Max Planck zieht in die Ruhmeshalle Walhalla ein

Kieler Physiker und Nobelpreisträger als herausragende Persönlichkeit geehrt

Max-Planck (1858-1947). Physik-Nobelpreisträger. Gebürtiger Kieler. Seine erste Professur trat der Physiker an der heutigen Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) an. Planck gilt als Begründer der Quantentheorie und leitete mit seiner Entdeckung die moderne Physik ein.

Am 15. Juli 2022, fast 75 Jahre nach seinem Tod, wurde Planck mit einer eigenen Büste in der Ruhmeshalle Walhalla im bayerischen Donaustauf geehrt. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Wissenschaftsminister Markus Blume enthüllten die Büste im Rahmen eines Festakts.

Mit seiner Quantentheorie habe Planck den Übergang von der klassischen zur modernen Physik eingeleitet, so die Begründung des Ministerrats, der über die „Neuzugänge“ entscheidet. Mit ihm seien große wissenschaftliche Leistungen verbunden und zahlreiche physikalische Gesetze und Konstanten nach ihm benannt, wie das „Plancksche Wirkungsquantum“ oder das „Plancksche Strahlungsgesetz“. 1918 erhielt Planck für seine Forschungen zur Quantentheorie den Nobelpreis für Physik

Professor Michael Bonitz vor Ort beim Festakt

Rund 100 geladene Gäste nahmen an dem Festakt teil, darunter auch Michael Bonitz. Der Professor für Theoretische Physik an der CAU betrachtet Planck seit Jahren auch durch die Kieler Brille: „Das bayerische Kolorit durchdringt in der Walhalla natürlich alles“, beschreibt er seinen Eindruck von der Zeremonie im Süden.„Es wäre interessant zu wissen, wie Max Planck und Albert Einstein, der ebenfalls in der Walhalla vertreten ist, selbst auf ihren Einzug in die Ruhmeshalle reagiert hätten“.

Bonitz’ persönlicher Grund, vor Ort anwesend zu sein, war noch ein zweiter: In Kiel zeichnet er sich verantwortlich für die 2013 eröffnete Max-Planck-Ausstellung, die derzeit in der Fachbibliothek Physik ansässig ist – für die sich Bonitz schon länger perspektivisch einen größeren Platz in einem Museum wünscht.

Ein Mann und eine Frau stehen vor der Büste von Max Planck mit einem Dokument in der Hand
© privat

CAU-Professor Michael Bonitz und Gabriele Taylor, Vorsitzende des Planck-Familienverbandes, unterzeichneten am Rande des Festaktes einen Leihvertrag zur Übergabe von Teilen des Planck-Nachlasses an die Sektion Physik der CAU.

Neues Material für ein mögliches Max-Planck-Museum in Kiel

Den Grundstein für nächste wichtige Schritte für ein mögliches Max-Planck-Museum konnte am Rande des Festaktes gelegt werden. Gabriele Taylor, Vorsitzende des Planck-Familienverbandes, unterzeichnete einen Leihvertrag, mit dem die Übergabe von Teilen des Planck-Nachlasses in die Sektion Physik der CAU geregelt wird. „Planck sah sich zeitlebens als Schleswig-Holsteiner“, so Bonitz. „Die Familie hatte mit großer Freude auf die Eröffnung der Ausstellung in Plancks Heimatstadt reagiert und unterstützt sie seitdem mit einer Vielzahl an Original-Dokumenten.“ Die Sichtung der noch unerschlossenen Dokumente erfolgt unter Leitung von Oliver Auge, Professor für Regionalgeschichte an der CAU.

Außerdem unterzeichnete Bonitz vor Ort eine Vereinbarung mit der Max-Planck-Förderstiftung über eine Förderung von 25.000 Euro für den Aufbau einer digitalen Planck-Ausstellung.

Hintergrund: Walhalla

In der 1842 eingeweihten Ruhmes- und Ehrenhalle „Walhalla“ ließ Bayerns König Ludwig I. herausragende Persönlichkeiten ehren, darunter Herrscher, Feldherren, Wissenschaftler und Künstler. Heute entscheidet der bayerische Ministerrat alle fünf bis sieben Jahre über Neuzugänge, Vorschläge können alle Bürgerinnen und Bürger einreichen. Planck folgt auf die 2019 enthüllte Büste der Bildhauerin Käthe Kollwitz. Insgesamt sind damit jetzt 132 Persönlichkeiten in der Walhalla vertreten.

Text: Michael Bonitz / Julia Siekmann

Blick in die Halle: Menschen sitzen vor der verhüllten Büste
Weiße Büste des Physikers Max Planck
Die Ruhmeshalle in Bayern vor blauem Himmel
Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Dr. Michael Bonitz
Lehrstuhl Statistische Physik
Institut für Theoretische Physik und Astrophysik
0431/880-4122
bonitz@physik.uni-kiel.de
www.theo-physik.uni-kiel.de/~bonitz/

Pressekontakt:

Julia Siekmann
Referentin für Wissenschaftskommunikation, Forschungsschwerpunkt Kiel Nano Surface and Interface Sciences (KiNSIS)