Forscherin aus Schleswig-Holstein wird Mitglied der Leopoldina

Würdigung von Professorin Alexandra Worden für ihre wissenschaftlichen Leistungen in der Evolutionsbiologie

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina hat Alexandra Zoe Worden, Professorin für die Biologie ozeanischer Ökosysteme am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) sowie Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön, im Mai zum neuen Mitglied gewählt. Die Mitgliedsurkunde wird im April 2023 in einer feierlichen Zeremonie überreicht. Die Leopoldina vertritt die deutsche Forschung im Ausland. Mit rund 1.600 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern ist sie die größte Wissenschaftsakademie in Deutschland und bündelt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen.

Die Spitzenforschung von Professorin Dr. Alexandra Zoe Worden auf dem Gebiet der Evolutionsbiologie wurde kürzlich mit einer Mitgliedschaft in der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewürdigt. Worden ist Professorin für Ökologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Seit Mai 2021 ist sie zudem Max-Planck-Fellow am Max-Planck-Institut (MPI) für Evolutionsbiologie in Plön. Die Leopoldina vereint Forschende mit besonderer Expertise in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Kriterium für die Aufnahme sind herausragende wissenschaftliche Leistungen.

"Die Fragen, mit denen unser Planet – und unsere eigene Existenz – konfrontiert werden, sind eng mit der Gesundheit der Ozeane verknüpft. Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen wir eine enorme Verantwortung dafür, zu verstehen und zu vermitteln, wie sowohl die Nahrungsketten der Ozeane als auch die Kohlendioxidaufnahme aus der Atmosphäre funktionieren und wie wir diese Funktionen am besten schützen können", so Worden. "Ein wichtiger Schritt dafür, neben innovativer Wissenschaft und internationaler Zusammenarbeit, die über geopolitische Grenzen hinausgeht, ist vor allem, den menschlichen Gemeinschaften, die wir unterstützen wollen, gegenüber authentisch zu sein. Eine zweite Ebene besteht darin, sich mit lokalen Gemeinschaften rund um den Globus zu vernetzen und die Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen und Kulturen zu verstehen. Dies kann am besten dadurch erreicht werden, dass sich die Vielfalt der Menschen in der Wissenschaft erhöht, so dass sich Gemeinschaften mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen lokalen Problemen mit Forschenden und Entscheidungstragenden identifizieren und mit ihnen in Kontakt treten können. Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr, einen Beitrag zu den Bemühungen der Leopoldina zu leisten, Orientierungshilfen und Anstöße zu den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zu geben, mit denen die Menschheit konfrontiert ist."

Worden ist bekannt für ihre hochgradig interdisziplinäre Forschung, in der sie genomische Ansätze, Ozeanographie, Meerestechnik und Evolutionsbiologie miteinander verbindet. Sie gilt als Vorreiterin im Verständnis einer Schlüsselgruppe photosynthetischer Organismen und deren Beitrag zur Aufnahme von Kohlendioxid in marinen Ökosystemen; winzige Algen, die heute als Picoeukaryoten bekannt sind. Darüber hinaus erforscht sie die Wechselwirkungen zwischen Mikroben und die Folgen für die CO2-Fixierung sowie den Export in die Tiefsee.

Professor Dr. Katja Matthes, Direktorin vom GEOMAR, fügt hinzu: "Das GEOMAR gratuliert Alexandra Worden ganz herzlich zur Aufnahme in die renommierte Akademie. Mit ihr gewinnt die Leopoldina eine hochkarätige Wissenschaftlerin für ihre Reihen. Es ist diese Art von Spitzenforschung, die jetzt notwendig ist, um Lösungen für aktuelle Herausforderungen im System Erde zu erarbeiten.“

Die Wahl findet inmitten der UN-Ozeandekade 2021-2030 statt. "Die Mitgliedschaft von Professor Worden unterstreicht die herausragende Expertise in den Meereswissenschaften, die auch auf starken Kooperationen in Kiel und der Region beruht", betont Professorin Dr. Simone Fulda, Präsidentin der CAU. "Sie stärkt die Bedeutung unseres interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Kiel Marine Science an der Kieler Universität und lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt auf die wichtige Rolle des Ozeans in Zeiten des globalen Wandels."

"Ich gratuliere Frau Professorin Dr. Worden auch im Namen unseres Instituts zu dieser großartigen und wohlverdienten Leistung", sagt Professor Dr. Paul Rainey, geschäftsführender Direktor am MPI für Evolutionsbiologie Plön. Dort leitet Alexandra Worden als Max-Planck-Fellow eine assoziierte Forschungsgruppe, die an der Aufklärung der molekularen Mechanismen hinter der photosynthetischen Produktivität und an der Frage arbeitet, wie sich die Algen in zukünftigen Klimaszenarien verändern werden.

Neben Wordens Forschungsarbeiten, die zur Entdeckung neuer photosynthetischer Gruppen im Ozean, zu Erkenntnissen über die Evolution nicht-kultivierter Algen und zu Interaktionen zwischen nicht-kultivierten biologischen Organismen geführt haben, war sie Mitglied mehrerer Kommissionen und Mitverfasserin von wissenschaftlichen Leitdokumenten und Arbeiten. Sie ist eine anerkannte Verfechterin von Vielfalt und Gleichstellung in der Wissenschaft. Auf der konzeptionellen Ebene betont Professor Worden die Notwendigkeit, biologische und physikalische Maßstäbe sowie evolutionäre und rechnerische Ansätze einzubeziehen, um aussagekräftige globale biogeochemische Modelle zu entwickeln.

Kontakt:

Ann Kristin Montano
GEOMAR, Kommunikation & Medien
0431/600-2811
media@geomar.de

Alexandra Zoe Worden
© Todd Walsh/MBARI

Alexandra Zoe Worden ist zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt worden.

Alexandra Zoe Worden an Bord eines Schiffes bei der Probenentnahme
© Adam Monier/Universität von Exeter

Alexandra Zoe Wordens Spitzenforschung ist der Grund, dass sie als neues Mitglied der Leopoldina ausgewählt wurde.

Über Kiel Marine Science (KMS)

Kiel Marine Science (KMS), das Zentrum für interdisziplinäre Meereswissenschaften an der CAU widmet sich der interdisziplinären Erforschung der Meere an der Schnittstelle von Mensch und Ozean. Dabei bündeln die Forschenden ihre Expertise aus unterschiedlichen natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen und untersuchen die Risiken und Chancen, die das Meer für den Menschen bereithält und bilden die nächste Generation fachübergreifend aus. Gemeinsam mit Akteuren außerhalb der Wissenschaft arbeiten sie weltweit und transdisziplinär an Lösungen für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz des Ozeans.

Zu Kiel Marine Science

Pressekontakt:
Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit | Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk