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Für mehr Chancengleichheit und Vielfalt

Dritter Gleichstellungstag im Physikzentrum der Uni Kiel

Wissenschaft begeistert und das unabhängig vom Geschlecht: Unter dieser Prämisse hat im Physikzentrum der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) am gestrigen Mittwoch, 10. Juli, der dritte Gleichstellungstag stattgefunden. Bei der öffentlichen Informationsveranstaltung klärten die Referierenden in zahlreichen Vorträgen über die Konstruktion und Überwindung tradierter Geschlechterrollen auf und präsentierten aktuelle Felder der universitären Diversitätsarbeit. Lehrende, Studierende und Interessierte von außerhalb nahmen die Möglichkeit wahr, sich in Bereichen der Diversität, Diskriminierung und Gleichstellung weiterzubilden und miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Diskriminierung stellt noch immer einen großen Bestandteil der Hochschulpraxis und -strukturen dar. Dennoch ist die CAU auch ein Ort diversitätsorientierter Forschung, Aushandlung und Emanzipation“, so Eddi Steinfeldt-Mehrtens, Diversitätsbeauftragte_r der CAU. Mit der Antidiskriminierungsberatung stellte Steinfeldt-Mehrtens eine Maßnahme zum Abbau bestehender Benachteiligungen in Studium, Lehre, Forschung, Weiterbildung und Verwaltung vor. Dr. Julia K. Koch vom Sonderforschungsbereich „TransformationsDimensionen – Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“ setzte sich kritisch mit der Konstruktion vermeintlich prähistorischer Rollenverteilungen auseinander. Sie zeigte auf, dass die Stereotype „des Jägers und der Sammlerin“ mehr auf bildungsbürgerliche Idealvorstellungen des 19. Jahrhunderts denn auf materielle Kulturgüter zurückzuführen seien. Wie solche Rollen- und Kompetenzzuschreibungen zugunsten der Karrieren von Frauen und Männern aufgelöst werden könnten, erläuterte Lea C. Ameres von der Technischen Universität München: „Eine inklusive Unternehmenskultur muss im Wesentlichen drei Bedingungen erfüllen: Faire Personalprozesse, den Einbezug aller sozialer Gruppen in Entscheidungsprozesse und die Wertschätzung von Unterschieden.“

Melanie Eich von der Universität Hamburg zeigte sich besonders begeistert von den Gleichstellungsaktivitäten der Kieler Physik. Sie präsentierte einen Erfahrungsbericht von den Physik-Projekt-Tagen Hamburg, die nach Kieler Vorbild dieses Jahr das zweite Mal organisiert werden. Die Physik-Projekt-Tage an der Uni Kiel ist ausschließlich für Schülerinnen aus den Oberstufen Schleswig-Holsteiner Gymnasien und Gemeinschaftsschulen konzipiert, um sie für die Naturwissenschaften zu begeistern und bei ihrer Studienwahl zu unterstützen.

Text: Victor Sebelefsky

Kontakt:

Dr. Franko Greiner
Organisator der Infoveranstaltung, Phimale-Team
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik (Sektion Physik)
0431/880-3821
greiner@physik.uni-kiel.de

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