Mehr Gründungsunterstützung an der Kieler Universität ab 2022

Wenn ein Wirtschaftsminister sich die Ehre gibt, ein Fintech-Gründer und die erste Riege der schleswig-holsteinischen Start-up-Szene zugegen sind, dann ist das auch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) etwas Besonderes. Anlass war die Veranstaltung „Erfolgreich Gründen an der CAU – Start-ups made in Kiel“, zu dem das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) an der CAU am 11. November geladen hatte. Es ging um wertvolle Ideen, Förderungsmöglichkeiten und vor allem um den Mut, den ersten Schritt zu wagen.

Deutschlandweit: Platz 24

Erik Podzuweit ist der Gründer von Scalable Capital, das auf Platz 24 der 500 erfolgreichsten Start-ups in Deutschland steht (Crunchbase-Ranking). Und er war CAU-Student. Schon während seiner Studienzeit besuchte er verschiedene Gründungsveranstaltungen der Universität. Aus Misserfolgen bei frühen Investments zog er seine Schlüsse und verfeinerte seine Anlagestrategie immer weiter. Schließlich mündeten seine Überlegungen in einem Unternehmen, das aktuell mehr als 200.000 Kunden mit rund 2,5 Milliarden Euro investiertem Kapital betreut.

Die vielseitigen Unterstützungsangebote für Gründerinnen und Gründer standen im Mittelpunkt des Vortrags von Bernd Bucholz, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein (SH). Sein Ziel: Die anwesenden Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einer Gründung zu motivieren. Am darauffolgenden Tag gab er zudem bekannt, dass das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein bis 2027 verlängert wird. Gut ein Viertel der bisher geförderten Gründungsvorhaben wurden am ZfE beraten und begleitet.

Innovationen via Plug&Play

Als Teil der Unterstützung hat Schleswig-Holstein eine Kooperation mit der weltweit aktiven Innovationsplattform Plug&Play, die gleichzeitig auch einer der aktivsten Investoren im Silicon Valley ist. Claudius Laskawy aus dem Hamburger Office von Plug&Play führte im letzten Impuls aus, dass es nie so einfach zu gründen gewesen sei – in Deutschland und speziell auch im Norden. Er sensibilisierte die anwesenden Gründungsinteressierten für die drei "T": Team, Technologie und TAM (total adressable market), die die entscheidenden Kriterien für die Investoren bei der Bewertung von Gründungen darstellen.

Gäste der Podiumsdiskussion waren unter anderem:

  • Bärbel Boy: Unternehmerin und Initiatorin der Unternehmer-Geist-Studie, die sich mit der fehlenden Wertschätzung für Unternehmer*innen in Deutschland beschäftigt.
  • Dr. Anke Rasmus, die das ZfE an der CAU leitet und Erste Vorsitzende von StartUp SH ist.
  • Stephan Senkbeil, Gründer von sonoware - einem Spin-off der CAU aus der Technischen Fakultät, das mithilfe eines EXIST-Forschungstransfers ausgegründet wurde.

Gegenstand der Diskussion war, wie die Wahrnehmung von Unternehmertum und die Gründungskultur allgemein und speziell an der CAU verbessert werden kann. CAU-Vizepräsident Professor Eckhard Quandt: „Die Kieler Universität möchte ihre IP-Prozesse und die Nutzung von Universitäts-Infrastrukturen durch Gründungen ab dem nächsten Jahr erheblich vereinfachen. Daneben planen wir ein aktives Scouting in den einzelnen Fachbereichen - mit Unterstützung des Landes durch die REACT-Mittel.“ REACT steht für „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“ (Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas) und ist eine Initiative, mit der die Maßnahmen zur Krisenbewältigung und zur Linderung der Krisenfolgen im Wege der Investitionsinitiative zur Bewältigung der Coronavirus-Krise und der Investitionsinitiative Plus zur Bewältigung der Coronavirus-Krise weitergeführt und ausgebaut werden.

4 Portraitbilder als Collage
© diverse

Bernd Buchholz (o.l.) und Erik Podzuweit (u.l., Scalable Capital) sowie von Plug&Play Jacob Gaard (o.r.) und Claudius Laskawy (u.r.)

Mann vor Tafel, im Vordergrund Hörsaal mit Zuhörern
Mann vor Tafel mit Publikum
Hörsaal mit Menschen
Drei Männer im Hörsaal, im Gespräch miteinander
Mann mit Mikro vor Beamerwand
Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing der Kieler Universität
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation