüchern für die Grundschule.“

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© Jessica Ullrich
Portrait
© Studioline

Dr. Julien Steffen

Towards High-Quality Black-Box Chemical Reaction Rates with System-Specific Potential Energy Surfaces

„Die Geschwindigkeiten von chemischen Elementarreaktionen sind wichtige Größen zur Beschreibung von komplexen chemischen Systemen wie etwa Verbrennungen. Traditionell werden diese durch mathematische Näherungsverfahren berechnet, da die eigentlich benötigte dynamische quantenmechanische Simulation viel zu zeitintensiv wäre. Ich habe im Rahmen meiner Dissertation ein neues Modell entwickelt, mit dem es möglich ist, die Energiefläche, auf der sich eine Reaktion physikalisch abspielt, automatisiert auf Basis von quantenmechanischen Referenzdaten zu parametrisieren. Ein ebenfalls neu entwickeltes Programm ermöglicht die Anwendung dieses Modells zur automatisierten dynamischen Berechnung von Reaktionsgeschwindigkeitskonstanten.“

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Dr. Moritz Behrend

Operations Management in the Sharing Economy: Essays on the Integrated Perspective of Item-sharing and Crowdshipping

„Die Sharing Economy vereint verschiedene Konzepte, in denen Mitglieder einer Tauschgemeinschaft sich gegenseitig Dienstleistungen erbringen. Zwei dieser Konzepte sind Item-sharing und Crowdshipping. Item-sharing beschreibt den temporären Verleih von Gegenständen wie Werkzeuge oder Freizeitequipment. Im Crowdshipping führen Privatpersonen Transportaufträge für andere aus, die sich entlang ihrer geplanten Fahrten erledigen lassen. Die Arbeit vereint diese beiden Konzepte mit dem Ziel, den aufwändigen Austausch von Gegenständen durch das Crowdshipping zu unterstützen. In numerischen Experimenten werden potenzielle Vorteile einer solchen Konzeptintegration aufgezeigt und betriebswirtschaftliche Erkenntnisse abgeleitet. Weiterhin wird untersucht, unter welchen Bedingungen ein tauschbasierter Konsum eine nachhaltigere Alternative zum erwerbsbasierten Konsum darstellen kann.“

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© Horn & Company

Technische Fakultät

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Dr.-Ing. Malin Rau

Useful Structures and How to Find Them – Hardness and Approximation Results for Various Variants of the Parallel Task Scheduling Problem

„Es gibt schwere Probleme, von denen angenommen wird, dass auch High-End-Computer diese nicht effizient lösen können. Da jedoch oft eine gute, aber nicht zwingend optimale Lösung ausreichend ist, sucht man sogenannte Approximationsalgorithmen. Diese liefern für jede Probleminstanz schnell eine Lösung, deren Zielfunktionswert nicht weiter als einen bestimmten Faktor (Approximatiosfaktor) vom Optimum entfernt ist. Für manche Probleme kann ein problemspezifischer Approximatiosfaktor (untere Schranke) nicht unterschritten werden. In meiner Arbeit habe ich für eine Reihe dieser Probleme sowohl Approximationsalgorithmen entwickelt als auch untere Schranken bewiesen und so die Lücken zwischen bestem Approximatiosfaktor und unterer Schranke geschlossen.“

Aenne-Liebreich-Preis

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© privat

Aanchel Kapoor

Masterarbeit: Rassismus in Deutschland: Kritische Stimmen Schwarzer deutscher Frauen
Dotierung: 500 Euro

„In meiner Masterarbeit erarbeite ich rassismuskritische und weißseinskritische Wissensbestände, sowie Erfahrungen von Rassismus im Alltag aus nicht-fiktionaler Literatur von Schwarzen deutschen Autorinnen. Als Kontext zeige ich eine weiße rassistische Mehrheitsgesellschaft in Deutschland auf, die Schwarze weibliche* Lebensrealitäten, Schwarzes Wissen und Schwarze Erfahrungen aktiv ausblendet und zum Schweigen bringt. Aus einer machtkritischen Perspektive, die als theoretische Werkzeuge Intersektionalität, De- und Postkolonialismus und Kritisches Weißsein berücksichtigt, hinterfrage ich die hegemoniale Position des weißseins in Deutschland als gesellschaftliche Norm und gewaltvolle Realität für Schwarze Menschen und repräsentiere kritische Stimmen von Schwarzen deutschen Frauen*, die durch rassistische und patriarchale Strukturen ausgegrenzt und diskriminiert werden, als Standpunkte außerhalb der hegemonialen weißen Wissensstrukturen.“

Der Aenne-Liebreich-Preis für Diversitätsforschung wird dieses Jahr zum dritten Mal an der CAU vergeben. Er erinnert an das Leben von Aenne Liebreich und an ihre Zugehörigkeit zur Universität. Der Preis fördert die Sichtbarmachung und Anerkennung von Vielfalt an der Uni Kiel und ist eine Maßnahme aus dem Audit „Vielfalt gestalten“, in dem die CAU im Februar 2019 erfolgreich zertifiziert wurde. Gefördert werden Abschlussarbeiten mit Themen, die einen Bezug zu Fragen gesellschaftlicher Vielfalt und/oder sozialer Gerechtigkeit aufweisen.

Über Aenne Liebreich
Dr. Aenne Liebreich arbeitete von 1927 bis 1933 als außerplanmäßige Assistentin am Kunsthistorischen Institut in Kiel. Mit ihrer Forschung zu dem Bildhauer Claus Sluter will sie sich dort als eine der ersten Frauen im Fach Kunstgeschichte habilitieren. Doch nach der Machtergreifung wird sie am 30. April 1933 zuerst beurlaubt und schließlich mittels des rassistischen „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ entlassen. Es ist ihr nicht mehr möglich, ihr Habilitationsverfahren in Deutschland zu Ende zu bringen. Aufgrund ihrer Kontakte zu französischen Kolleg*innen und ihrer Sprachkenntnisse erhält sie eine Assistentenstelle bei Henri Focillon am Institut d'art et d'archéologie an der Sorbonne in Paris. Neben der Lehre übersetzt sie das Sluter-Manuskript, das Buch erscheint 1936 und wird positiv aufgenommen. Trotz dieses Erfolges nimmt sich die vertriebene Wissenschaftlerin nach Kriegsbeginn im Winter 1939/40 im Pariser Exil das Leben. Weitere Informationen.

DAAD-Preis

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© Eva Heisenberg

Jayson Mauricio Duarte Alemán

Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für herausragende Leistungen und besonderes Engagement ausländischer Studierender
Dotierung: 1.000 Euro

Der Kolumbianer Jayson Mauricio Duarte Alemán hat seinen Master of Law (LL.M.) an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der CAU absolviert und promoviert dort mit einer vergleichenden Arbeit zu deutschem und kolumbianischen Steuerrecht. Seit 2019 ist er als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Neben seinen hervorragenden akademischen Leistungen, aufgrund derer er zur Spitzengruppe der ausländischen LL.M.-Absolventen gehört, engagiert sich Duarte Alemán bundesweit für die internationale Studierendenschaft und den interkulturellen Austausch. Er ist Mitglied der Deutsch-Kolumbianischen Juristenvereinigung sowie im Vorstand der European Law Student Association Kiel e.V., wo er das Student Trainee Exchange Programme unterstützt. Darüber hinaus ist er Referent des AStA für internationale Studierende. Jayson Mauricio Duarte Alemán wurde für das Internationale Parlaments-Stipendium des Deutschen Bundestages ausgewählt und absolviert dort seit März 2021 ein Praktikum.  

Der mit 1.000 Euro pro Hochschule dotierte DAAD-Preis, der seit mehr als zehn Jahren vergeben wird, soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Er zeichnet herausragende Studierende und Doktorand*innen aus, die sich durch besondere akademische Leistungen und bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement hervorgetan haben und macht dies einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Genderforschungspreise

Der Genderforschungspreis wird an der CAU seit 2010 an herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten mit einem Bezug zur Genderforschung verliehen. Antragsberechtigt sind Wissenschaftler*innen aller Fakultäten, die Entscheidung über den Preis fällt der zentrale Gleichstellungsausschuss des Senats.

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© privat

Dr. Anneke Steegh

Dissertation: Change the game, not the girl – Understanding the role of gender-science stereotypes in science competitions
Dotierung: 1.000 Euro

„Obwohl die Teilnahme an Wissenschaftswettbewerben positiv mit Interessen, Selbstvertrauen und einer zukünftigen Karriere in der Wissenschaft konnotiert ist, sind Mädchen oft zurückhaltend bei der Teilnahme und weniger erfolgreich als Jungen. In meiner Dissertation beschreibe ich, dass geschlechtsspezifische Wissenschaftsstereotypen – kulturelle Überzeugungen darüber, dass Männer talentierter und interessierter an Naturwissenschaften sind als Frauen – einen negativen Einfluss auf Mädchen in deutschen Wissenschaftswettbewerben haben. Insgesamt waren Mädchen, die diesen Stereotypen anhingen, unter den am wenigsten erfolgreichen Teilnehmenden überrepräsentiert, erhielten wenig Unterstützung von ihren Eltern, waren weniger an Naturwissenschaft interessiert und zögerten eher, im Wettbewerb zu bleiben.“

Jule Olbricht

Masterarbeit: Der Verkehrsraum als Thema angewandter Ethik
Dotierung: 500 Euro

„Der Verkehrsraum ist unausweichlich und omnipräsent. In seiner Planung und Umsetzung steht jedoch paradoxerweise das Fortkommen im Mittelpunkt. Seine Struktur ist traditionell an den Erfordernissen eines (männlichen) Erwerbsalltags ausgerichtet. Dabei wird die ubiquitäre Sorgearbeit, die diesen Alltag erst ermöglicht, vernachlässigt. So kommt es, dass die Zugangs- und Nutzungsmöglichkeiten des Verkehrsraums von Geschlecht und sozioökonomischem Status abhängig sind. Für ein gleichberechtigtes und rücksichtsvolles Zusammenleben ist es daher unerlässlich, die von der Planungsnorm abweichenden Bedürfnisse der Sorgearbeit nicht als Defizit zu begreifen, sondern als Wegweiser für eine Gestaltung des öffentlichen Raums, bei der die ethische Dimension des Verkehrsraums in den Mittelpunkt rückt.“

Siegel der Philosophischen Fakultät
© Uni Kiel

Pressekontakt:

Anna-Kristina Pries
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation