Uni Kiel stärkt Forschungsdatenmanagement

CAU-Einrichtungen bündeln und erweitern digitale Serviceangebote für Forschende

In Laboren, auf Forschungsschiffen, bei der Feldforschung oder der Arbeit in Archiven und Bibliotheken: Der Umfang an Forschungsdaten wächst – durch Quellenforschung, Messungen, Erhebungen oder Befragungen. Intelligentes Datenmanagement ist deshalb eine entscheidende Komponente für erfolgreiche Forschung. Es kann den Zugang zu Daten erleichtern, die Auswertung effizienter machen und die internationale Zusammenarbeit fördern. Um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei fachgerecht zu unterstützen, hat die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ihre Serviceangebote erweitert: Das neue Forschungsdatenmanagement bündelt als einrichtungsübergreifende Serviceeinheit die Initiativen auf dem Campus, baut diese aus und fungiert als zentraler Ansprechpartner für die Forschenden. Das neue Team Digital Humanities & Forschungsdaten in der Universitätsbibliothek Kiel widmet sich dabei unter Leitung von Andreas Christ den Digitalen Geisteswissenschaften an der Schnittstelle von Wissenschaft und Informatik. Im Rechenzentrum leitet Thilo Paul-Stüve das Forschungsdatenmanagement der Natur-, Ingenieurs- und Strukturwissenschaften. Auch das Personal für die Entwicklung und den Betrieb von geeigneten IT-Systemen wurde hier verstärkt.

Anschluss an nationale und internationale Infrastrukturen

„Die Neuorganisation und Stärkung des zentralen Forschungsdatenmanagements ist ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung der digitalen Forschungsinfrastruktur an der CAU“, erklärt Professor Eckhard Quandt, CAU-Vizepräsident für Forschung, Transfer, wissenschaftliche Infrastruktur und Digitalisierung. „Wir unterstützen damit die Digitalisierung von Forschung und Lehre durch vielfältige Dienstleistungen. Zudem erleichtern wir dadurch die aktive Beteiligung der Kieler Forschung an der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur, dem im Aufbau befindlichen wichtigen Netzwerk fächerspezifischer Dienste zum Management von Forschungsdaten.“ Mit großen nationalen und internationalen Initiativen wie der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und der European Open Science Cloud (EOSC) oder GAIA-X habe das Thema Forschungsdatenmanagement zuletzt eine große Dynamik entfaltet, sagt Thilo Paul-Stüve. „Aspekte wie Open Access für Forschungsdaten, kurz Open Data, sowie die FAIR-Data-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable & Re-usable) werden als Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis von den Forschungsförderorganisationen eingefordert“, so Paul-Stüve. Um diese Ziele umzusetzen, bräuchte es Infrastrukturen und Beratungsangebote, die beim Umgang mit Forschungsdaten und der Integration des Forschungsdatenmanagements in die Lehre unterstützen.

Dienste zum besseren Datenmanagement

„Unsere Teams wollen passgenaue Dienste zum Umgang mit Forschungsdaten in den verschiedenen Fachrichtungen und Forschungsschwerpunkten anbieten. Der Service reicht von der Erhebung der Daten bis zur Publikation“, ergänzt Andreas Christ. Dazu gehöre auch die Beratung zu FAIR und Open Data sowie in rechtlichen und ethischen Fragen des Datenmanagements. Darüber hinaus sollen die Einrichtungen zentraler Ansprechpartner zur Integration in Forschungs- und Verbundprojekte sein, die beispielsweise gefördert werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG oder in EU-Programmen wie Horizon 2020 und Horizon Europe.

In Abstimmung mit den Forschenden wird eine Forschungsdateninfrastruktur entwickelt, die sich an die genannten internationalen Initiativen anbinden lässt. Gemeinsam mit Lehrenden und Forschenden sollen zudem Konzepte zur Vermittlung grundlegender und weiterführender Datenmanagement-Kenntnisse für Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie technisch-administrative Mitarbeitende umgesetzt werden. Hierfür wird im Zuge des räumlichen Umbaus der Universitätsbibliothek ein Digital Learning Lab (DLL) entstehen, in dem praktische Fertigkeiten im Datenmanagement und die Bedienung digitaler Werkzeuge vermittelt werden soll.

Das Forschungsdatenmanagement wird als gemeinsame virtuelle Serviceeinrichtung von den CAU-Einrichtungen Rechenzentrum, Servicezentrum Strategie, Forschung & integrierter Transfer sowie von der Universitätsbibliothek getragen. Außerdem ist der Geschäftsbereich Qualitätsentwicklung des Servicezentrums Studium und Internationales mit seiner ausgewiesenen Kompetenz im Bereich der Lehrentwicklung beteiligt.

Forscherin am PC
© Jürgen Haacks, Uni Kiel

Forschungsarbeit produziert immer größere Datenmengen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Erhebung, Auswertung, Publikation und Archivierung ihrer Ergebnisse zu unterstützen, ist Ziel des neuen Forschungsdatenmanagements an der CAU.

Wissenschaftlicher Kontakt:

Andreas Christ
Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften (Digital Humanities)
christ@ub.uni-kiel.de

Thilo Paul-Stüve
Forschungsdatenmanagement in den Natur-, Ingenieurs- und Strukturwissenschaften
paul-stueve@rz.uni-kiel.de

Pressekontakt:

Anna-Kristina Pries
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation