MINTchallenge: Pharmazie-Kurs der Uni Kiel für Erstsemester als Best Practice-Projekt ausgezeichnet

Auszeichnung für das Institut für Pharmazie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU): Der Kurs „ChemCoach“ wurde vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. bei der MINTchallenge „Durchstarten statt abbrechen – Das MINT-Studium erfolgreich meistern“ unter die zehn Best Practice Projekte gewählt. Im „ChemCoach“-Kurs trainieren Kieler Pharmazie-Studierende im ersten Semester ihre frisch erworbenen Chemiekenntnisse an pharmazeutischen Fallbeispielen im Team. Dies sorgt für Motivation und Freude am Fach und erleichtert dabei den Studieneinstieg.

46 Bewerbungen waren bei der 4. MINTchallenge eingegangen. Zehn davon wurden als Best Practice Projekte ausgezeichnet und dienen künftig als gute Inspiration für andere. Eins davon ist der „ChemCoach“ des Institutes für Pharmazie. Mit dem sehr fachbezogen auf Pharmazie ausgerichteten Kurs schafft es Dozentin Dr. Antje Havemeyer „Interesse an diesem Fach zu wecken und gleichzeitig Kompetenzen weiterzuentwickeln sowie Gemeinschaft zu fördern“, lobt die Jury des Stifterverbandes. Der Kurs vermittelt „innovative und interaktive Lernformen, die bei der Selbstwirksamkeit, Motivation und Teamfähigkeit ansetzen“. Die Eigenverantwortung der Studierenden werde gefördert. Und: „Eine Adaption ist hervorragend auch auf andere Fächer möglich“, erklärt die Jury ihre Entscheidung.

Die Freude über die undotierte Auszeichnung ist bei der Kieler Pharmazie-Dozentin Dr. Antje Havemeyer groß. „Es ist immer spannend, ein Feedback von außen zu bekommen, besonders, wenn das Lob für die eigene Arbeit so groß ist“, sagt Havemeyer und erklärt weiter: „Auch für die Kieler Universität und das Institut für Pharmazie ist die Auszeichnung für unsere Arbeit einfach großartig.“

Seit 2016 gibt es den „ChemCoach“ an der CAU. Rund 60 bis 80 Prozent der Pharmazie-Erstsemester nehmen das freiwillige Angebot wahr, um damit unter anderem Chemiekenntnisse aufzufrischen. „Das ist für viele wichtig, denn das erste Fachsemester besteht zum überwiegenden Teil aus pharmazeutischer Chemie.“ Gleichzeitig hilft der Kurs den neuen Studierenden, das wissenschaftliche Arbeiten sowie das Arbeiten in Teams und das mündliche Vortragen von Ergebnissen zu üben. „Das ist ebenfalls wichtig“, so Havemeyer. „In der Studieneingangsphase ist es nicht immer einfach, sich an der Universität mit ihren Regeln und Arbeitsweisen zurechtzufinden, mit den höheren Ansprüchen, dem schnelleren Lehrtempo und dem selbstorganisieren Lernen umzugehen, und dabei die eigentlichen Studieninhalte nicht aus den Augen zu verlieren. Das kann zu Überforderung führen.“

Der wichtigste Aspekt für die Dozentin aber ist, dass der „ChemCoach“ die Motivation für das Studium verstärken soll. „Das Feuer bei den Studierenden entfachen, statt leere Eimer mit Wissen zu füllen“, nennt es Havemeyer und erklärt: „Im Grundstudium geht es viel um theoretisches Fachwissen. Das kann man natürlich einfach Auswendiglernen“, sagt die Apothekerin. Ihr Ansatz aber ist ein anderer: Sie versucht die trockenen Fakten aus den aktuellen Lehrveranstaltungen mit konkreten pharmazeutischen Fallbeispielen aus der Berufspraxis – aus der Apotheke, der Forschung und Entwicklung oder der Industrie – zu verknüpfen und damit besser verständlich zu machen. In Kleingruppen und unter engen Zeitvorgaben suchen die Studierenden Lösungsansätze. Ergebnisse werden vorgetragen und von allen diskutiert. „Mit dem Bezug zur Berufspraxis fällt den Erstsemestern das Lernen und das Anwenden leichter.“ Und das funktioniert selbst in Pandemie-Zeiten per Videokonferenz im sogenannten „offenen Chemieraum“ sehr gut. „Trotz der schwierigen Zeiten haben wir die Studierenden mit unserem Angebot weiterhin gut unterstützen können. Dabei ist mir der direkte persönliche Kontakt und die interne Vernetzung der Studierenden besonders wichtig. Umfragen unter den Pharmaziestudierenden zeigen, wie sehr die Studieneinsteiger von diesem Angebot profieren.“ Die Fortsetzung dieses Projektes ist mit der Verstetigung der Personalstelle durch den Zukunftsvertrag Studium und Lehre (ZSL) nachhaltig gesichert worden.

Text: Jennifer Ruske

Antje Havemeyer mit Gruppe von Studierenden
© Lisei Martin

Im „ChemCoach“ unterstützt Dr. Antje Havemeyer (rechts) ihre Studierenden in der Studieneingangsphase.

Die MINTchallenge

Mit der MINTchallenge sammelt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. ausgezeichnete Projekte, die zeigen, wie Hochschulen deutschlandweit mit Herausforderungen in der MINT-Bildung umgehen. Weitere Infos unter www.stifterverband.org

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