Entscheidung in der Exzellenzstrategie

Uni Kiel verpasst den Exzellenztitel

Die Hoffnung war groß, am Ende reichte es nicht ganz für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Die Enttäuschung an der Kieler Förde war spürbar, als am Freitag, 19. Juli, in Bonn die Exzellenzkommission aus Wissenschaft und Politik über die Förderung von elf Exzellenzuniversitäten entschieden hatte. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verpasste den Sprung in die Spitzenklasse und damit eine Millionenförderung für die kommenden sieben Jahre. CAU-Präsident Professor Lutz Kipp gratulierte den Gewinnern: „Ich beglückwünsche meine Kolleginnen und Kollegen der elf neuen Exzellenzuniversitäten zu ihrem Erfolg – allen voran meinen Kollegen Lenzen aus Hamburg. Sie erhalten jetzt den verdienten Lohn für die harte Arbeit, die sie und ihre Teams in den vergangenen drei Jahren geleistet haben.“

Dass es die Universität Kiel nicht geschafft habe, sei bitter für alle, die sich mit viel Einsatz und Kreativität in die Antragstellung eingebracht hätten, sagte Kipp weiter. Inhaltlich habe das Zukunftskonzept KIEL UNIVERSITY INTERFACES die internationalen Gutachter und Gutachterinnen überzeugt, ließ der Präsident durchblicken. Die Bereiche Forschung, Drittmittel, Schwerpunktbildung oder Kiel.Science.City seien ebenso als exzellent bewertet worden wie das Zukunftskonzept KIEL UNIVERSITY INTERFACES. „Der Zusammenhalt in der CAU und mit ihren Partnern und insbesondere mit der Schleswig-Holsteinischen Allianz für Spitzenforschung war vorbildlich“, so Kipp weiter.

In einem so harten Wettbewerb mit so starker Konkurrenz so weit gekommen zu sein, sei ein Erfolg für das Land, betonte Kipp. Auch wenn der Titel nicht erreicht worden sei, habe sich die CAU im Kreis der besten 15 deutschen Universitäten fest etabliert. Dazu habe wesentlich die Unterstützung durch die Politik beigetragen. Das gelte stellvertretend für Wissenschaftsministerin Karin Prien und Ministerpräsident Daniel Günther. Viel Zuspruch habe die Universität auch von weiteren Unterstützern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erhalten. „Das verleiht uns die Kraft und bekräftigt uns darin, unseren Weg konsequent weiterzuverfolgen“, bedankte sich der Präsident.

„Unsere Cluster und unsere Forschungsschwerpunkte sind unsere Stärke. Darauf sollten wir setzen und sie konsequent in die Lage versetzen, auf nationaler und internationaler Ebene Anerkennung zu erreichen. Ich denke dabei an Allianzen wie die zur Deutschen oder Europäischen Meeresforschung. So etwas sollten wir im Schulterschluss der Nordländer auch für Themenfelder wie KI oder die Energiewende anstreben.“ 

An die Mitglieder der Universität gerichtet, sagte Kipp, die vergangenen drei Jahre hätten allen viel abverlangt. „Ich weiß, dass das alles viel Ressourcen, Kraft und Nerven gekostet hat. Unser Antrag war das Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses mit vielen, vielen Menschen an der CAU. Ich danke allen sehr, die sich eingebracht haben und zolle ihnen meinen Respekt.“ Der wissenschaftliche Ansatz, auf der Grundlage starker Disziplinen inter- und transdisziplinär zu arbeiten, bleibe richtig. „So oder so haben wir sehr viel über uns selbst erfahren. Wir wissen jetzt um unsere Stärken und unsere Entwicklungsbereiche.“ Darauf lasse sich aufbauen.

Die Exzellenzstrategie

Die Exzellenzstrategie stärkt die universitäre Spitzenforschung. Sie umfasst die Förderlinien Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Zum ersten Mal nutzen Bund und Länder für die besten Universitäten des Landes den verfassungsrechtlichen Spielraum, den der neue Artikel 91b GG bietet. Mit der Exzellenzstrategie werden Hochschulen mit jährlich 533 Millionen Euro gefördert. Anders als ihre Vorgängerin, die Exzellenzinitiative, ist sie nicht befristet, sondern auf Dauer angelegt. Das Gesamtprogramm mit jährlich insgesamt 533 Millionen Euro dotiert. Die Mittel werden vom Bund und den jeweiligen Sitzländern im Verhältnis 75:25 getragen. Alle sieben Jahre müssen sich künftige Exzellenzuniversitäten dem Wettbewerb mit Neuanträgen aus anderen Universitäten stellen.

Partner der CAU in der Exzellenzstrategie

Landeshauptstadt Kiel, Industrie- und Handelskammer Kiel (IHK), Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), Fachhochschule Kiel (FH Kiel), GEOMAR – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG), Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW), Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Lungenzentrum (FZB), Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Plön (MPI-EB), Muthesius Kunsthochschule (MKH), Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Universität zu Lübeck (UzL), Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie Schleswig (ZBSA), Dalhousie University in Halifax, Canada; École polytechnique fédérale de Lausanne, Schweiz (EPFL), Zhejiang-Universität in Hangzhou, China (ZJU); Université du Luxembourg, Luxemburg

Kontakt:
Pascal Sadaune
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Strategie und Planung
0431/880-7150
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