„Die Universität sicht- und hörbar gemacht"

Universitätsmusikdirektor Bernhard Emmer nach 32 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Großer Chor und Orchester auf einer Bühne
© Martin Geist, Uni Kiel

Volle Besetzung: Chor und Orchester gaben alles zur Verabschiedung von Universitätsmusikdirektor Bernhard Emmer.

Ein 70-jähriger Mann an einem Rednerpult
© Martin Geist, Uni Kiel

70 Jahre und kein bisschen leise: Bernhard Emmer will nun doch etwas kürzer treten.

Nach fast 32 Jahren hat sich die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am Abend des 31. März von ihrem Universitätsmusikdirektor Professor Bernhard Emmer verabschiedet. Gewürdigt wurde er in einer mit viel Musik angereicherten Feierstunde als Mensch, der den Ton der Hochschule maßgeblich geprägt hat. Emmer selbst bedankte sich mit den Worten: „Diese Arbeit war neben meiner Familie das größte Glück in meinem Leben.“

Nach Anfängen in der Kirchen- und Chormusik fand Bernhard Emmer seine eigentliche Berufung, als er im Jahr 1990 Universitätsmusikdirektor in Kiel wurde. Das war nach den Worten von Universitätspräsidentin Professorin Simone Fulda nicht nur für ihn selbst ein Glück, sondern auch für unzählige andere Menschen: „Er schaffte es, dass die Universitätsmusik in der Region und in ganz Schleswig-Holstein gehört wurde.“

Das hat einen guten Grund, denn Emmer formte nach den Worten von Laudator Professor Siegfried Oechsle  das Orchester und ebenso die Kantorei zu „leistungsfähigen Klangkörpern“, die immer wieder mit hochklassigen Aufführungen der großen Werke von Bach, Brahms, Händel oder Mendelssohn auf sich aufmerksam machten. Allein 30 CD-Produktionen sind unter der Ägide des gebürtigen Wiesbadeners entstanden. Die Semesterkonzerte des Collegium Musicum und der Studierendenkantorei fanden bald so großen Anklang, dass es davon seit 1994 gleich sieben im Jahr gibt.

Die CAU-Präsidentin am Rednerpult
© Martin Geist, Uni Kiel

CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda.

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Im positiven Sinn gilt Bernhard Emmer auch als versierter Strippenzieher. Nicht zuletzt darauf ist es laut Professor Oechsle zurückzuführen, dass der Bach-Saal des Musikwissenschaftlichen Instituts eine symphonisch-konzertante Woehl-Orgel für mehr als 300.000 Euro bekam. Zu den vielen wohlklingenden Hinterlassenschaften des Jung-Pensionärs gehören auch die Mittagskonzerte, die während der Vorlesungszeit einmal in der Woche Musik aus vielerlei Richtungen präsentieren. Unterm Strich, so das Fazit von CAU-Präsidentin Fulda, sei dank des Wirkens von Bernhard Emmer die Universität „als zentrale Akteurin in der Gesellschaft wahrgenommen worden“.

Als herausragend würdigte Laudator Oechsle auch den Beitrag zum im Jahr 2015 gefeierten 350. Jubiläum der Universität Kiel. Durch die von Emmer verantwortete Wiederaufführung der Festmusiken zur Universitätsgründung 1665 hätten die Feierlichkeiten ihre „eigene Würde“ erhalten, meinte er. Ganz ähnlich beschrieb Ulrich Weber vom Personalrat für den akademischen Mittelbau das Wirken von Bernhard Emmer, der 2016 vom damaligen Ministerpräsidenten Torsten Albig zum Ehrenprofessor ernannt wurde: „Er hat die Universität sichtbar, hörbar und erlebbar gemacht.“ 

Er schaffte es, dass die Universitätsmusik in der Region und in ganz Schleswig-Holstein gehört wurde.

CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda

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Ein Muster an Pflichterfüllung ist Emmer bei allem Sinn für schöne Töne noch dazu: Nachdem er bereits seinen Ruhestand um zweieinhalb Jahre verschoben hatte, sprang er auch noch in der schweren Zeit mit Corona und einer komplizierten Nachfolgersuche ein, sodass er erst jetzt mit inzwischen 70 Jahren kürzertreten kann. Die Universität Kiel wird ihm dafür noch sehr lange dankbar sein. „Ohne ihn und seine große Kreativität in dieser Zeit wären Chor und Orchester in starke Nöte geraten“, betont Professorin Kathrin Kirsch.

Von der Bühne ging Emmer am Donnerstagabend indes nicht, ohne einen besonderen und bewegenden Akzent zu setzen: Zum Schluss bat er die Gäste sowie die versammelten Mitglieder der Kantorei und des Collegium Musicum als eindringlichen Friedenswunsch spontan, das Dona nobis pacem aus der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach zu singen. 

Neuer Universitätsmusikdirektor in Kiel ist mit Wirkung zum 1. April Daniel Kirchmann, bisheriger Chordirektor am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.

Text: Martin Geist

Ein singender Chor im Kieler Audimax
Ein Mann steht an einem Rednerpult
Eine Frau spielt am Piano
Ein Mann spricht an einem Rednerpult
Eine Frau an einem Rednerpult
Drei Menschen stehen auf einer Bühne, der Man n in der Mitte öffnet ein Geschenk

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Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing der Kieler Universität
Sachgebiet Presse, Digitale und Wissenschaftskommunikation