Themenabend zu Nobelpreisträger Max Planck am 4. Oktober

Gemeinsames Projekt aus Regionalgeschichte und Physik gibt Einblicke in Leben und Werk des Kieler Ehrenbürgers

Er gilt als Begründer der Quantenphysik und erhielt für seine Entdeckungen 1918 den Physik-Nobelpreis: Die Arbeit des in Kiel geborenen Max Planck bildet die Grundlage, um winzige Strukturen auf der Nanoebene zu beschreiben – ohne das wären Mikrochips, Laser oder hochleistungsfähige Computer heute nicht denkbar. Ein Themenabend anlässlich des 75. Todestags von Planck gibt am Dienstag, 4. Oktober, 18:00 Uhr, Einblicke in sein Werk, in sein Verhältnis zur Stadt Kiel sowie in persönliche Briefe und Dokumente aus seinem Nachlass. Die Veranstaltung „Max Planck, Kiel und die moderne Quantenphysik“ findet im Kulturforum Kiel statt und wird gemeinsam organisiert von der Abteilung für Regionalgeschichte und dem Institut für Theoretische Physik und Astrophysik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird bis zum 26. September gebeten unter info@kinsis.uni-kiel.de.


Projekt mit Studierenden
 

20 Kartons und Ordner lagern im Physikzentrum der CAU, darin bis zu 130 Jahre alte Originaldokumente Plancks, von Korrespondenz mit ebenso berühmten Kollegen über Urlaubspostkarten bis zu privaten Fotos. „1885 trat Planck in Kiel seine erste Professur an. Später ging er nach Berlin, betrachtete Kiel aber als seine eigentliche Heimat und fühlte sich Zeit seines Lebens als Schleswig-Holsteiner“, sagt Michael Bonitz. Der Professor für Theoretische Physik hatte 2013 eine Ausstellung zu Planck organisiert, die seitdem in der Physikbibliothek der CAU zu besichtigen ist. Bereits damals stellte Plancks Familie Originale aus seinem Besitz zur Verfügung wie seine Wanderausrüstung. Nun folgte die Leihgabe der Dokumente.

Mittlerweile ist daraus ein gemeinsames Projekt mit Oliver Auge, Professor für Regionalgeschichte, und Studierenden geworden. Ziel ist, die Bestände zu sortieren und zu digitalisieren und sie so für die Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Für unsere Studierenden ist es natürlich toll, wenn sie mit Originalen arbeiten und ihre Ergebnisse mit der Öffentlichkeit teilen können“, sagt Auge. Beim Themenabend gibt das Projektteam erste Einblicke in seine Arbeit.


Allgemeinverständliche Vorträge zu Leben und Werk
 

Weitere allgemeinverständliche Vorträge wollen am dem Abend ein möglichst umfassendes Bild des Kieler Ehrenbürgers zeichnen: Prof. Dr. Michael Bonitz spricht über Plancks Arbeit und seine Beziehung zur Stadt Kiel. Prof. Dr. Dieter Hoffmann vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, beleuchtet Plancks enges, aber nicht spannungsfreies Verhältnis zu seinem Physikkollegen Albert Einstein. Prof. Dr. Kai Rossnagel, Sprecher des Nano-Forschungsschwerpunkts KiNSIS (Kiel Nano, Surface and Interface Science) an der CAU, zeigt, welche revolutionären Möglichkeiten sich aus der von Planck begründeten Quantenphysik für extrem leistungsfähige Quantencomputer der Zukunft ergeben. Zum Abschluss äußert sich Dr. Johannes Rosenplänter, Leiter der Historischen Institute der Landeshauptstadt Kiel, zu den Potentialen, die das Thema Planck für die Stadt künftig bieten kann.

Eröffnet wird der Themenabend von Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer und CAU-Präsidentin Prof. Dr. Simone Fulda. Prof. Dr. Oliver Auge führt durch das Programm.

Das Wichtigste in Kürze:

Was? „Max Planck, Kiel und die moderne Quantenphysik“ Themenabend anlässlich des 75. Todestags von Max Planck
Wann? Dienstag, 4. Oktober 2022, 18:00 Uhr
Wo? Kulturforum Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31, 24103 Kiel

Zum Programm (PDF zum Download)

Um 16:00 Uhr besteht außerdem die Möglichkeit zu einer Führung durch die Planck-Ausstellung im Physikzentrum der CAU. Treffpunkt: Foyer vor dem Planck-Hörsaal, Leibnizstraße 11
Eintritt ist frei. Anmeldung bis zum 27. September unter info@kinsis.uni-kiel.de

 

 

Kontakt:

Anne Krohn, M.A.
Abteilung für Regionalgeschichte
akrohn@histosem.uni-kiel.de

Karoline Liebler, M.A.
Abteilung für Regionalgeschichte
k.liebler@email.uni-kiel.de

Prof. Dr. Michael Bonitz
Institut für Theoretische Physik und Astrophysik
bonitz@physik.uni-kiel.de

Historische Dokumente
© Julia Siekmann, Uni Kiel

Vom Reisepass über Postkarten bis zu Fotos: 20 Kartons und Ordner mit Originaldokumenten geben Einblicke in das Leben des Kieler Nobelpreisträgers Max Planck.

Zwei Männer mit Schachteln

Ein interdisziplinäres Team rund um Prof. Oliver Auge (Regionalgeschichte, links) und Prof. Michael Bonitz (Theoretische Physik) bereitet die Dokumente aus dem Nachlass Plancks für Forschung und Öffentlichkeit auf.

Gedenkstein mit Bild von Max Planck
© Kai Wittmacher

In der Küterstraße in Kiel, wo früher das Elternhaus von Max Planck stand, erinnert heute ein Gedenkstein an den berühmten Physiker. Aufgestellt wurde er 1958 zu seinem 100. Geburtstag.

 

 

 

Pressekontakt:
Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)